Kurzgeschichte: Die Blutpension
Ich werde vom Telefonklingeln wach. Ein zerknitterter Blick auf die Digitaluhr auf dem hölzernen Nachttisch. 2:34 Uhr in der Nacht.
„Ja, Krumberg hier. Ja. Schon wieder? Okay, ich bin sofort da!“
Für Wach werden bleibt keine Zeit. Ich ziehe die notdürftigsten Klamotten an, und gehe in die Küche. Es ist eiskalt. Der letzte verbliebene Schluck aus dem Weinglas von gestern Abend muss als Frühstück genügen. Trenchcoat über und raus zum Wagen. Brr, hier ist es ja noch kälter als in der Küche. Verdammt nun habe ich den Notizblock vergessen.
Der alte Ford springt nur schleppend an. Aber es sind ja nur noch zwei Wochen bis zu meiner Pensionierung.
Am Tatort angelangt sehe ich, wie meine Kollegen bereits das Gebiet absperren. Der morgendliche Nebel lässt das alte Fabrikgelände noch düsterer erscheinen, als es eh schon ist.
„Ah, Kommissar Krumberg. Gut, dass Sie hier sind.“
„Ich könnte mir auch nichts Besseres vorstellen. Was gibt es genau?“
„Eine männliche und eine weibliche Leiche. Etwa Mitte 30 und laut medizinischem Erstbefund liegt der Todeszeitpunkt bei etwa Mitternacht. Das gleiche Muster, wie letzten Monat…“
„Sie meinen, wie die letzten Monate?“
„Äh, ja, genau Chef. Innere Verletzungen bis zur Verblutung.“
„Und die Bissspuren?“













