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In Kooperation mit Ramune Jagelaviciute

Popkultur: Ein Phänomen im Wandel der Zeit

Lifestyle
Maik - 02.10.21 - 6:59
Popkultur: Ein Phänomen im Wandel der Zeit Graffiti-pixabay

[Dieser Beitrag wurde von Ramune Jagelaviciute verfasst.]

Die Popkultur prägt unser aller Leben – und das mehr als wir ahnen. Sie versteckt sich überall und jederzeit: In der Musik, im Sport, in der Literatur, in den Medien und sogar in der Mode. Eine andere Bezeichnung für diesen Begriff ist „Massenkultur“, aber das klingt fast schon entwertend angesichts der Fantasie und Vielfalt, die hinter diesem schillernden Phänomen steckt, das unseren Alltag so intensiv belebt und neu erfindet. Die Popkultur ist außerdem ungemein vernetzt und hat eine lange Tradition, auf die wir nun gemeinsam einen Blick werfen möchten.

Alles ist so schön vernetzt…

Damals nannte man die Populärkultur noch Volkskultur, die Ausdrucksweise ist heute aber deutlich neutraler geworden. Vielleicht runzelt jetzt der eine oder andere die Stirn, weil es sich eben nicht um eine klassisch kulturelle, fast schon elitäre Performance handelt, sondern um schnöde Alltagskultur. Um so interessanter ist die Popkultur aber für uns Normalos, die förmlich Tag für Tag darin baden, ohne sich zwangsweise darüber bewusst zu sein. Wenn irgendwo ein Radio läuft, jemand am Handy ein Spielchen spielt oder eine Unterhaltungsshow auf dem Fernseher flimmert, dann ist sie da, die Popkultur. Und auch in der Belletristik springt sie uns förmlich entgegen, sogar in der Werbung und natürlich auch in den sozialen Medien – man könnte sogar behaupten, dass Instagram eine ganz eigene Popkultur darstellt.

Außerdem sei gesagt: Die Unterhaltung prägt die Popkultur und die Popkultur prägt die Unterhaltung; alles hat mit allem irgendwie zu tun, merkt man beim genaueren Hinsehen. Filme sind zum Beispiel mit Musik verknüpft, mit Spielen, sogar mit Tänzen und bestimmten Sprüchen, die längst zu Memes geworden sind. Selbst die Casino-Branche steckt mitten in diesem dicht gewebten Netz der Interdependenz: Gerade die beliebten Online-Spielautomaten von Buchmachern wie Betano strotzen nur so vor Cameos, Gimmicks und Themen, die man bereits aus Kino und TV kennt. Hier werden Filmklassiker zu Slot Machines und Serienhelden zu Super-Boni mit gebrandeten Gewinnlinien – der Fantasie zur Weitervermarktung sind keine Grenzen gesetzt! Die Verflechtung der Popkultur bewirkt jedenfalls, dass sich der Ruhm eines Werkes auf andere Bereiche verteilt, um auch dort Gewinn einzubringen – Marketing-Experten wissen das natürlich gezielt zu nutzen.

Ein Blick zurück – und dann nach vorn

Früher gab’s das nicht? Doch, aber in viel geringeren Maßen. Volkslieder, Volkstänze und andere kulturelle Eigenheiten bestimmter Gruppen haben fast schon ewig lange Tradition: Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als die industrielle Revolution in ihre heißeste Phase ging, hatte sich eine breite Bürgergesellschaft gebildet, deren Wohlstand rasant wuchs. Bildung war zumindest im Westen plötzlich für fast alle da – und die Sehnsucht nach kultureller Erfüllung stieg. Immer neue Subkulturen kamen auf, wurden zunächst von der Allgemeinheit geächtet und schließlich zur verbreiteten Mode, zur Popkultur. Während der Rock’n’Roll und Mini-Rock für uns heute völlig normal sind, waren sie in damaligen Zeiten noch Beispiele für böse Tabubrüche, die sich erst etablieren mussten.

Popkultur: Ein Phänomen im Wandel der Zeit girls-pixabay

Große Umschwünge in der Popkultur gingen in den letzten Jahren und Jahrzehnten meist von der Jugend aus. Spießig gewordene Konventionen brechen, neue Perspektiven suchen, nach Freiheit streben – und das länderübergreifend, oft bis in den letzten Winkel der Erde. Diejenigen, die sich dagegen sträuben, werden förmlich überrollt, bis die Revolution zum Mainstream wird und nicht mehr aneckt. Dann muss wieder etwas Neues her, etwas, das die Gesellschaft aus der Lethargie reißt, vielleicht sogar schockiert – und der Kreislauf beginnt von neuem. Mittlerweile scheinen jedoch sämtliche Tabus gebrochen und fast alle Wege gegangen zu sein. Die physische Popkultur plätschert vor sich hin – und wir mit ihr.

Abhilfe schafft der digitale Raum. Im Internet hat sich in den letzten Jahren viel getan, dort gab es einen Aufbruch nach dem anderen. Kleine Blogger wuchsen urplötzlich zu weltberühmten Influencern auf Instagram heran und der Nachbar machte auf YouTube seinen eigenen Kanal auf. Und obwohl auch das inzwischen fast schon zur Gewohnheit geworden ist, lässt sich nicht leugnen, dass das Internet unsere heutige Popkultur entscheidend mitbestimmt. Was auf Twitter „trendet“ und „retweetet“ wird, darum dreht sich die Welt – zumindest beschleicht einen manchmal das Gefühl, als ob derartige Anglizismen unseren Alltag bereits gänzlich übernommen hätten.

Bestes Beispiel dafür ist Rick Astley, Star der 80er und Texter von „Never Gonna Give You Up“, ein Titel, für den sich eigentlich kaum noch jemand interessierte, der aber durch das sogenannte „Rickrolling“, also das scherzhafte Weiterleiten einer anderen, ahnungslosen Person zum Musikvideo von Astley, förmlich wiederbelebt wurde: So gewann er im Jahr 2008 dank des Internets und einer Online-Abstimmung überraschend die Kategorie Best Act Ever der MTV Europe Music Awards. Wirklich ernst schienen ihn und seine Musik die zahlreichen neuen Hörer und Hörerinnen natürlich schon damals nicht zu nehmen, und das weiß Astley auch. Er surft er auf der Welle der ironischen Euphorie der Popkultur, wurde schon selbst Opfer eines „Rickrolls“ und lässt es sanft in seiner Kasse klingeln.

Wie man sieht, war und ist Popkultur wirklich überall. Was die Zukunft bringt, darüber lässt sich wie immer nur spekulieren. Man darf aber gespannt bleiben, was in ein paar Jahrzehnten als Mainstream und was als neue Revolution der Popkultur gelten wird.

Mit freundlicher Unterstützung von Ramune Jagelaviciute. | Bilder: liks_digital & Victoria_Borodinova (Pixabay Licence) | Glücksspiel kann süchtig machen. Infos und Hilfe unter www.bzga.de

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