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In Kooperation mit Sascha Liehr

Gaming unter der Lupe: So fördern Computerspiele das Gehirn

Maik - 12.08.21 - 6:29
Gaming unter der Lupe: So fördern Computerspiele das Gehirn Gaming-Unsplash

[Dieser Beitrag wurde von Sascha Liehr verfasst.]

Negativ behaftete Klischees, rund um das Zocken von Videospielen und die Gamingwelt halten sich beständig. Doch selbst, wenn sie natürlich auf einzelne Personen zutreffen können, gelten sie längst nicht für die Allgemeinheit der Spieler. Tatsächlich hat es zahlreiche Forschungsansätze gegeben, die aufzeigen, dass Gaming das Gehirn in verschiedenen Aspekten fördern kann.

Gaming ist besser als sein Ruf

Rund ums Gaming herrschen zahlreiche Klischees vor. Dazu gehört beispielsweise die Annahme, Gamer seien faul und ungebildet. Auch wird leidenschaftlichen Zockern oftmals nachgesagt, sie würden zurückgezogen leben und keine Menschen mögen. Diese Klischees werden jedoch in immer größerem Umfang auf wissenschaftlicher Ebene widerlegt: Tatsächlich fördert das Spielen zahlreiche Fähigkeiten, so beispielsweise werden kognitive Fertigkeiten geschult.

Computerspiele können Sehkraft und Koordination fördern

Computerspiele haben erwiesenermaßen einen Einfluss auf die Motorik des Gamers. Im Fokus steht hier die Augen-Hand-Koordination. Natürlich tritt dieser Vorteil nicht bei allen Spieltypen zutage, doch schnelle Games fördern die Augen-Hand-Hirn-Verbindung.

Der Mensch muss beim Gaming mit den Augen sehr rasch Reize erkennen und aufnehmen, zugleich aber direkt per Hand darauf reagieren. Da Tastatur oder Joystick nicht im direkten Blickwinkel liegen, müssen neue Verknüpfungen geschaffen werden. Mit der Zeit ist die Koordination von Sehen und Agieren so stark, dass Gamer in Reaktionstests deutlich besser abschneiden als Personen, die nicht regelmäßig spielen.

Nervenkitzel daheim: Der sichere Reiz für das Belohnungssystem

In andere Welten eintauchen und Dinge erleben, die man sonst nie wagen würde. Auch das schaffen Videospiele. Sei es, in rasanten Formel-1-Flitzern zu hocken oder als Lara Croft durch exotische Höhlen zu springen. Videospiele können Situationen simulieren, die im realen Leben verdammt gefährlich sind. Durch den Reiz des Risikos wird Dopamin freigesetzt, das als stimmungsaufhellendes und glücklich machendes Hormon bekannt ist. Geht es auch noch um etwas – das entscheidende Final-Spiel bei einem „Fifa“-Turnier, eine Wette mit Freunden oder ein Live-Glücksspiel – wird zudem eine Adrenalinausschüttung geschaffen, welche die glücklich machende Wirkung im Endeffekt noch verstärkt. Das ist (in extremen Situationen) mit Extremsport vergleichbar. Ob Freeclimbing, Bungee-Jumping oder Fallschirmspringen: Im Körper laufen dieselben chemischen Prozesse ab.

Während Extremsportarten gefährlich sein können, ist zum Beispiel die Suche nach dem Adrenalinkick beim Glücksspiel eine weitaus harmlosere und sicherere Möglichkeit, das Belohnungssystem anzuregen (auch wenn es natürlich finanzielle Risiken birgt). Durch die Verbreitung renommierter Anbieter ist es zudem inzwischen problemlos möglich, auf einen seriösen Online Casino Bonus und dementsprechend auf Sicherheit Wert zu legen, ohne auf den beliebten Nervenkitzel verzichten zu müssen.

Bessere Konzentrationsfähigkeit und Problemlösungskompetenz

Der Alltag ist zwar oft mit Problemen gepflastert, doch Computerspieler lernen direkt und situationsbedingt auf verschiedene Probleme einzugehen und diese zu lösen. Damit dies gelingt, ist eine hohe Konzentration notwendig. Diese Vorteile des Gaming sind spielübergreifend und treffen auf Kartenspiele ebenso zu wie auf Action-Games zu. Bei hoher Konzentration werden Probleme erkannt, gelöst und es wird direkt gehandelt.
Es ist durchaus der Fall, dass passionierte Gamer auf Probleme im Alltag ähnlich gut und schnell reagieren, da ihr Hirn durch das Spielen darauf gepolt ist, eine hohe Problemlösungskompetenz zu entwickeln. Auch das Zocken in Arbeitspausen kann die Konzentrationsfähigkeit wieder steigern, da das Gehirn aktiv gefordert wird.

PISA-Studie: Gamer haben bessere Noten in Naturwissenschaften

Die PISA-Studie ist in Deutschland regelmäßig ein erheblicher Dämpfer. Doch lässt sich feststellen, dass Gamer in einigen Bereichen bessere Noten als der Durchschnitt haben: Gemeint sind die Naturwissenschaften. Forscher fanden heraus, dass durch das häufige Spielen vorausschauendes und taktisches Denken geschult wird sowie das Vorstellen und Verstehen von Modellen. All diese Eigenschaften, die beispielsweise bei „Call of Duty“ gefragt sind, kommen in den naturwissenschaftlichen Fächern indirekt so zum Vorschein, dass sie einen positiven Einfluss auf die Noten haben können.

Besseres Leseverständnis und räumliches Denken

Actionspiele erfordern vom Spieler in den meisten Fällen räumliches Denken. Es sind nicht unbedingt dreidimensionale Spiele gefragt, auch die üblichen Computerspiele sprechen das räumliche Denken an: Der Spieler muss einschätzen können, an welcher Stelle eines Raums der Gegner steht oder mit welchen Bewegungen er sich in dem Raum über Hürden bewegen muss.
Auch das Leseverständnis wird durch das Spielen verbessert: Das generelle Verständnis hängt wieder mit der Augen-Hirn-Kombination zusammen. Je stärker die Verknüpfung ist, desto schneller können Informationen aufgenommen werden. Dies trifft auch auf das Leseverständnis zu, wenngleich dieses mittels Textaufgaben in Spielen natürlich noch zusätzlich geschult werden kann.

Gaming unter der Lupe: So fördern Computerspiele das Gehirn tastatur-unsplash

Inhibition am Computer erlernen

Die Inhibition, auch bekannt als Selbstbeherrschung, wird automatisch bei jedem Spiel trainiert. Gamer müssen sich im Griff haben und die Ruhe bewahren, um einen Titel durchzuspielen, andernfalls verlieren sie.

Wie stark die Inhibition über Computerspiele trainiert werden kann, zeigen Versuche mit Suchtkranken. Forscher des Krankenhauses Hamburg-Eppendorf machten eine Versuchsreihe und stellten nach acht Wochen fest, dass Suchtkranke mit fünfzehn Minuten konzentriertem Spiel den Suchtdruck massiv senken konnten. Für diesen Test wurden jedoch keine echten Computerspiele eingesetzt, sondern ein Spiel gewählt, in dem die Probanden zwischen erlaubten und verbotenen Objekten wählen mussten.

Mit Computerspielen gegen Demenz

Computerspiele machen nicht nur produktiv und kreativ, sondern können auch gegen Demenz helfen. Mit speziellen Computerspielen lässt sich der Abbau von Gehirnarealen verlangsamen oder gar stoppen. Dies fanden Wissenschaftlern in entsprechenden Studien heraus. Gerade bei Demenzerkrankungen ist die Förderung der Betroffenen enorm wichtig und mit angepassten Spielen können diese sogar eigenständig trainieren. Die älteste „Gamer-Grandma“ ist die 90jährige Hamako Mori, die auf YouTube über die von ihr gezockten Videospiele berichtet.

Sprachkenntnisse im MMORPG erwerben

Die meisten Gamer wissen es: Englisch und andere Sprachen lernt man nicht nur in der Schule. Wo dort nämlich Vokabeln gepaukt werden, wird der reale Umgang mit der Sprache unter anderem in Online-Rollenspielen geprobt. Spiel, Spaß und das Lernen vermischen sich optimal. So helfen MMORPGs bei der Vertiefung von Sprachkenntnissen, da diese tatsächliche Anwendung finden.

Soziale Kompetenz durch Interaktion im Computerspiel

Auch sie wird automatisch gestärkt, wobei hier Mehrspieler-Games im Fokus stehen. Ein Beispiel: In einem Schlachtspiel muss ein Angriff geplant werden. Dazu ist Interaktion, aber auch die soziale Kompetenz notwendig, denn ein Spieler muss auf Mitspieler eingehen und sie auf den Kampf einstimmen und eventuell anführen. Um in einem Spiel mit mehreren Teilnehmern im Team zu gewinnen, muss man sich also bestmöglich absprechen. Und dies lässt sich auch im realen Leben nutzen.

Mit freundlicher Unterstützung von Sascha Liehr. | Bilder: JESHOOTS.COM + Mateo Vrbs (Unsplash.com) | Glücksspiel kann süchtig machen. Infos und Hilfe unter www.bzga.de

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