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Mikrotransaktionen, Handel, etc.

Wenn Videospiele zum eigenen Wirtschaftssystem werden

Games
Maik - 12.11.22 - 6:26
Wenn Videospiele zum eigenen Wirtschaftssystem werden gaming-wirtschaftssystem-marktplatz_unsplash

Videospiele sind toll. Das weiß ich seit über 30 Jahren, andere noch viel länger. Dabei haben sich Games nicht nur selbst enorm weiterentwickelt, sondern auch, was ihren Stellenwert in der Gesellschaft anbelangt. Gaming ist keine Nische mehr für kleine Kinder und Leute, die nicht erwachsen werden wollen. Videospiele sind heutzutage weitaus mehr als einfach nur „Daddeln“ – was gleichermaßen gut und irgendwie auch schade ist.

eSports: Gaming als Beruf

Das Hobby zum Beruf zu machen, ist ein absoluter Traum. Aber selbst der kann anstrengend werden, sobald man das Hobby ausüben MUSS. Wer professionell Videospiele spielen möchte, muss zudem verdammt viel spielen – immer und immer wieder das gleiche Spiel, was nicht nur langweilig sondern auch extrem mental fordernd sein kann. Dennoch dürften viele den Traum des eSports hegen und es ist schon ziemlich geil, dass aus der teils mit verdrehten Augen angeschauten Spiel-Nische ein ernstzunehmender Wettkampf-Kosmos entstanden ist. Natürlich letztlich nur möglich, weil Leute entdeckt haben, dass Geld in diesem Bereich steckt.

Die Kruks mit den Mikrotransaktionen

Das Wort dürfte man mittlerweile nicht mehr erklären müssen. Videospiele haben sich weg vom üblichen 60 70 80-Euro-Modell des Einmal-Kaufes entfernt und liefern lieber über mehrere Seasons Neuerungen an, die teilweise gratis sind aber teilweise eben auch gekauft werden müss – äh, können. Ob es jemanden wert ist, für ein digitales Bananenkostüm 2,99 Euro in einer Fabelwährung hinzulegen, sei jeder Person selbst überlassen, aber vor allem Kinder und Jugendliche werden so schnell in ein sehr kostenintenstives und vor allem unübersichtliches Bezahlmodell reingezogen, wie auch Jan Böhmermann in einer Ausgabe des „ZDF Magazin Royales“ besprochen hatte:

„Mikrotransaktionen? Klingt irgendwie langweilig. Interessant wird es dann, wenn der kleine Johannes für neun Wochen nicht mehr aus dem Jugendzimmer rauskommt und auf Papas Konto plötzlich 15.000 Euro via Paypal abgebucht werden. Immerhin bleibt uns noch EA mit Spielen wie FIFA. Einmal gekauft, endlos Spaß, ohne bodenlos Geld darin zu versenken. Oh, doch nicht?
FIFA ist wie Bodybuilding: Wer richtig was reißen will, der muss einfach ein bisschen tricksen. Nur statt Steroide kauft man sich Packs bei FIFA, um darin womöglich Ronaldo oder Messi zu haben. Oder geile Diamanten bei Merge Dragons. Stellt den Tetrapack-Eistee kalt, reißt euch ’ne Tüte Flips auf und schmeißt die Playsi an.“

Eigene Markt-Systeme

Hach, was waren das noch Zeiten, als man mit virtuellen Händlern oder anderen Spieler:innen gehandelt hat! Das geht tatsächlich noch immer in vielen Spielen, vor allem im Bereich der MMORPGs, aber selbst bei „Rocket League“ und Konsorten. Dabei bilden sich teilweise richtige eigene Ökosysteme mit Item-Wertverläufen und In-Game-Währungs-Angeboten. Ob ihr „World of Warcraft“ WotLK Gold günstig kaufen solltet, müsst ihr dann aber immer mit den Spielbestimmungen des Titels abgleichen – das kann gegen die Terms of Service verstoßen und zu Konsequenzen führen. Vor allem der (Ver)Kauf ganzer Spiel-Accounts sollte lieber nicht in Betracht gezogen werden. Aber das Auffinden gewünschter Items, die andere im Tausch oder gegen In-Game-Währung loswerden wollen – wieso nicht? Habe ich auch schon für „Rocket League“ gemacht, weil man im Spiel selbst einfach nicht mehr die Möglichkeit besaß, ein zeitlich begrenztes Item zu erwerben und mit etwas Glück zahlt man letztlich sogar etwas weniger – oder vielleicht gar nichts, da man nur einen guten alten Item-vs-Item-Tausch durchführt.

Beachtliche Evolution

Letztlich muss man die Entwicklung von Videospielen unter vielerlei Aspekten betrachten. Es ist großartig zu sehen, welchen Stellenwert Gaming mittlerweile in der Gesellschaft einnimmt. Die ersten Gamer:innen von früher sind mittlerweile erwachsen, so dass der Großteil der Gesellschaft mit Gaming aufgewachsen ist oder es zumindest ernst zu nehmend kennt. Das führt auch zu mehr tollen Spielen, mehr Inhalten und mehr Möglichkeiten.

Allerdings ist es halt wie so oft mit Dingen, die relevant und groß werden, auch weil damit Geld verdient werden kann. Es wird aufgebläht und auch negative Elemente halten Einzug. Wenn man sich dieser bewusst ist und für sich selbst objektiv einordnen kann, was einem ein Videospiel oder das Spielen allgemein wert ist, kann man sich aber in eine gigantische Welt fallen lassen und richtig viel Spaß haben.

Mit freundlicher Unterstützung von Eldorado.gg | Bild: regularguy.eth (Unsplash)

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