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Müll der Gesellschaft

Coronaferien #11: Saustall

Coronaferien #11: Saustall coronaferien-saustall

An meinem unlängst erlebten schlechten Tag, man siehe “Coronaferien #8: LMAA”, habe ich erwähnt, dass mir unter anderem der Müll auf den Straßen die Laune kräftig verdorben hat. Das ist mir sogar einen Beitrag wert.

“Klimawandel fällt ja dank Corona aus. Stand vorher soviel in den Nachrichten und nun ist es ruhiger geworden. Das passt mir gut, dann kann ich endlich wieder ungeniert meinen Müll in die Natur werfen. Ach, was rede ich denn da. Hab ich doch gar nicht mit aufgehört”. Das, meine Damen und Herren, war der innere Monolog vieler Zeitgenossen, die ihre ganz eigene Logik entwickelt haben. Die anderen sind da einfacher gestrickt, die sagen: “Mir doch egal!”. Das ist wenigstens ehrlich. Völlig beschissen, aber ehrlich.

“Pass auf! Nicht da rein treten!” ist das Mantra auf unseren Spaziergängen. Nicht nur, dass der verkackte Drecksmüll ja sowieso schon überall rumliegt, nein, jetzt sammeln sich noch zusätzlich Einweghandschuhe und Mundschutzmasken aller Farben und Formen in den Ecken. Ach und Feuchttücher, die das darauf entladene Desinfektionsmittel noch ausdünsten. Daher sind sie wenigstens leicht zu umgehen. Brennt bei euch eigentlich der Baum? Dass die Umwelt vielen am Arsch vorbeigeht ist keine neue Info. Aber jetzt, wo alle sich gegen Infektionen schützen wollen, werft ihr Kacknasen euren möglicherweise verseuchten Mist in die Walachei. Alle latschen da durch und Hunde schnüffeln mit ihren Nasen darin rum. Wunderbar… Werft ihr Zuhause auch der armen Mutti die verrotzen Taschentücher vor die Füße oder kackt auf den Teppich? Oder ist es bei euch sauber, weil alles draußen liegt? Man könnte meinen, dass das mit dem Müll auf der Straße besser wird, wo doch alle Zuhause bleiben sollten. Offensichtlich weit gefehlt… Vermutlich hatten alle zu viel Zeit zum Ausmisten oder, um ihren Mülleimer anzustarren. Raus mit dem Mist!

Und es ist nicht so, als würde es keine öffentlichen Mülleimer geben. Bei uns stehen an allen Ecken welche. Zielgenau liegen die eingerissenen Hausmülltüten auf der Hälfte der Strecke dazwischen. Oder mein persönlicher Favorit: Mülltonnen abfackeln. Es ist erstaunlich, wie wenig von so einer riesigen Tonne am Ende übrig bleibt. Schade, dass von dem giftigen Qualm nicht nur die zündelnden Bratzen etwas abbekommen.

Ich frage mich, wie so ein Gelber-Sack-Irgendwo-Entsorger das macht. Wirft er sich den Sack wie der Weihnachtsmann über die Schulter? Hofft er dann, dass sich keiner wundert, wenn er damit durch die Gegend flaniert? Und geht er irgendwo hin, wo er sonst nicht vorbeikommt? Damit man später nicht immer am eigenen Delikt vorbei latschen muss? Ist vielleicht eine gute Idee, dann kann man sich wenigstens weiterhin über den Müll der anderen aufregen. Ein schlechtes Gewissen wird ja wohl nicht vorzufinden sein. Aber Ratten. Jede Menge Ratten… Aber wozu gibt es Giftköder, oder? Also, weitermachen!

Für alle besorgten Eltern: Die Kinder sind übrigens nicht im Raum. Es konnten also ganz hemmungslos Schimpfwörter gebraucht werden. Aber selbst wenn, sie würden wahrscheinlich ähnlich ihren Unmut kundtun. Zu Recht!

#filtheverywhere
#stayhome
#staysafe

Mother of two Dragons, Wahl-Hanseatin und Liebhaberin des geschriebenen Wortes und des Bingewatchings. Schreibt auch für sAWE.tv.

3 Kommentare

  1. Buddi says:

    Grossartig :D und danke… hätte es nicht besser schreiben/formulieren können! Die Beiträge von Susanne sind ja sowieso immer der Hammer, aber dieser ist on-top!

  2. Susanne says:

    Hallo Buddi,
    das freut mich doch, dass es tatsächlich Leute gibt, die meine Artikel lesen und sich sogar die Zeit nehmen einen Kommentar zu schreiben! 😊
    Danke für das Lob! Das bedeutet mir viel! 🥰

    Liebe Grüße,
    Susanne

  3. Pingback: Lesenswerte Links – Kalenderwoche 21 in 2020 |

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