Maik am 2.08.2009 um 18:22 in Geschichten / Buch, Roman, Suche, Verlag

Ja, ich habe es getan! Ich habe im Frühjahr ein Buch geschrieben. Einen Roman, genauer gesagt. Einen Männerroman, ganz genau gesagt. So mit Lustig und Skuril und Alltag und Magie. Und überhaupt und so. Den Beginn des Exposés gibt es nach dem Sprung.
Was ich leider noch nicht habe, ist ein passender Verlag. Die bisherigen Versuche, einen zu ergattern, sind gescheitert, da die Programme voll sind und 20 Seiten Auszug wohl schwer ein Gesamtbild abgeben können. Daher wende ich mich an Dich, liebes Internet! Wer also selber einen Verlag sein Eigen nennt, oder Jemanden kennt, der Jemanden kennt, [usw.] der einen Verlag besitzt oder zumindest darin Putzdienst hat oder so: BITTE MELDEN! Gebt einem jungen, aufstrebenden Literatur-Nobelpreisträger eine Chance und lest sein Manuskript. Dadurch winken euch ja immerhin auch ein paar Millionen und vielleicht Anteile an den Filmrechten…
An alle Verlage, die Belletristik, Unterhaltungsroman, Satire, Comedy, Weltuntergangsszenarien mit Zombie-Clowns oder etwas ähnliches im Sortiment haben: Maik(at)LangweileDich(punkt)net ist meine Mail-Adresse. Gerne kommt eine Antwort mit 320-seitigem Anhang zurück.
An alle Blogger: Über Trackbacks, Hinweise, Verlinkungen, Wasauchimmer wäre ich enorm dankbar! Das vergrößert den Kreis an Leuten ungemein, unter denen sich ein “Verlagsmensch” versteckt halten könnte. Wird das Buch letztlich verlegt, landet ihr selbstverständlich gedruckt auf der Dankesseite!
An alle Anderen: Gibt es Kontakte zu einem Verlag? Dann her damit! Ansonsten weitersagen und weitergeben. Danke!
Zeigt, wie stark das Internet sein kann! Das Banner oben kann gerne genutzt werden. Wird sonst irgendwas gebraucht (vorläufiges Cover bspw.), einfach Bescheid geben, wird gerne verteilt.
Ansonsten halte ich euch hier über das Projekt auf dem Laufenden!
Damit es schon bald heißt:
Weiter langweilen…





(
4 Stimme/n:
4.50,
Stimm ab!)

Loading ...
Maik am 5.01.2009 um 11:41 in Geschichten / flug, Kurzgeschichte, reise, story
Schon wieder keine Gewürze. Es ist immer dasselbe. Ich könnte kotzen. Aber die Tüte, die dafür vorgesehen ist, ist schon voll. Mein Sitznachbar ist wohl einer der eher flugängstlichen Leute. Das kommt davon, wenn man über das Internet bestellt, und so drei Plätze erhält, die gefühlte fünf Flugzeuglängen auseinander liegen. Dazwischen, wie könnte es anders sein: Quengelnde Kinder, besoffene Flug-Schisser und dicke Frauen. Alles da, außer Gewürze für den Tomatensaft. Dabei müssten die sich doch bei so was auskennen. Wo das doch so ein Saftladen zu sein scheint.
Clint ist für die Reise zuständig, der korpulente Steffen für die Verpflegung und ich für die Tickets. Der Flug ist lausig, das nach dem Zoll übrig gebliebene Essen hier oben ungenießbar. Aber die Tickets in meiner Hand machen mir Hoffnung, dass dieser Trip doch noch auf eine schöne Weise unvergesslich werden könnte. Endspiel der Gruppe B – Spanien gegen Deutschland. Block an der Mittellinie, beste Sicht. Und das für läppische 83 Euro das Stück. Da hätte Ticket_Mieze_09 bestimmt mehr bei eBay rausholen können. Uns soll’s Recht sein. Als Student ein Ausflug nach Südafrika, um ein WM-Spiel sehen zu können, erscheint Privileg genug. Ich beschließe, ein wenig zu schlafen, bis der holprige Flug vorbei ist.
Weiter langweilen…

Loading ...
Ich werde vom Telefonklingeln wach. Ein zerknitterter Blick auf die Digitaluhr auf dem hölzernen Nachttisch. 2:34 Uhr in der Nacht.
„Ja, Krumberg hier. Ja. Schon wieder? Okay, ich bin sofort da!“
Für Wach werden bleibt keine Zeit. Ich ziehe die notdürftigsten Klamotten an, und gehe in die Küche. Es ist eiskalt. Der letzte verbliebene Schluck aus dem Weinglas von gestern Abend muss als Frühstück genügen. Trenchcoat über und raus zum Wagen. Brr, hier ist es ja noch kälter als in der Küche. Verdammt nun habe ich den Notizblock vergessen.
Der alte Ford springt nur schleppend an. Aber es sind ja nur noch zwei Wochen bis zu meiner Pensionierung.
Am Tatort angelangt sehe ich, wie meine Kollegen bereits das Gebiet absperren. Der morgendliche Nebel lässt das alte Fabrikgelände noch düsterer erscheinen, als es eh schon ist.
„Ah, Kommissar Krumberg. Gut, dass Sie hier sind.“
„Ich könnte mir auch nichts Besseres vorstellen. Was gibt es genau?“
„Eine männliche und eine weibliche Leiche. Etwa Mitte 30 und laut medizinischem Erstbefund liegt der Todeszeitpunkt bei etwa Mitternacht. Das gleiche Muster, wie letzten Monat…“
„Sie meinen, wie die letzten Monate?“
„Äh, ja, genau Chef. Innere Verletzungen bis zur Verblutung.“
„Und die Bissspuren?“
Weiter langweilen…





(
10 Stimme/n:
5.00,
Stimm ab!)

Loading ...
Maik am 25.08.2008 um 8:10 in Geschichten
Der Augenblick des Augenblicks
Ich hasse Sonntage. Klar, sie sind eigentlich toll, weil niemand muss arbeiten, zur Schule gehen und alle haben ganz viel Zeit zum Schlafen und für weitere wichtige Dinge. Nur einer muss arbeiten. Der Priester. Und die musikalischste Seniorin, die in der Gemeinde auffindbar ist und zudem noch aus eigenen Kräften die Orgel erreichen kann. Wobei: Wirklich Arbeit kann man das wohl auch nicht nennen.
Was so schlimm daran ist, dass der Priester Sonntags arbeiten muss? Immerhin bekommt er Wochenend-Zuschlag, fährt relativ sicher in den Himmel auf und darf ein weißes Stück Papier am Kragen tragen. Ganz einfach: Ich muss zur Kirche gehen und ihm bei der Arbeit zuschauen. Sonntags. Um 9 Uhr.
„Sven Luttgers.“
Und ich hasse die Kirche. Die Hälfte der Leute sitzt gezwungenermaßen in den engen und unbequemen Eichenbänken, oder heuchelt vor, gläubig zu sein, nur um das eigene Gewissen von weiteren Jahren Fegefeuer zu befreien. Unbequeme Bänke sind doch eigentlich eine Ausgeburt des Teufels, damit man nicht einschlafen kann. Das schlimmste sind allerdings die Leute, die aus voller Überzeugung und Gottesliebe jeden Gott-Verdammten Sonntag 3.600 Sekunden ihrer teils wertvollen Lebenszeit verschwenden.
„Clara Winz.“
Weiter langweilen…





(
4 Stimme/n:
5.00,
Stimm ab!)

Loading ...
Maik am 3.01.2008 um 9:56 in Geschichten
„Ich hab’ drei Haare auf der Brust, ich bin ein Bär! Du hast drei Haare auf den Zähnen, bist `ne Frau!“ Das T-Shirt mit dieser Aufschrift hätte ich wohl besser nicht angezogen. An unserem Jahrestag als Liebespaar. Aber so etwas wird einem ja auch erst immer gesagt, wenn man sich schon für seine Kleidung entschieden hat. „Heute ist Valentinstag!“, „Schatz, heute ist mein Geburtstag!“, oder „Sie können die Braut jetzt küssen“. Immer bin ich falsch angezogen.
Der Grund, warum Jasmin allerdings weggelaufen ist, war nicht das Shirt, sondern viel eher mein mit Unterstützung eines Glasbataillons Krombacher heraus Gebrülltes, was der T-Shirt-Aufschrift erschreckend nahe kam. War halt nur die zweite Hälfte davon. Acht Mal. Hintereinander. Mit wahrscheinlich eher feuchter und übel riechender Aussprache mitten in ihr Gesicht. Oh, ihr schönes Gesicht – wie ich es vermisse. Also sonst war es schön. Zu dem Zeitpunkt nicht wirklich.
Weiter langweilen…

Loading ...
Maik am 20.11.2007 um 12:19 in Geschichten
Michael spürt es. Er spürt die warme Sonne auf seinem Gesicht. Er hört die Vögel leise im Hintergrund vor sich hin zwitschern. Nicht lästig, sondern einfach nur als Zeichen des Frühlings. Nicht nur, dass es Michaels Lieblingsjahreszeit ist, nein, es ist zudem noch einer der besten Frühlinge seines Lebens. Dank pre-generationaler CO2-Ausstoßungen kann er sich heute auf sonnige 26 Grad freuen. Und das im März. Dazu kommt ein geordnetes Leben mit jeder Menge Spaß in der Freizeit und guten Karriereaussichten. Erst gestern wurde Michael zum Vize-Abteilungsleiter einer Supermarktfiliale ernannt. Für viele sicherlich kein angestrebtes Berufsziel, aber für ihn das höchster aller Jobgefühle. Solange Spaß mit Lohn einhergeht, ist es der perfekte Job.
Und das allerbeste: Es ist Sonntag. Nicht ein „Ich muss um fünf Uhr raus, um meinem Bruder beim Umzug zu helfen“-Sonntag, sondern ein richtiger. Sorgenfreies Ausschlafen und ein laaanges Frühstück stehen unter anderem auf dem Plan. Michael öffnet langsam die Augen, nimmt den Stift vom IKEA-Nachttisch und macht auf einer kleinen List einen Haken hinter dem Wort „Ausschlafen“. Ja, das muss er schon zugeben. Michael ist verkopft. Verkopft, was ein Wort, aber es passt bei ihm wohl wie die Faust zu Goethe.
Weiter langweilen…

Loading ...
Maik am 1.07.2007 um 10:00 in Geschichten
Es ist sicherlich schon zwei Minuten über die reguläre Spielzeit und es steht immer noch 1:1 im Derby des Jahres. Plötzlich liegt der Ball genau vor meinen Füßen. Ich lasse elegant den letzten Verteidiger mit einer Körpertäuschung stehen und renne aufs Tor zu. Der Torhüter steht ein paar Meter zu weit vorne. Das könnte doch was werden. Angesetzt zum Lupfer… Und ja, der könnte passen! Langsam senkt er sich in den Winkel, und – OHRENBETÄUBENDER LÄRM!
Schockiert springe ich regelrecht auf und stoße mit dem Kopf an mein Bücherregal. Ich wusste, ich hätte es nicht genau über das Bett schrauben sollen. Noch etwas unorientiert fingere ich nach meinem Handy, welches auf dem Nachttisch fröhlich vor sich hin blinkt. Und noch viel schlimmer, es vibriert. Und dass „Highway to hell“ als Klingelton scheiße ist, habe spätestens jetzt auch ich gemerkt.
„ähm… ja?“
„Mensch Steffe, wo bleibse denn?“
„Wie, wo bleib’ ich?“
„Ja, stehn hier am Bahnsteig und der Zuch kommt gleisch… Urlaub is Urlaub. Hau ma rein!“
„Jaja, Urlaub ist Urlaub. Besuchen doch nur Ingo in Dortmund. Wieviel…. Oh, schon 9 durch, fuck!“
„Jahaa. Fuck im Quadrat sach isch Dir!“
„Ja.. äh.. versuch so schnell es geht zu kommen, ansonsten fahrt ihr schon mal, nehm dann ’ne Bahn später.“
„Aber was ist mit dem Bier?“
„Ach jaaa… das sollte ich auch noch mitbringen… Ähm, holt was am Bahnhof, geht auf meine Rechnung. Bringe dann Nachschub mit.“
„OK, dann is ja jut. Bis denne!“
Weiter langweilen…

Loading ...
Maik am 28.05.2007 um 9:22 in Geschichten

Wach? Wach. Ja… Wach. Nicht nur so ein bisschen wach, sondern mal so richtig wach. „Warum nur?“ fragte sich Thorsten, seine Augen waren dabei aufgeschlossener, als Kader Loth für eine TV-Kamera. Warum war eigentlich mehr als klar: Das Piepen. Nun ja, eigentlich würde er das Piepen wie üblich überhören. Aber heute gab es den unpassenden Zufall, dass unpassender Weise eine vor allem Thorsten nicht passende Baustelle direkt vor seinem Fenster auf der Straße vor sich hin lärmte. Normalerweise bekommt er auch das in den Griff, aber heute ging es nicht. Ein Auto ist anscheinend voll in eins der vielen gelben Baustellen-Vehikel gerast. In so eine Planierraupe, oder was auch immer. War ja auch eigentlich egal, der plötzliche Knall war eher das Problem. Thorsten empfand seinen Gemütszustand als kurz, aber prägnant hellwach. Erst letzte Woche hatte er herausgefunden, dass ‚prägnant’ nicht für schwanger steht, und versucht es seitdem regelmäßig einzusetzen. Und in diesem kurzen Zeitfenster der Hellwachigkeit trat es ein: Das Piepen. Mitten in den Raum. Mitten in sein Ohr. In den Kopf, und da wollte es anscheinend auch bleiben.
Selbst, wenn jemand die Quelle des Geräusches ausstellen sollte, glaubte Thorsten fest zu wissen, dass es bleiben würde. Es lief auch immerhin schon etwa 90 Sekunden lang. Immer wieder eine schrille Aneinanderreihung hoher Pieptöne. Wie das ein Wecker nun mal so macht. Leider war es nicht Thorstens Wecker. Es war, wie so oft, der Wecker seines Mitbewohners. Lukas hatte ein Faible für lange Reaktionszeiten. Und dafür, sein Zimmer immer abzuschließen. Und Thorsten so dem Piepen gnadenlos auszuliefern. Im Sport war Lukas eh schon immer eine Null, aber auch in den alltäglichen Dingen ging er die Sachen eher smooth an. An sich keine schlechte Eigenschaft, aber bei klingelnden Sachen hört der Spaß dann auf.
Weiter langweilen…

Loading ...
Maik am 21.05.2007 um 9:00 in Geschichten
Frank war etwas genervt. Einkaufen stand an. Nicht, dass er schon genug mit Fernseh-Gucken und Playstation-Spielen hat, nein, nun soll er für seine Liebste auch noch die 82 Stufen hinuntersteigen und durch den verregneten Novembertag rennen, um unwichtige Sachen zu besorgen. An der passenderweise roten Fußgängerampel kramt er den extra für ihn angefertigten Zettel aus der Hosentasche. Milch, Brot, Käse, Wasser, Mehl, Äpfel,Tampons, .. Nichts wichtiges dabei, wie er es geahnt hatte. Die letzten beiden Punkte waren verschwommen und nicht lesbar. Könnte am Regen liegen. Gut so, dann ist es weniger zu schleppen nachher.
Nach unendlich erscheinenden 42 Sekunden schaltete die Ampel auf Grün. Hätte Frank doch nicht so eingängig den Zettel studiert und die erste Passierphase dem Wortlaut nach passend verpasst… Schnell vorbei an weiteren frierenden und schlecht gelaunten Menschen, die sicher auch alle Tampons und Milch kaufen müssen. Sie alle tun Frank leid. Genau, wie er sich selber. Nur ein kleiner Junge tat ihm noch mehr leid… Der hatte keine von ihm selbst ausgewählte Freundin, die ihn losschickte, sondern eine von seinem Vater ausgewählte Mutter, die ihn sinnlos mitschleift. Warum holt sie ihre Tampons nicht alleine? Wird sich wohl auch der kleine Bengel denken, als er wütend in eine der zahlreichen Pfützen springt und somit Flecken auf den Mantel der vermeidlichen Mutter, und ein Lächeln auf Franks Gesicht zaubert.
Weiter langweilen…





(
1 Stimme/n:
5.00,
Stimm ab!)

Loading ...