Gestern war ich auf DER Elektronikmesse der Welt. Zumindest wenn es nach der Meinung der Elektronikmesse CeBit geht. Mittlerweile ist das nicht mehr wirklich der Fall. Die Hallen sind leer, die großen Namen bleiben aus oder backen kleinere Standbrötchen. Dennoch war der Besuch insgesamt recht unterhaltsam. Das lag vornehmlich an 3D, Bier und kuriosen Happenings.
So zum Beispiel bei einem der vielen aufgezwungenen Zuschauerinteraktionen. Eine mit Kopfmikro bewaffnete Frau beendet einen kleinen nicht allzu berauschenden Vortrag mit den Worten “und das hat einen Applaus verdient”. Doch eben jener bleibt aus. Ihr Rettungsversuch “Und den geben wir jetzt auch!” gipfelt in drei unmotiviert klatschenden Leuten, von denen zwei vom gleichen Stand zu sein scheinen. Der Unterhaltungshöhepunkt ihrer Session sorgte jedoch mit der eindrucksvollen Ansage von 43 Tastaturen: “Sind hier Gamer? Welche Tasten auf der Tastatur sind für Gamer wohl die wichtigsten?” – “Feuertaste!” Genau. Feuer, Springen und Laufen!
Zeger Reyers hat zur Eröffnung der Ausstellung Eating the Universe, die aktuell in der Kunsthalle Düsseldorf stattfindet, dieses skurile Kunstobjekt geschaffen. Eine Küche, die sich dreht. Schön langsam und bis zum 28. Februar nächsten Jahres. Am Ende sieht die schlimmer aus als jede Studentenbude. Wobei…
Gestern war es dann mal wieder so weit. Mein nahezu jährlicher CeBIT-Besuch. Dank tollsten Entwicklungen in Sachen zwanghafter Besucherakquise und dem Internet halten sich die Kosten ja mit 0 Euro doch in einem überschaubaren Rahmen.
Allerdings lohnt es sich (für mich?) anscheinend jedes Jahr weniger, da hin zu gehen. Aber fernab von highlightlosen Inhalten (okay, einen coolen großen Touch-Monitor mit nettem Interface gab es) hier einige Eindrücke und Kuriositäten: Aktuelle Catch-Phrases von bekannten Menschen nutzen ist ja okay. Aber der “Yes we can”-Zug kotzt mich dann doch eher an. Von der Adaption des Originals (unter anderem auf dem Titelbild eines Magazins mit Merkel und Arnie S. druff) über “Yes we do” bis hin zu – Obacht! – “Yes, we scan”. B-rüller.
Ansonsten mein marketing-technisches Highlight: Ein personenleerer kleiner Stand im Web2.0-Bereich, bei dem über Beamer nur die Meldung an die Wand projeziert wurde: “Wir haben mehr Aufträge als erwartet – deshalb ist niemand persönlich hier. Nutzen Sie doch bitte das und das Kontaktformular”. Klasse.
Naja, wenigstens gab es ein cooles Buffet, eine Brezel, mehrere Bier und Jägermeister.