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Alleine mit der Angst im Gepäck

Review – Alien: Isolation

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1979 hat Ridley Scott sich mit Alien ein filmisches Denkmal geschaffen. 35 Jahre später bringt SEGA mit Alien: Isolation eine Videospieladaption des Weltall-Survival-Horrorstreifens auf so ziemlich alle Systeme, das die bedrohliche Atmosphäre der Filmvorlage erschreckend gut übermittelt. Ich habe das Spiel einige Stunden lang getestet.


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Und nein, in Alien: Isolation spielen wir nicht etwa den ersten Teil der Filmreihe nach. Wir steuern Amanda Ripley, die Tochter von Ellen. Alles spielt 15 Jahre nach den Geschehnissen auf der Nostromo. Allerdings gibt es neue Befunde, die uns als tolle Tochter, die wir nunmal sind, auf der Suche nach Informationen über Mutti und ihr Verbleiben gehen lässt. Natürlich schaffen wir es relativ fix, sämtliche Reisebegleiter zu verlieren, so dass wir den Großteil des Spiels alleine sind. Ach ja, bis auf den Xenomorph, der alle umbringen möchte.

Das Spiel mit der Angst

Am besten wirkt A:I wohl, wenn man es einfach jemandem in die Hand drückt, nicht sagt, wie das Spielprinzip ist, und drauf los spielen lässt. Ich wusste jedoch bereits vorab, dass es sich um ein Survival-Spiel handelt, bei dem man deutlich unterlegen ist und das ungemein tückisch sein soll. Bereits im Ladescreen motivieren einen Hinweise wie „Schächte können zum verstecken dienen, langfristig hilft das jedoch nicht“, „Ablenkungsmanöver können größere Gefahren anlocken, seien Sie vorsichtig“ oder „Verstecken ist nur eine vorübergehende Lösung“… na, klasse.

Also erwarte ich – schlau wie ich bin – hinter jeder Ecke ein Alien. Ich bin fokussiert, achte auf jedes Geräusch und agiere vorsichtig – eben wie es mir der Hinweistext geraten – WAAHHH! Achso, das waren nur so komische Nubsis, die beim Aufgehen der hydraulischen Türen aus den Seiten fahren. Phew…! Ich schaffe es jedenfalls bereits vor Halogenlampen zurück zu schrecken, die per Bewegungssensoren automatisch im total ungefährlichen Intro-Level im zuvor dunklen Raumschiffflur angehen… Worauf habe ich mich da nur eingelassen?

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Das Spiel schafft jedenfalls eine ungemein einnehmende Atmosphäre. Viel Spiel mit Licht und noch mehr mit Schatten, verwinkelte Gänge und fieser Soundtrack. Dazu eine bildlich sehr gelungene Grafik. Die Räume sind vollgepackt mit Tassen, Schriftdokumenten, Lampen, Schaltern, Schächten – sehr viele Liebe im Detail. Interagieren kann man zwar leider nur mit den wenigsten Dingen und ich dürfte viel Zeit damit verplempert haben, alles nach versteckten Dingen abzusuchen, aber die Leveldarstellung passt soweit.

Weniger schön ist das Rendern der Figuren gelungen. Gerade die Nebenfiguren wirken unecht und hölzern, vor allem, sobald sie reden. Kann auch an der etwas daneben liegenden deutschen Synchro liegen, jedoch kann ich leider nicht auf Originalton stellen. Dazu gibt es teils leichte Ruckler, sowohl bei den Cutscenes als auch im Spiel selbst bei schnellen Kopfbewegungen oder Zwischenladesequenzen.

Was mich richtig gestört hat, war die stumpfe KI. Das ist vor allem auf die Menschen bezogen. Ja, ihr trefft auch andere Menschen. Damit die euch nicht sehen, müsst ihr praktischer Weise einfach stehen bleiben. Vermutlich hilft, wenn ihr eure Augen mit den Händen umschließt. Schwupps – unsichtbar. Eine wirkliche Bedrohnung ist das nicht. Ganz anders ist das beim Alien selbst…

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Hat man das das erste Mal gesehen, wird einem schnell bewusst, dass man nun tatsächlich misstrauisch und übervorsichtig sein sollte. Plötzlich fallen einem überall Verstecke auf, die einem suggerieren, dass es gleich ordentlich abgeht – aber nichts. Das Spiel spielt mit euren Assoziationen, lässt euch Fluchtruten überprüfen, bevor ihr eine Tür öffnet und stets zwischenspeichern, wo es nur geht. Das geht zum Glück relativ häufig und am Ende des Tage ist das Spiel an sich auch relativ fair und bietet euch doch die ein oder andere Erfindung zum Überleben.

„Unser Alien ist eine wirklich furchterregende Kreatur, ebenso intelligent wie feindlich, unnachgiebig, brutal und unaufhaltsam.“ (Alistair Hope, Creative Lead bei Creative Assembly)

Euer größter Freund ist schnell der Bewegungsmelder, der (bei der getesteten PS4-Version) auch wunderbar Laut aus den Speakern des Controllers gibt, sollte etwas in der Nähe sein. Macht aber auch nicht weniger paranoid. Weitere technische Spielereien sind das Headtracking sowie die Geräuschaufnahme über die Playstation Eye (oder auch Kinect). Bedeutet: versteckt ihr euch gerade vor dem Alien und in Realität klingelt euer Telefon – oh-oh!

Fazit

Alien: Isolation ist ein ungemein packendes Spielerlebnis. Die Atmosphäre ist (trotz kleiner grafischer Wackler) sensationell und die Spielmechanik im Detail durchaus abwechslungsreich. Wir können Schaltkreise manipulieren, Türsysteme auf- und zuschließen sowie uns Hilfsmittel wie Blendgranaten oder Medikits aus gefundenen Einzelbestandteilen zusammen bauen. Dazu wirken Ressourcen tatsächlich rar, die Taschenlampen-Batterien gehen schneller zuneige als iPhone-Bestände am Releasetag und Munition ist ein Wort, das Riplay kaum mehr kennt.

Insgesamt ein besonderes Spieleerlebnis, das einen auf das heimische Sofa fesselt. Und vor dem Zubettgehen noch einmal unters Bett schauen lässt. Man weiß ja nie. In der „Ripley Edition“ erhaltet ihr noch zwei Zusatzmissionen, bei denen ihr sogar Ellen Ripley an Board der Nostromo steuern könnt. Für Fans sicherlich das Größte! Mehr Infos zum Spiel gibt es unter AlienIsolation.com.

Zum Abschluss noch etwas Bewegtbild – der Launch Trailer:

Ein Kommentar

  1. Ragnar says:

    Das Spiel ist sicher der Hammer! Obwohl ich nicht so der Schockerspieler bin, werde ich es mir 100% irgendwann in einem Sale kaufen.

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