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Kurzgeschichte: Ein Kummermärchen


Schon wieder keine Gewürze. Es ist immer dasselbe. Ich könnte kotzen. Aber die Tüte, die dafür vorgesehen ist, ist schon voll. Mein Sitznachbar ist wohl einer der eher flugängstlichen Leute. Das kommt davon, wenn man über das Internet bestellt, und so drei Plätze erhält, die gefühlte fünf Flugzeuglängen auseinander liegen. Dazwischen, wie könnte es anders sein: Quengelnde Kinder, besoffene Flug-Schisser und dicke Frauen. Alles da, außer Gewürze für den Tomatensaft. Dabei müssten die sich doch bei so was auskennen. Wo das doch so ein Saftladen zu sein scheint.

Clint ist für die Reise zuständig, der korpulente Steffen für die Verpflegung und ich für die Tickets. Der Flug ist lausig, das nach dem Zoll übrig gebliebene Essen hier oben ungenießbar. Aber die Tickets in meiner Hand machen mir Hoffnung, dass dieser Trip doch noch auf eine schöne Weise unvergesslich werden könnte. Endspiel der Gruppe B – Spanien gegen Deutschland. Block an der Mittellinie, beste Sicht. Und das für läppische 83 Euro das Stück. Da hätte Ticket_Mieze_09 bestimmt mehr bei eBay rausholen können. Uns soll’s Recht sein. Als Student ein Ausflug nach Südafrika, um ein WM-Spiel sehen zu können, erscheint Privileg genug. Ich beschließe, ein wenig zu schlafen, bis der holprige Flug vorbei ist.


Maik, 5.01.2009, 11:41 in Geschichten / , , ,


 
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Kurzgeschichte: Die Blutpension


Ich werde vom Telefonklingeln wach. Ein zerknitterter Blick auf die Digitaluhr auf dem hölzernen Nachttisch. 2:34 Uhr in der Nacht.
„Ja, Krumberg hier. Ja. Schon wieder? Okay, ich bin sofort da!“
Für Wach werden bleibt keine Zeit. Ich ziehe die notdürftigsten Klamotten an, und gehe in die Küche. Es ist eiskalt. Der letzte verbliebene Schluck aus dem Weinglas von gestern Abend muss als Frühstück genügen. Trenchcoat über und raus zum Wagen. Brr, hier ist es ja noch kälter als in der Küche. Verdammt nun habe ich den Notizblock vergessen.
Der alte Ford springt nur schleppend an. Aber es sind ja nur noch zwei Wochen bis zu meiner Pensionierung.

Am Tatort angelangt sehe ich, wie meine Kollegen bereits das Gebiet absperren. Der morgendliche Nebel lässt das alte Fabrikgelände noch düsterer erscheinen, als es eh schon ist.
„Ah, Kommissar Krumberg. Gut, dass Sie hier sind.“
„Ich könnte mir auch nichts Besseres vorstellen. Was gibt es genau?“
„Eine männliche und eine weibliche Leiche. Etwa Mitte 30 und laut medizinischem Erstbefund liegt der Todeszeitpunkt bei etwa Mitternacht. Das gleiche Muster, wie letzten Monat…“
„Sie meinen, wie die letzten Monate?“
„Äh, ja, genau Chef. Innere Verletzungen bis zur Verblutung.“
„Und die Bissspuren?“


Maik, 15.12.2008, 17:32 in Best, Geschichten / , , ,


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