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Craft & Bier & Enttäuschung

Meine Woche (49)

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Tja, so ist das manchmal mit der Vorfreude. Zu viel wappnet dich vor Enttäuschung nicht und so kommt man von einem Haar in der Suppe zum nächsten, bis man sich zu einer ausgewachsenen Perücke hoch-echauffiert hat. Nein, ganz so schlimm war es nicht, aber unseren Samstag hatte ich mir insgesamt irgendwie anders vorgestellt…

Die letzte Woche

Aber der Reihe nach. Irgendwie wollte diese Woche nämlich allgemein nicht so mit Highlights aufwarten. Ja, wir haben uns zwei Mal ins Freibad geschleppt und ich habe mein inneres Schulterklopfen gar mit einer Runde Joggen (also Pokémon-Fangen im Schnelldurchlauf…) intensiviert, aber sonst stand viel Home Office auf dem Programm.

Dienstag aber eben auch ganz kleines Theater. „Wörter und Körper“ stand mit seiner Abschluss-Vorstellung auf dem Programm und wir hatten uns noch gewundert, dass es am Mittag der Vorführung noch Karten gibt und diese mit neun Euro sogar recht bezahlbar sind. Das hatte aber auch seinen Grunde, wie sich nach den ersten Worten einer Darstellerin zeigte, bei denen wir uns nicht sicher waren, ob der stark russische Akzent nun gespielt sei oder nicht. Aber nein, es war eine VHS-unterstützte Spielgruppe, die unterschiedliche Sprachen und Dialekte zusammen führt. An sich eine super Sache, auf Dauer war es anstrengend, der Artikel durcheinander werfenden und nuschelnden Hauptdarstellerin zuzuhören – und das Stück hat nun auch nicht vor Unterhaltungswert gestrotzt. Eine kleine Enttäuschungs-Vorbereitung…

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Wie letzte Woche angekündigt, hatte ich mich sehr auf das erste „Craft & Bier“-Festival hier in Augsburg gefreut. Dabei wurde folgendes Angeteasert:

„… mit über 20 Brauereien, Brennereien und Foodstations“

Ich hatte die Tage davor sehr diszipliniert gegessen und mich auf einen „fies-fettrigen-Futter-Abend“ gefreut – aber nix da…

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Tjoa, und so wie dort oben sah es dann aus. Am Samstagabend, dem ersten von anderthalb Tagen, war es mehr so semi-voll. Das KÖNNTE am Eintritt von horrend-hohen 10 Euro liegen. Aber okay – dafür gab es ja sechs superdufte Gutscheine. Vier davon waren für jeweilige Bier-Spezialitäten an den Ständen der Brauereien (bzw. meist nur genau einen Schluck davon!), zwei für Essen. Ein Mal Nachos, ein Mal Beef Jerky. Letzteres war nichts für mein vegetarisches Lieblingsmädchen, also erst zu den Nachos. Da durften wir zwar zwischen zwei Sorten wählen, aber jeder von uns hat dann abgezählte drei(!) fucking Nachos auf die offene Handfläche gelegt bekommen. Ohne Dipp. Hooray… Aber immerhin, denn beim überteuerten Beef Jerky habe ich tatsächlich ein Stück je Sorte testen dürfen. Ähm, Hunger?!?!

Und die Essens-Situation blieb schauderlich. Beim Rundgang, den wir uns irgendwie als „wir schauen mal, was für Schlemmereien es alle gibt“-Qual der Wahl vorgestellt hatten, haben wir genau einen Stand gesehen: Burger. An sich nicht schlecht, aber sagte ich bereits, dass meine Freundin Vegetarierin ist? Mittlerweile war es aber kurz davor, dass sie Vegetarierinnen isst… Wir erspähten aber noch, dass die dort auch Pizza haben, von der die Hälfte des nicht wirklich motiviert „belegten“ Bleches Magharita war. Also stellten wir uns an und ich blickte auf die im Fett brutzelnden Rindfleisch-Patties, den schmelzenden Käse, den blitzenden Bacon und war mir sicher – Burger!

„Keine Burger mehr!“ rief der Thekenmann am Burgerstand. Als ich ihn fragte, wieso, es seien doch gleich geschätzte 20 Burger fertig, meinte er nur, dass das Catering sei – schon bestellt und geht an wen anders. Bitte was?! Dann machen die das vor unseren Augen und man selbst bekommt ein billiges Stück Mittelklasse-Pizza für 3,50 Euro und das war ALLES an diesem ganzen Festival? Plus Wartezeit, weil das natürlich alle „wollten“, aber die mit den Blechen nicht hinterher kamen. Das war deutlich dramatischer als das Theaterstück vom Dienstag…

Aber okay, es gab ja noch Alkohol. Den spürte ich neben Magengrummeln (durch Hunger und Wut) mittlerweile recht ordentlich. Aber es gab durchaus leckere Sorten zu probieren und vor allem die „3x 2cl für 2€“-Aktion am Cider-Stand hat uns fruchterlich bespaßt. Aber irgendwann waren wir nur noch gelangweilt und sauer, ob des überteuerten Eintrittspreises, der ausbaufähigen Organisation und dem fehlenden Futter. Also habe ich noch 40g Pepper-Beef vom Jerky-Stand gekauft und wir sind feiern gegangen.

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Der Burger-Laden auf dem Weg hat uns dezent mit einem „wir schließen gleich, sorry“ raus gekegelt, bei unserer designierten Ziel-Bar gab es aber noch Pizza. Zwar mittelstufig angebrannt, aber ich will mal nicht meckern… Denn dazu hatte ich gar keine Zeit, mussten wir uns doch darüber aufregen, dass wir aufgrund des „Du tanzt mich mal“-Themenabends mit „Indie, Alternative, 90er und Hip Hop“ da waren, aber nur Elektro und Rap vom teils gar nicht am Pult stehenden DJ gespielt wurden. Nach anderthalb Stunden und einer verlorenen Kicker-Partie sind wir in den Rock-Schuppen gegenüber, wo uns ein Novum ereilte: Wir haben die Anzahl der Gäste mit einem Schlag um 25 Prozent gesteigert.

Zwischenzeitlich waren wir zwei von acht Personen im ganzen(!) Laden. Inklusive DJ und Barkeeper. Immerhin hatten wir so die Tanzfläche zwischenzeitlich für uns allein und der „Dance like nobobies watching“-Moment trat ein, weil: war ja so. Als dann aber kurioserweise die 08/15-Aneinanderreihung von Klischee-Rock Songs aufkam, die man eigentlich bei der Mainstream-Party gegenüber erwartet hätte, trat neuerliche Enttäuschung auf. Ihr kennt sie sicher auch, diese unabdingbare Kette von Nirvanas Smells Like Teen Spirit über Rage Against The Machines Killing In The Name bis Blurs Song Two. Als wir dann das Ratespiel gemacht haben, welcher Song denn wohl als nächstes kommt und ich eine halbe Sekunde, bevor es wirklich ertönte ein „Cut my live into pieces…“ in den Raum rufte, konnten wir nicht mehr vor Lachen und Trauer. Wieso nur? Wieso nur müssen diese Klassiker zum einen derart durchgenudelt werden, dass man sich nicht mehr an ihnen erfreuen kann, zum anderen aber auch immer in einer Reihe gespielt werden? Lernt man das im VHS-Kurs „Als DJ die Massen zum Kochen bringen“? Wir sind jedenfalls kurz darauf gegangen. Enttäuscht, dass der Abend irgendwie nicht lief, wie wir dachten. Und doch waren wir erst gegen halb Drei im Bett und haben eine nette Samstagabend-Story zu erzählen. Und geht es nicht eigentlich genau um das? Erlebnisse? Also war es wohl doch ganz gut. Irgendwie.

Darauf freue ich mich!

August! Oh mein Gott, es ist schon fast August… Jedenfalls gibt es die einzige August-Woche ohne größere Reisereien, was quasi den Beginn meines Endspurts für das große „Geheimprojekt“ bedeutet. Mist, so langsam höre ich dir ablaufende Uhr im Hinterkopf. Es soll aber auch noch Zeit für eine Sneak Peek am Dienstag bleiben und wir haben da von einer Indie Rock-Party am Samstag gehört. Mal schauen, ob wir das Wagnis eingehen werden. Jetzt muss ich aber erst einmal versuchen, aus diversen Zutaten ein Sonntagsgericht zu zimmern. Wish me luck!

2 Kommentare

  1. Peter says:

    Wäre ich auf dem „Festival“ in dieser Essens/Nicht-Essens-Situation gewesen, hätte man am Tag danach in der Zeitung gelesen. Irgendwas wie „Irrer 36jähringer frisst Standdeko und verprügelt anschließend Burgerbrater mit angebrannter Pizza“.

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