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Für manche neu, für andere Alltag

Die perfekte Home-Office-Einrichtung?

@WorkLifestyle
Maik - 05.02.22 - 6:56
Die perfekte Home-Office-Einrichtung? home-office

Home Office. Was vor wenigen Jahren noch als seltsam anmutendes Buzzword von hippen Start-ups aus Berlin angesehen war, ist seit 2020 plötzlich im allgemeinen Sprachgebrauch und Verständnis angelangt. Wobei, sucht man auf Wikipedia danach, findet man einen Artikel zur „Telearbeit“ – das ist mir tatsächlich neu… Aber gut, das rührt wohl daher, dass man früher eben „mobile Arbeit“ oder „Mobilarbeit“ dazu genannt hat, was über die Nutzung von Telekommunikationsgeräten ermöglicht worden ist. Ergo: Telearbeit. Klingt aber eher wie Televoting oder so – halt altbacken und nicht mehr ganz zeitgemäß. Für den umgangssprachlichen Gebrauch hat sich dann aber der aus dem Englischen entlehnte Begriff „Homeoffice“ oder „Home-Office“ ergeben. Der sagt dann ironischerweise eigentlich das Gegenteil von „unterwegs arbeiten“ aus, ist man doch höchstens vom Schlafzimmer bis ins Arbeitszimmer unterwegs – so man denn überhaupt eines hat!

Selbständige fühlen sich verstanden

Im Zuge der Coronavirus-Pandemie und der ersten Welle der Selbstisolation und Kontaktsperren wurden viele erstmals zur Home-Office-Arbeit gezwungen. Damit meine ich sowohl Angestellte als auch Unternehmen. Bisweilen hat sich das Stigma bei Arbeitgeber:innen festgesetzt gehabt, dass Leute im Home Office doch nur mit halber Kraft arbeiten, ständig abgelenkt sind und andere Dinge machen. Das mag bei einigen Leuten und Situationen stimmen, aber ganz ehrlich, nur das Nötigste machen, kriegen die auch gut im Büro hin. Und dafür fallen ja auch einige entnervende oder zeitraubende Dinge weg. Kaffeekränzchen mit den Kolleg:innen, Ablenkungen vor Ort, der Arbeitsweg, und so weiter.

Viele haben zu Beginn die erzwungene Veränderung moniert. Alles sei anders, man würde kaum noch das Haus verlassen und es sei so schwer, sich daheim zu motivieren. Ob damit nun das Arbeiten selbst oder das Anziehen einer vernünftigen Hose gemeint sei… Für viele, die wie ich, selbständig arbeiten, hat sich die Umstellung natürlich nicht wirklich bemerkbar gemacht. Seit Anfang 2014 arbeite ich von Zuhause aus. Ich kann mich allerdings noch gut an meine Umgewöhnungsphase erinnern. Der fehlende Arbeitsweg spart Zeit, verringert aber auch die Bewegung und den Anteil an frischer Luft. Für das frühe Aufstehen und Einhalten von Arbeitsstrukturen bedarf es eine gewisse Selbstdisziplin. Aber das ist alles erlernbar. Dazu gehört aber auch, dass man sich ein entsprechendes „Home Office“ schafft!

Die richtige Home-Office-Einrichtung

Ich schreibe hier bewusst nicht von „Ausstattung“, da es im technischen Bereich eigentlich egal ist, was man sich zulegt, bzw. es auch einfach zu individuell verschieden ist, was die Leute jeweils für ihren speziellen Job nun gerade jeweils benötigen. Ich kann euch jetzt schreiben, dass ihr unbedingt diesen High-End-Computer, jenen Design-Bürostuhl, einen Schreibtisch von Maisons du Monde oder einen im Angebot befindlichen Drucker benötigt – aber wer weiß denn schon, was zu eurem Job und eurer Wohnung passt?! Hinterher müsst ihr nie etwas ausdrucken (was schon mal nicht das Verkehrteste wäre…).

Viel wichtiger ist meiner Meinung nach eh die psychologische Komponente. Mal eben ein paar Mails beantworten, das geht auch mit dem Laptop auf dem Schoß im Bett. Aber ein achtstündiger Arbeitstag? Nein. Damit tut ihr eurer Konzentration und vor allem eurem Körper nichts Gutes. Im Gegenteil. Ihr braucht ein vernünftiges Setup, das vor allem als fester und abgegrenzter Arbeitsplatz gilt. Zu Beginn dachten wir ja noch, nach zwei Wochen ist das alles vorbei, vermutlich sitzen noch immer Leute auf einem kleinen Hocker am Esstisch, weil man sich nie die Arbeit und Gedanken machen wollte, das vernünftig einzurichten. Ein fester Arbeitsplatz, der (bei bestehender langfristiger Home-Office-Arbeit) auch nur dazu genutzt wird, ist ideal. Jeden Abend abbauen, um dort essen zu können, um morgens wieder aufzubauen, ist kein optimales Szenario. Das geht natürlich nicht immer Platz-technisch, wäre aber halt ideal.

Die perfekte Home-Office-Einrichtung? home-office2

Auch solltet ihr räumlich-akustisch abgekoppelt sein, um von äußeren Einflüssen abgeschottet arbeiten zu können. Vernünftiger Stuhl, vernünftige Tisch-Oberfläche, passendes Equipment – fertsch. Aber eben nicht inmitten vom Frühstücks-Brettchen und der Abend-Unterhaltung. Setzt euch an einen anderen Ort, wenn ihr esst oder eurer Freizeit nachgeht. Koppelt den Arbeits-Spot vom restlichen Leben, dann ist das auch psychisch voneinander getrennt. Es soll ja auch Leute geben, die (vor der Pandemie…) morgens erstmal eine Runde mit der Tram fahren, um eine psychologische Trennung von Privat- und Arbeitsleben zu haben (und sich vor allem einen Kaffee zu holen…).

Kleine Dinge haben überraschend große Auswirkungen, die man teilweise auch gar nicht unbedingt direkt bewusst wahrnimmt, aber das Arbeiten in den eigenen vier Wänden deutlich angenehmer gestaltet. Gestalten solltet ihr diesen Bereich auch! Aufgeräumt und angenehm. Dann fühlt man sich wohl. Denn was für das Wohnen gilt, gilt auch für das Arbeiten im Wohnbereich. Und ja, am Ende gehört dazu auch technisches Equipment, damit meine ich aber eher eine vernünftige Ausleuchtung und andere Dinge, die das Arbeitsleben möglichst gesundheits-orientiert gestalten.

Home Office endlich als Arbeitsweise akzeptiert!

Ja, diese Pandemie nervt uns alle und ist insgesamt eher als negative Entwicklung der Zeitgeschichte zu bewerten, logisch. Aber das ein oder andere Positive kann man dann doch aus ihr herausziehen. Sei es die zwischenzeitlich vernommene Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit, als alle wirklich noch dachten, wie säßen im gleichem Boot und kämen da zusammen durch. Wäre ja auch so, wenn das wirklich alle so denken und vor allem machen würden… Aber das ist ein anderes Thema.

Das Thema Home Office hat sich jedenfalls etabliert. Notgedrungen zwar, aber nicht nur haben etliche Arbeitnehmer:innen gemerkt, dass man von Zuhause durchaus arbeiten kann, nein, vor allem die Unternehmen, dass auch dann die Arbeit gemacht wird. Natürlich fehlt der zwischenmenschliche Kontakt und etliche Leute haben entweder von den Räumlichkeiten oder der familiären Situation (Kinder!) keine Möglichkeit, konzentriert von Zuhause zu arbeiten und wollen unbedingt ins Büro – alles gut, ist nur fair. Und es gibt ja auch noch etliche Berufe, die gar nicht im Home Office ausgeübt werden können (wobei, das kann ja selbst die Rallye-Fahrerin…). Aber eine gewisse Akzeptanz und Erfahrung ist gegeben, so dass in Zukunft Firmen eben auch mit einem gewissen Home-Office-Pensum aufwarten müssen, um attraktiv zu sein. Das soll ja dann auch endlich gesetzlich festgezurrt werden, nachdem bislang eigentlich kein wirklicher Rechtsanspruch existiert.

Am Ende gibt es wie für alle Dinge Vor- und Nachteile. Wenn man allerdings im Home Office arbeiten muss, ist ja schon mal gut, wenn man auch darauf eingestellt ist, um angenehm arbeiten zu können. Und letztlich geht es doch einfach nur darum, die freie Wahl und etwas mehr Flexibilität zu besitzen. Dann kann jede:r für sich selbst entscheiden, was gut für einen ist.

Bilder: Unsplash (Collov Home Design & Andrew Neel)

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