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Neue Kolumne von Emma Longard

Der Gesundheitsdruck der Freiberufler

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Heute schon beim Sport gewesen? Ich nicht, obwohl ich eigentlich müsste, nicht nur der Figur wegen, sondern für die körperliche (und mentale) Fitness an sich. Wir Freiberufler sollten auf unsere Gesundheit achten, denn wenn wir krank werden und einen Job absagen müssen, sitzen wir finanziell auf dem Trockenen.

Eine Zeit lang, als es mir länger mal nicht gut ging, hat mich dieser Druck, funktionieren zu müssen, sehr gestresst. Du darfst einfach oft nicht sagen, es geht mir heute wirklich schlecht, ich komme nicht zum Gig oder in die Musikschule, zur Session oder ins Studio. Nicht nur deiner Finanzen wegen ist es ein Problem, sondern auch derer wegen, mit denen du zusammen arbeitest. Sie sind höchstwahrscheinlich auch Musiker, die auf dich zählen oder Vertragspartner, die dich fest gebucht haben.

Um bloß nicht der Grippewelle zu unterliegen, ließ sich eine befreundete Sängerin kürzlich eine Vitamin-C Infusion geben, was anscheinend als Geheimtipp unter Ärzten gilt und einen fit wie Speedy Gonzales machen soll. Ein anderer Kollege gibt in den Wintermonaten viel Geld für Immun-Kuren aus. Wieder eine, die früher in einer anderen Branche noch Angestellte war, bereut, dass sie damals nicht öfter zu Hause blieb um sich auszukurieren. Aus Pflichtgefühl ihrem Arbeitgeber gegenüber tat sie dies aber nicht. Nun weiß sie erst, welch Luxus ihr zur Verfügung stand.

Meine Wenigkeit mutiert in der kalten Jahreszeit zum „Händewasch-Junkie“, damit ich mich bloß nicht mit etwas anstecke. Klar, krank werden will niemand, aber es ist doch noch fieser, wenn man sich nicht die Zeit nehmen kann, sich ins Bett zu legen. Auch wenn es beim Musizieren nicht offensichtlich erscheint, so sind wir doch von unserem gesamten Körper abhängig und nicht nur von Teilen, wie z.B. den Stimmbändern oder den Händen. Wir haben letztendlich eine Verantwortung uns selbst gegenüber, unser System am Laufen zu halten. Wenn man mal von vorübergehenden Wehwehchen absieht und bedenkt, welch schwere Krankheiten einen erwischen können, so macht es doch Sinn, sich einmal damit zu beschäftigen, wie man dies oder das vielleicht abwenden könnte.

Abgesehen vom Sport und genug Bewegung an sich (ja, auch Musiker sitzen viel auf ihrem Allerwertesten) würde es sich sicher lohnen, die Süßigkeiten im Backstage einmal liegen zu lassen und das alkoholische Getränk nach dem Gig sein zu lassen. Ich bin bekennender Zucker-Junkie und müsste was dies betrifft dringend in die Candy-Rehab (sowas sollte erfunden werden) und auch ein Glas Wein lass ich nicht sein. Warum kann man so vieles nicht durchziehen, auch wenn man es eigentlich besser weiß?

Vielleicht sollte ich einen „Club der fitten Freiberufler (CdfF)“ gründen, die sich gegenseitig motivieren und z.B. morgens zusammen im Park Yoga machen. Übrigens, obwohl ich nun nicht viel über die mentale Gesundheit geschrieben habe, ist diese selbstverständlich ebenso essentiell und kommt manch einem schon mal im Zirkus der Selbständigkeit abhanden. Gut, dass es die Künstlersozialkasse gibt und wir alle kostenfrei zum Therapeuten marschieren könnten um (präventiv) von der Last des Immer-Funktionierens zu klagen.

Wie wird man diesen Druck los? Ich denke, vor allem mit dem Wissen, dass man viel dafür tut, fit zu bleiben. Weitere Vorschläge und Techniken zur Bezwingung von Schweinehunden und zur Selbstbeherrschung bitte gerne an mich schicken. Ich danke euch.

Foto: Jamie Street.

Die Hamburger Singer Songwriterin Emma Longard (Website) schenkt uns regelmäßig Einblicke in den Alltag einer aufstrebenden Musikerin und ihre Meinung zu Geschehnissen im Business.

Ein Kommentar

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