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Neue Kolumne von Junior-Bloggerin Livia

Gedanken einer 15-Jährigen: ‚Mein Kampf‘

Gedanken einer 15-Jährigen: 'Mein Kampf' gedanken-einer-15-jaehrigen-livia-2017

Das Fach Geschichte gehört absolut zu meinen Lieblingsfächern in der Schule. Passend dazu wird momentan sehr viel ein Thema diskutiert. Nämlich die Frage, soll die neue kritische Edition von „Hitler, Mein Kampf“ (Partnerlink) in den Schulunterricht eingebunden werden, oder nicht?

Das ist natürlich eine hochinteressante Frage und auch ein sehr schweres Thema. Auch bei uns Schülern geht die Meinung darüber sehr auseinander. Von „geht gar nicht“ bis „unbedingt notwendig“ ist alles dabei. Um mir eine Meinung bilden zu können, wollte ich erst einmal wissen, was die kritische Edition des Buches eigentlich ist.

Die kritische Edition ist eine wissenschaftlich kommentierte Ausgabe. Hier werden historische Fakten geordnet, der Entstehungskontext erklärt und mit den Ergebnissen der modernen Forschung verglichen. Einer der Herausgeber ist Dr. Thomas Vordermayer, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Ludwig-Maximilians-Universität München. Wie Dr. Vordermayer zu meiner Anfrage antwortete zeigt die neue kritische Edition vor allem eindrücklich, wie stark Hitlers Denken in Teilen des damaligen Zeitgeists verankert war und wie wenig Neues Hitler tatsächlich erdacht hat – im Gegensatz zu dem Anschein, den Hitler seinen Lesern vermitteln wollte.

Und genau das finde ich so spannend dabei. Es gibt jetzt also ein Buch, das alles was Hitler in „Mein Kampf“ geschrieben hat überprüft und alle Unwahrheiten aufdeckt. Hier kann man also mit wissenschaftlichen Begründungen lesen, wo Hitler gelogen hat, um die Leser bzw. die Menschen in der damaligen Zeit zu manipulieren. Andererseits ist „Mein Kampf“ natürlich kein Schulbuch und mit 1.966 Seiten auch viel zu umfangreich um in der Schule komplett gelesen zu werden und anschließend auch noch besprechen zu können, denn das Buch wäre ja nur ein weiterer Teil zum Unterricht.

Im Auftrag der bayrischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit hat Herr Prof. Dr. Ulrich Baumgärtner aus wissenschaftlicher Sicht versucht, die Frage hierzu mit dem Themenheft „Mein Kampf in der historisch-politischen Bildung“ zu beantworten bzw. aufzuzeigen, welche Themen zu welcher Jahrgangsstufe sinnvoll wären. Ich habe mir das Themenheft durchgelesen und darin sind schon super Beispiele über Hitlers Versuche, die Leser durch falsche Aussagen oder Beschönigungen seines Lebenslaufes zu manipulieren.

Ich als Schülerin fände es auf alle Fälle wünschenswert diese zusätzlichen Informationen zu bekommen. Alleine was ich in dem Themenheft von Herrn Dr. Baumgärtner gelesen habe, hat mir schon die Augen geöffnet. Es zeigt mir, dass der Mythos Hitler kein Mythos ist, sondern einfach nur krank aber auch berechnend. Meiner Meinung nach wäre es daher sinnvoll, eine Zusammenfassung der wichtigsten Themen aus der kritischen Edition als so einen Art „Schulversion“ davon zu machen. So kann man ungefiltert das lesen, was wichtig ist und mit geschichtlichen Fakten vergleichen.

Klar, das Thema ist jetzt nicht wirklich Mainstream, aber es gehört dennoch zu uns. Das ist nun mal unsere deutsche Geschichte. Es ist einfach auch wichtig, dass so etwas nie mehr passiert und dazu hilft meiner Meinung nur eines: Wissen! Denn genau wie die pakistanische Kinderrechtlerin und Nobelpreisträgerin Malala Yousafzai schon sagte, Bildung und Wissen sind die stärksten Waffen und können die Welt verändern. Und da bin ich genau ihrer Meinung.

Zusammenfassend würde ich also sagen, dass die kritische Edition von Hitlers „Mein Kampf“ für den Unterricht zwar hilfreich wäre aber einfach viel zu umfangreich ist und daher ist es für mich auch nicht für den Unterricht geeignet. Aber als zusätzliche Informationsquelle fände ich eine spezielle Zusammenfassung, zugeschnitten für die Ziele unseres Unterrichts für wirklich sinnvoll. Natürlich kann man die Menschen und die Probleme von 1933 nicht mit den Menschen und Problemen von 2017 vergleichen. Aber ich glaube, es geht dabei gar nicht darum zu vergleichen, sondern zu lernen, einfach kritischer durchs Leben zu gehen. Wenn ich mir jetzt die Welt mal so anschaue, kann das nicht schaden.

Junior-Bloggerin Livia (Website) aus München ist trotz ihrer jungen Jahre bereits eine alte Häsin hier. Als Erste Kolumnisten ist sie bereits seit September 2015 hier aktiv und schreibt monatlich über gesellschaftliche Dinge aus der Sicht einer modernen Jugendlichen.

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