
Technologischer Wandel, Globalisierung, Leistungsdruck – die moderne Gesellschaft wird scheinbar schneller und schneller. Mit ihr auch die Ansprüche. So gibt es einige Kunden, die von Agenturen schlichtweg Wunderdinge erwarten und scheinbar denken, sie seien die einzigen, für die die Kreativen arbeiten.
Die ungarische Agentur Cafe Creative hat für ihre Kunden den kleinen und lehrreichen Film Deadlines erstellt, der in einem unterhaltsamen Experiment zeigt, dass Kreativität einfach Zeit benötigt. Der simple Test: Was passiert, wenn man einer Grundschulklasse zur Vervollständigung eines Bildes 10 Sekunden oder 10 Minuten gibt? GO!
“Creativity is not inspired by the pressure of time but by the freedom, the playfulness and fun.”


Ist das Leben nur ein großer Pullover und die Zeit der wollene Faden, der sich nach und nach vom eigentlichen Korpus löst, um selbigen aufzulösen? Patrick Frey jedenfalls hat mit dem gregor Wandkalender eine Versinnbildlichung jener Metapher erstellt. Ein simpler herunter hängender Schal, bedruckt mit den Daten des gesamten Kalenderjahres, wird Tag für Tag ein wenig kürzer “gedröselt”.
Zuvor hier: Tintenkalender, Zwiebelkalender und Luftblasenkalender.


Auch futuristische Designs wirken im Laufe der Zeit altbacken. Was heute noch modern ist, ist morgen Schnee von Gestern. Das macht auch nicht bei eigentlich DER Markeninstitution schlechthin halt, dem Logo. So kommt es auch, dass Weltkonzerne wie Pepsi, Nokia oder IBM hin und wieder ihr Aushängeschild verändern. Mal minimal, mal drastisch. Meistens mit viel Buhuu, aber letztlich meist in die richtige Richtung entwickelnd (außer bei Google, wo ich das erste eigentlich vom Stil her am besten finde). Wobei man in 10 Jahren bestimmt auch über die heutigen Logos die Nase rümpft…


Vielversprechendes Konzept, vorgestellt natürlich auf der ComicCon: Beim Kinofilm In Time hat die Zeit das Geld als weltliche Währung abgelöst. Ein Hot Dog kostet mehrere Minuten anstatt Dollarse und alle versuchen, zeitgünstig über die Runden zu kommen, denn ist die Zeit um, ist die Zeit um. Bis zu einem Alter von 25 jahren lebt jeder sein normales Leben, danach heißt es sich die weitere Lebenszeit zu verdienen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn jeder erhält einen saftigen Gehaltscheck in Form von Minuten und Stunden. Hoffentlich gibt’s eine Szeen im Film in der ein Penner einen reichen Schnösel fragt “Haste mal ‘ne Minute?”.
In der Hauptrolle versucht Justin Timberlake die Zuschauer zu überzeugen. Sicherlich immer noch etwas ungewohnt, aber mittlerweile konnte er ja bereits in vereinzelten Kleinrollen überzeugen. Alles in Allem könnte das was werden.


Das Timelapse-Video Worn Out von Ryan Kothe zeigt diverse Gegenstände, die im Lauf der Zeit schlichtweg zerfallen. Hat irgendwie etwas Schönes, irgendwie aber auch etwas Beunruhigendes.


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Klar, wirklich neu ist die Idee nicht mehr, aber dennoch ist es schön anzuschauen, wenn eine hübsche Frau in Weihnachtskostüm für einen Minute um Minute die Zeit händisch aufmalt. Äußerst selbstlos.
Der New Yorker Fotograf Bobby Neel Adams verbindet in seiner Reihe Age Maps Kindheitsportraits gekonnt mit den aktuellen Erwachsenen und lässt dabei frankensteinlich gruselige Zeitraumkontinuumwesen entstehen. Irgendwie creepy.
