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Bericht: Meine Teilnahme an der Creme 21 Youngtimer Rallye 2019

Mit ACV, PS.SPEICHER, BMW Group Classic & viel Spaß!

„Bei 156,8 links auf die B210 Richtung Ogenbargen“, „Nach 4,4 Kilometern rechts Richtung Jever“ oder auch „gleich in Wacken rechts abbiegen“. Vergangene Woche habe ich nicht nur etliche neue Ortsnamen für die nächsten Runden „Stadt, Land, Fluss“ gelernt und war erstmalig in meinem Leben in DEM Wacken (dazu später mehr), ich habe auch etliche Kilometer (1.000+) abgerissen. Als navigierender Beifahrer bei der „Creme 21 Youngtimer Rallye“. Ich hatte ja vorab über meinen erstmaligen Renn-Start geschrieben, hier folgt jetzt der versprochene Nachbericht. Mit vielen, vielen Bildern (ein paar sind nicht von mir und entsprechend gekennzeichnet) und noch mehr tollen Autos!

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Bild: BMW AG

Versicherte PS: Unser Team

Zunächst zur Startaufstellung: Ich wurde freundlicherweise vom „ACV“ (Autombil-Club Verkehr) sowie dem „PS.SPEICHER“ eingeladen, bei der „Creme 21“ mitzufahren und darüber zu berichten. Gleiches galt für Holger Maurischat, der als @teilix auf Instagram regelmäßig tolle Autos präsentiert. Zu viert haben wir uns auf zwei Wagen verteilt, die wie folgt angemeldet waren:

#125: BMW 2002tii – Gerrit Reichel (ACV), Holger Maurischat
#126: BMW M635 CSi – Sascha Fillies (PS.SPEICHER), Maik Zehrfeld

Dieses Sub-Team gehörte wiederum zum größeren Tross der BMW Group Classic, die mit weiteren Fahrzeugen, FahrerInnen, Presse-Partnern und Agenturlern unterwegs war und die komplette Veranstaltung mit-organisieren und begleiten.

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Vom Regen in die Renn-Traube

Aber kommen wir zum „Spocht“. Start der Creme 21 war im niederländischen Assen an der dortigen Rennstrecke, dem „TT Circuit“. Von Sascha wurde ich am Bahnhof Osnabrück mit dem 6er BMW abgeholt, den er aus dem eigenen Fahrzeug-Fundus des PS.SPEICHER gestellt hat. Somit lag bei Ankunft unsere erste Etappe bereits hinter uns, bislang hatte Tante Google uns jedoch geleitet.

Vor Ort sah es zunächst trist aus, was am verregneten Wetter lag. Meiner Vorfreude tat das jedoch keinen Abbruch, denn schnell fühlte ich mich wie ein Junge im Süßwarenladen. Sooo viele schöne alte Autos! „Hast du den gesehen?“, „Oh wow, DER ist ja schön…“ oder auch „Krass, ein DeLorean!“ waren Sätze, die ich in vermutlich zu schneller Folge reihenweise rausgehauen habe. Schnell zügelte ich mich und rein wetterbedingt war es eh nicht wirklich möglich, auf ausgelassenen Fotogang zu gehen. Wie sich später herausstellen sollte, war das ein Fehler, denn viele Fahrzeuge habe ich danach gar nicht mehr richtig zu sehen bekommen…

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Das liegt vor allem daran, dass das Starterfeld verdammt groß war. Über 230 Teams waren dabei. Da die nicht alle im Tross losfahren, sondern jeweils ein bis zwei Minuten zwischen dem Schwenken der Tagesstart-Fahne liegen, zieht sich so eine Durchfahrt schon einmal auf rund dreieinhalb Stunden. Entsprechend hatte ich häufig mit Fahrzeugen aus dem Dunstfeld „meiner“ Startnummer 126 zu tun. Wobei, das Feld durchmischte sich schon gewaltig aus diversen Gründen.

Wie dem auch sei: Es waren auch so immer wieder viele, viele tolle Autos auf einem Fleck zu sehen. Beweisbild:

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Aber genug der abstrakten Rumlaberei. Die Rallye begann direkt mit einem Spielchen. Denn unüblicherweise gewinnt bei der „Creme 21“ nicht das Auto, das am schnellsten von A nach B fährt, sondern das Team, das die meisten Punkte über die Tage hinweg in kleinen Spielchen einfahren kann. „Am laufenden Band“ war unsere erste Probe, bei der wir immerhin 15 der 21 zu sehenden Gegenstände erinnern konnten. Okayer Start.

Nach einem Happen zu essen und einer Willkommensrede ging es dann aber auch richtig los. Noch nicht mit der ersten ordentlichen Etappe, dafür aber mit einer Runde über die Rennstrecke. Ach, was schreibe ich – fünf Runden. Abfahrt!

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Zunächst reihten wir uns vor einem Streckenauslass auf, ehe wir in Grüppchen losfahren durften. Leider war das Wetter recht mies und die Bereifung eher suboptimal, so dass keine wirklichen Bestzeiten möglich waren. Spaß hat diese andere Perspektive aber dennoch sowas von gemacht! Für mich war es zudem noch ein Abenteuer, unterwegs ein paar Fotos zu schießen, nicht nur wegen des Ruckelns, sondern auch im Timing-Kampf gegen den ewig-störenden Scheibenwischer…

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Bild: BMW AG

Tag 1: Assen-Bremerhaven

Am nächsten Morgen ging es dann richtig los mit der ersten Etappe und richtig schönem Wetter. Geht doch! An der Rennstrecke haben sich die Fahrzeuge nach ansteigenden Startnummern zum Start aufgereiht. Grob zumindest, denn höhere Nummern haben sich wegen fehlender Motorleistung etwas früher reingeschoben und kleinere Nummern wegen „Länger-schlafen-Wollens“ später. Dass bei der „Creme“ alles etwas anders und vor allem lockerer läuft, hatte ich bereits früh erfahren. Aber diese Tatsache, die sie von professionellen bzw. ernst geführten Rennveranstaltungen unterscheidet, ist meiner Meinung nach (kleinerer) Malus und (größerer) Bonus zugleich.

Aber jetzt erstmal und endlich auf die Strecke. 3… 2… 1… GO!

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Beide Bilder: BMW AG

Fortan hatte ich dann auch meine aktive Aufgabe: Ansagen. Auf 37 Seiten und insgesamt 704 Zeilen sollte das sogenannte „Roadbook“ fortan unser Navigationsgerät sein und ich ihre Stimme. Kein „Google Maps“ oder so, es wird oldschool nach Papier und Straßenschildern gefahren. Jede Richtungsänderung und Ortsdurchfahrt war angegeben, zusätzlich zu Kilometer-Entfernungen, Straßenbezeichnungen und Richtungs-Informationen, an denen man sich orientieren konnte. So habe ich immer den aktuellen Tachostand genommen, die nachfolgende Teilstrecke hinzuaddiert und so eine Orientierung für Fahrer Sascha gehabt, wann er wieder vom Straßenverlauf abkommen muss. „194,5, links Richtung Waddewarden“.

Allgemein waren da verdammt viele kuriose Ortsnamen bei. Nicht nur sind wir durch ein mecklenburg-vorpommer’sches Berlin gefahren, es gab auch mehr oder weniger lustige Käffer und Namen wie Funnix, Kasseedorf, Gasselternijveenschemond, Busenwurth oder Quisdorf. Bei Letzterem waren wir etwas enttäuscht, das es dort – genau wie in Wacken – zu keiner Spielrunde gekommen ist. Chance vertan. Aber yay, ich war in Wacken! Zwar ohne Festival, aber man hat bei der Durchfahrt so einige tiefschwarze Schwermetall-Anzeichen entdecken können, was irgendwie schon ein Erlebnis war, bei dem auch einige Fahrzeuge kurz außerplanmäßig Halt gemacht haben.

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Ich möchte ein Spiel spielen

Aber wo wir gerade bei Spielchen sind: Nach der ersten Etappe, also im Rahmen der Mittagspause, gab es mal wieder eines. Bobbycar-Schieben. Eine Person pro Team im Dreier-Wettkampf gegeneinander. Dabei sollte man so schnell es ging eine Strecke abrennen, wobei das Bobbycar stets auf dem Boden gehalten werden musste. Ich habe alles gegeben, lag schnell vorne, doch gegen Ende hatte sich die Vorderachse verdreht, so dass ich ins Schlingern kam. Meinen Fall sieht man hier unten im Bild nur ansatzweise. Letztlich habe ich den ersten Rang verloren und dafür zwei aufgeschürfte Knie „gewonnen“. Immerhin Zweiter und nichts Schlimmeres passiert, so ganz verstehe ich jedoch nicht, wieso man das auf einer harten Parkplatz-Fläche machen musste. Da haben sich nämlich einige langgemacht, teils gar schlimmer.

Was mich aber deutlich mehr geärgert hat, war der spätere Gewinner unserer Runde. Der hat nämlich einfach seinen Lanyard an das Plastik-Lenkrad gebunden und das Bobbycar hinter sich her gezogen. Kein wunder, dass er mir „gefährlich“ wurde und mich so in einen Sturz drängen konnte. Vielleicht bin ich da zu ehrgeizig und ordnungsliebend, aber das hat mich schon sehr gewurmt…

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Bild: Sascha Fillies (PS.SPEICHER)

Linderung hat dann jedoch das Essen gebracht, sowie der Blick über das wieder einmal zusammen gekommene und sich minütlich wandelnde Parkplatz-Feld an Old- und Youngtimern. Beinahe jedes Mal hat man neue Fahrzeuge entdeckt, die einem bislang nicht begegnet waren, oder neue Kleinigkeiten an Mensch oder Maschine feststellen können. Etliche Leute feiern die „Creme“ so richtig mit viel Orange, Kostümierungen, Fahrzeug-Dekoration und Leidenschaft, sind Jahr für Jahr schon fast traditionell dabei.

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Tag 2: Bremerhaven-Weissenhäuser Strand

Ich kürze jetzt mal etwas ab und zeige immer mal eine Reihe Bilder und springe inhaltlich etwas. Nachdem wir die zweite Etappe in Bremerhaven beschlossen hatten, ging es von dort weiter in Richtung Ostsee. Es ist schon erstaunlich, wie schnell die Zeit verfliegt, wenn man die Route ansagen muss. Die ganze Zeit ist man konzentriert, rechnet Distanzen zusammen, achtet auf die Fahrstrecke, Beschilderungen und lustige Ortsnamen – da vergeht die Zeit wie im Fluge. Ist dann mal eine etwas längere Strecke dabei, wird diese für Gespräche oder das Absenden von Instagram-Stories genutzt – so es denn gerade Netz gibt. Das Radio hatten wir über die komplette Fahrdauer aus.

Und obwohl man ja eigentlich gar nichts oder zumindest wenig physisch macht, ist man abends dann doch geschlaucht. Die Konzentration, die vielen Termine, die Spielchen. Da kommt schon gut was zusammen.

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Ein bisschen Verschnaufen konnte man während der Warte-Situationen. Von denen gab es dann doch so einige. Verkehrstechnisch hatten wir bis auf einen Tag eigentlich richtig Glück und so gut wie nie Stau. Okay, dieser eine LKW mit dem Aufdruck „An unserer Service-Qualität kommt niemand vorbei“ hat uns dann doch mehr Zeit gekostet, als wir erst belächelnd erwartet hatten. Vornehmlich kam Langeweile auf, wenn man vor neuen Spielen anstehen musste.

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Gerne möchte ich euch an dieser Stelle noch ein paar Spiele zusammenfassen, denn wenn ich ehrlich bin, haben die mir mit am besten gefallen und ich war hinten raus etwas traurig, dass es nicht mehr waren.

Beim ersten Bild, das hier folgt, mussten wir glaube ich am längsten warten. 45 Minuten dafür, dass man dann eine Drachenschnurr gegen die Zeit aufrollen muss. Wir haben es knapp nicht geschafft (1,40 Meter hatten nach 90 Sekunden gefehlt), weil ein Spezi nebendran meinte, seinen Drachen quer über alle anderen Teilnehmer fliegen und verheddern zu lassen. Der „Maik fühlt sich betrogen“-Counter schnellt einen hoch… Wir haben das einen Tag später ausgeglichen, indem wir bei einem Spiel die Regeln und uns etwas „gedehnt“ haben. Eigentlich sollten Tischtennisbälle von einer Person geworfen und von der anderen mit einer Eier-Kartonage gefangen werden. Wir hatten beide lange Arme, so dass wir hinter den Markierungen stehend einander erreichen und die Bälle direkt in die gewünschten Mulden legen konnten. Ha! Karma schlug aber direkt zu und hat uns den letzten Ball aus der Hand fallen lassen. Nur fair.

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Ansonsten haben wir noch Minigolf gespielt, eine theoretische Führerscheinprüfung aus den 70er Jahren ausgefüllt, mit Wasser gefüllte Kondome gefangen oder geraten, was sich auf den Rückseiten alter D-Mark-Scheine befand. Wirklich Auto-Bezug gab es gar nicht mal so häufig, was ich als jetzt nicht totaler Auto-Freak ganz gut fand. Schön war die Idee, die teilnehmenden Fahrzeuge als Quartett-Karten gegeneinander antreten zu lassen. Davon soll es auch in absehbarer Zeit ein zu kaufendes und aus den Startfeld-Autos zusammenstellbares echtes Kartenspiel geben. Das muss ich haben!

Ansonsten war das „Drag Race“ noch ein absolutes Highlight! Ein richtiges Viertelmeilenrennen. Wann hat man schon einmal die Gelegenheit, auf einer abgesperrten Strecke richtig Vollgas geben zu können? Zwar ging es hier im direkten Duell her, so dass man Glück oder wie wir Pech mit dem als nächstes um die Ecke fahrenden Kontrahenten hat (meine Instagram-Follower haben gesehen, wie wir abgezogen wurden), letztlich wurden die gemessenen Zeiten aber mit PS-Leistung und Gewicht verrechnet, so dass am Ende die „Feierwehr“ mit ihrem tonnenschweren Rettungsfahrzeug die Höchstpunktzahl hat einfahren können. Spaß hat es aber auch so extrem gemacht!

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Am allerbesten fand ich jedoch die sogenannte „Kofferfrage“. Jeden Tag wurde einem random an einer Stelle auf der Strecke ein Koffer präsentiert. 21 Sekunden hat man als Team Zeit, sich den Inhalt so genau wie möglich anzuschauen. Dann schließt er und man fährt weiter. Irgendwann im Laufe des Tages bekommt man dann an einer anderen Stelle eine Frage dazu gestellt. Das führt dazu, dass man in der Zwischenzeit fantasievoll darüber philosophiert, was denn nun gefragt werden könnte…

Beim ersten Mal war der Koffer voller alter Süßigkeiten. Die Frage dazu lautete später, wie viel Gramm Ahoi!-Brause darin enthalten war. Ich hatte zumindest noch gelesen, dass es etwa 6 Gramm pro Packung waren, leider lagen wir mit der Anzahl aber gehörig daneben. Am nächsten Tag lag eine Schallplatte von Udo Jürgens im Koffer. Wir zählten die darauf aufgelisteten Tourdaten, googelten, wie alt Jürgens damals auf dem Foto gewesen war und stellten sonst welche Theorien auf. Am Ende wurde gefragt, an welchem Wochentag die Lyrics in „Ich war noch niemals in New York“ spielten. Mit seeehr viel Hilfe kamen wir darauf, dass darin auf „Dalli Dalli“ im TV verwiesen wurde, unser Tipp, es liefe Dienstag, war jedoch verkehrt (Donnerstag). Der dritte und leider letzte Koffer hatte ein Marmeladenglas darin und die Frage, wie viele Erdbeeren für die Herstellung von Nöten waren. Unser Tipp: 48. Die Realität: 31. Naja.

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Aber zurück zur Strecke. Die war nämlich richtig schön! Klar hat einem manchmal die frische Landluft etwas arg nach Gülle gerochen, aber rein landschaftlich war da verdammt viel geboten. Da ich aber mit Strecke-Vorlesen beschäftigt war, konnte ich nicht so viele Fotos davon machen. Aber alleine der geniale Sonnenuntergang abends bei unserer Destination am Weissenhäuser Strand war mal sowas von bombastisch!

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Tag 3: Rundfahrt

Am dritten Tag habe ich mit Holger den Beifahrersitz getauscht. Statt 286 PS im 1984er 6er BMW M gab es jetzt 130 PS im 2005 aus Original-Ersatzteilen neu zusammengebauten 2002tii. Das sollte der Spritzigkeit jedoch keinen Abbruch tun, eher im Gegenteil. Denn Fahrer Gerrit wollte dann doch nicht ständig den Porsche vor sich wegziehen sehen (der uns später auch beim Drag Race abgezogen hat), so dass er in den Kurven so richtig ausgereizt hat, was Motor und Chassis hergaben. Da fühlte ich mich hin und wieder wie in einem rasanten Actionfilm. Rallye-Feeling pur!

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Am Tag selbst ging es lediglich „im Kreis“, Start- wie Endpunkt der Etappen war Weissenhäuser Strand, was angenehm war, da wir so das Hotel nicht wechseln mussten. Allgemein ist der organisatorische Aufwand nicht zu unterschätzen. 231 Teams macht rund 500 Leute, die im Rahmen ihrer Startgebühr auch Unterkunft und Essen (Frühstück, Mittagessen und Abendessen) gestellt bekommen. Da braucht man erst einmal den Platz für, um alle unter bringen zu können. Hilft bei Mittagspause und Spielchen noch die Tatsache, dass das Feld enorm gestreckt ist und somit nur ein Bruchteil aller FahrerInnen gleichzeitig an einem Ort weilt, ist das am Tagesende ein anderes Thema. Und so wurden wir in der Regel auf mehrere Hotels aufgeteilt. Abends gab es jedoch immer eine gemeinsame Veranstaltung, zu der alle für Abendessen und die jeweilige Tagessieger-Ehrung zusammen kamen. Da bekam man erstmal mit, wie viele Leute an der „Creme 21“ teilnehmen. Wahnsinn!

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Bild: BMW AG

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Und ja, die Orga hat nicht immer zu 100% funktioniert. „Das ist halt die Creme…“ haben viele Leute dann stets mit einem Grinsen gesagt. Größtenteils hat das aber zu lange dauernde Spiele oder nicht rechtzeitig oder fehlerhaft ausgerechnete Tagesranglisten betroffen. Da der Großteil der Leute sich und die Rallye nicht allzu ernst genommen hat, war das total okay. Letztlich haben die wichtigen Dinge all geklappt. Die Stopps und Spiele waren dort, wo sie sein sollten, Essen war da, man hat uns hin und wieder mit Süßigkeiten versorgt – passt! Allgemein war die Stimmung enorm locker und es herrschte eine sehr kumpelhafte Atmosphäre.

Statt über Zeiten und Punkte zu diskutieren hat man eh viel lieber gegenseitig Fragen zum jeweiligen Fahruntersatz gestellt. Das Starterfeld war nämlich erfreulich divers aufgestellt. Von „einfach nur“ alten Fahrzeugen, wie einem Polo, den ich auch mal (grob in der Variante) hatte, bis hin zu absoluten Traum-Sportwagen. Ob Amerikaner oder Volkswagen, ob Flitzer oder Schlachtschiff, sogar ein Truck ist mitgefahren, als Ladung hatte er statt Hänger aber nur einen Kasten Bier aufgeladen. Da war wirklich für jeden was dabei.

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Am letzten Abend stand noch die größere Party an. Statt wie sonst üblich ab 8 Uhr morgens wurde der nächste Start ein paar Stunden nach hinten verlegt, damit bis in die tiefe Nacht hinein getanzt und gefeiert werden konnte. Da die Musikauswahl eher dem etwas höheren Altersschnitt im Fahrerfeld galt, habe ich mich dann doch recht schnell ausgeklinkt. Lustig war es aber schon, die ganzen „aufgebrezelten“ Leute zu sehen. Es wurde sich nämlich etwas anders schick gemacht – möglichst farbenfroh und auffallend musste es sein. Gemusterte Spaß-Anzüge, knall-orange Jacken oder 80er-Jahre-Perücken – nichts ging nicht. Das war ganz angenehm, denn egal, wie man gekleidet war, fiel man in der bunten Masse nicht auf.

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Tag 4: Ende Gelände

Sonntag. Mittlerweile ist man dann doch merklich gerädert von all dem (bei)fahren, dem Hintern-Plattsitzen und der langnhaltenden Konzentration. Die letzte Etappe führt lediglich rund 90 Kilometer zum Endpunkt, dem Travering Bad Oldesloe. Eine letzte Gelegenheit „alle“ Fahrzeuge noch einmal zu sehen. Also alle, die nicht bereits abgereist waren oder die letzte Etappe gar nicht erst mitgenommen hatten. Der DeLorean gehörte leider zu ihnen und ward nie mehr (von mir) gesehen. Vielleicht ist er auch einfach nur in einer anderen Zeit, man weiß es nicht…

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Vor Ort wurden nochmal kräftig Fotos gemacht, Geschichten und E-Mail-Adressen ausgetauscht sowie zum vorerst letzten Mal deftige deutsche Küche zu sich genommen. Die im BMW-Korso mitfahrende Shareen tat mir richtig leid zwischenzeitlich, konnte sie als Veganerin meist nur Kartoffeln oder so vom Buffet futtern.

Am Ende wurden natürlich noch die Sieger geehrt. Leider habe ich kein Bild mehr vom Gesamtsieger machen können, da wir zeitbedingt schon auf dem Rückweg waren. Schön ist nämlich, dass der Sieger immer lediglich einen orange lackierten Gegenstand erhält, der wenig bis nichts wert ist, zum Beispiel ein nostalgischer Fön oder so. Dafür erhält in der Regel der 21. der Gesamtwertung bzw. dieses Jahr der 18. (weil es die 18. „Creme 21“ war) den Startplatz für das kommende Jahr geschenkt.

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Für unser Auto hat es dann am Ende zu Platz 120 und somit ziemlich genauem Mittelfeld gereicht. Ein paar Punkte fehlen noch in unserer Auflistung und den einen Tag, an dem ich das Auto gewechselt hatte, war ich im „Zweitwagen“ gar 44. der Tageswertung, da war also deutlich mehr drin. Sollte ich noch einmal mitfahren dürfen, bin ich vorbereitet auf die Spiele und werde definitiv einen Platz unter den Top 100 GARANTIEREN! Für den Fall überlege ich mir schon einmal eine Wette, die mit einem guten Zweck verbunden ist…

Der Weg ist das Ziel

Das Tolle an der „Creme“ ist aber, dass die Platzierungen kaum jemanden groß interessieren. Klar ist es toll, andere etwas necken zu können oder abends einen der Tagessieger-Preise, wie eine (verdammt teure) Sackkarre oder schnieke Renn-Handschuhe zu bekommen. Am Ende ist aber tatsächlich der Weg das Ziel. Denn es geht um das Fahren, um die tollen Streckenabschnitte, um die Überraschungen, das Miteinander oder auch das Strahlen der Kinderaugen am Wegesrand, wenn man vorbeifährt und hupt. Die „Creme 21 Youngtimer Rallye“ ist kein Wettrennen, sondern eine Feier der vierrädrigen Geschichte und das Bewahren eines freien Fahrgefühls. Mit Charme, Witz und Augenzwinkern.

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Bild: Gerrit Reichel (ACV)

Danke!

Daher bleibt mir an dieser Stelle nur nochmal, „DANKE“ zu sagen. Danke an den ACV und den PS.SPEICHER für die Einladung und das tolle Miteinander! Wir waren wirklich ein tolles Team, quasi die „Crème de la Creme“. Wenn man es mehrere Tage zusammen im Auto und drumherum aushält, muss das schon was heißen. Es hat richtig großen Spaß gemacht, ich habe viele neue Eindrücke gewonnen und definitiv Lust auf eine weitere Runde bekommen. Vielleicht nicht unbedingt kommende Woche oder nächsten Monat, da das Sitzfleisch erstmal Pause braucht, aber 2020 wäre ich dabei!

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Noch mehr Bilder

Viele weitere Fotos von mir und dem Event könnt ihr auf den nächsten Seiten sehen. Die sind dann jedoch kommentarlos und müssen für sich bzw. im Kontext dieses Berichtes hier reden. Da sind aber etliche kuriose Fahrzeuge und tolle Carporn-Shots dabei, wie ich finde. Lohnt sich – umblättern!

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