Homepage

Interview mit dem Dortmunder Rapper

kurzweil-ICH: Der Wolf

der-wolf-interview

Zuletzt war er größtenteils Diskjokey und Partyretter, doch jetzt ist Jens Albert aka Der Wolf wieder da, wo er hingehört – in den Radios dieses Landes. Der Dortmunder Rapper hat rund zwanzig Jahr nach seinem letzten Studioalbum das Comeback gewagt. Turbo Funk (Partnerlink) ist seit 5. August im Handel erhältlich und lässt sofort ein paar 90er-Gefühle aufkommen. Dabei hat sich seitdem einiges verändert.

Im Interview erzählt Der Wolf mir, wieso er nun ein eigenes Label hat, welche Tendenzen er im aktuellen Hip Hop-Business nicht so mag und beantwortet auch meine scheinbar fälschlich recherchierte Frage nach angeblichen Namensrecht-Problemen mit VW. Dope!

In aller Bescheidenheit: Wie rettest du die Party?

Also, grundsätzlich bezieht sich der Terminus „Party-Retter“ natürlich auf Musik. Ohne zu sehr angeben zu wollen behaupte ich: Ich hab noch so gut wie jede Crowd zum Tanzen gekriegt, wenn ich auflege. Liegt vielleicht daran, dass ich ziemlich gemischten Stuff auflege (HipHop, Breakbeats, 70er Funk/Soul, Ghetto Funk, MashUps, Drum’n’Bass, Elektro-Swing…). Außerdem hab ich immer ein Auge für die Leute auf dem Dancefloor und zieh nicht eisenhart meinen Stiefel durch, lege mir nicht einen Abend vorher ’n Set zusammen.

der-wolf

Kommen wir direkt zur Sache: Bei Wikipedia hat der Wolf mit 383 Tausend Aufrufen seit Anfang des Jahres zwar deutlich mehr als DER Wolf (15 Tausend), aber zuletzt deuten die Tendenzen auf eine eindeutige Richtung: DER WOLF is back und zwar so richtig?

Ja, ich glaube der Wolf (also das Tier „Canis Lupus“) und auch ich (Der Rapper) sind zurück in Deutschland, und das so richtig! Wurd‘ auch Zeit…

16 Jahre sind seit dem letzten Album „Was soll ich sagen“ vergangen – was hat sich seitdem in deinem Leben getan?

Puh, ’ne ganze Menge: Seit 2002 bin ich Musikdozent für Rap & Scratch als freier Mitarbeiter der Dortmunder Jazz-Akademie in Kooperation mit dem Goethe-Institut, und war im Rahmen dessen auch in Frankreich, England, Russland und Dänemark unterwegs. Von 2003 an hab ich mit der „Killergroove Formula“ (Eine Breakbeat-Elektro Crew bestehend aus NDN, Lars Moston und mir) ein Album und fünf Singles veröffentlicht. Und natürlich oft und gerne in Clubs aufgelegt! Nebenbei hab ich hab ich vor Kurzem meinen ‚Staatlich geprüften Erzieher/Fachrichtung Sozialpädagogik‘ gemacht – man weiß ja nie… ;-)

Wie viele Jahre hat der älteste Track auf dem Buckel, der jetzt das Licht der Musikwelt erblickt hat?

Der Song, der als Demo schon am längsten existiert ist „Der Phrasensmasher“. Meiner Meinung nach ist das ’n zeitloser BoomBap-HipHop Track und musste definitiv mit auf das neue Album.

Der Sound auf „Turbo Funk“ ist insgesamt recht oldschool geraten und in „No School Rules“ wird auf die aufkommenden Hip Hop-Trends eingegangen. Soll dieses Comeback ein bisschen „Gute alte Zeiten“-Gefühl aufkommen lassen?

Ehrlich gesagt bin ich etwas verwundert, dass bei diesem Album so stark auf den Oldschool-Aspekt eingegangen wird. Die Beats haben Drum’n’Bass, Ghetto Funk und Elektro-Swing Einflüsse, was nicht klassisch Oldschool ist. Grundsätzlich aber werde ich wohl immer einen Oldschool-Touch in meiner Musik haben, und das ist auch gut so!

Passend dazu gibt es auch eine Neuauflage von „Gibt’s doch gar nicht“ zum Abschluss der Platte – rund zwanzig Jahre nach dem Original, das damals noch die Deutsche Mark im Text hatte. Ein Fingerzeigt, dass die Welt sich verändert hat, die „Gibt’s doch gar nicht“-Momente aber bleiben?

Genau! Ich könnte eigentlich alle 5 Jahre ’n Update mit drei neuen Strophen von dem Song bringen, da es immer wieder Aspekte auf dieser Welt gibt, die mich fassungslos machen. Wahrscheinlich ist der Song, ob alte oder neue Version, deswegen ein Klassiker.

Ist „What the fuck?“ vielleicht das neue „Gibt’s doch gar nicht“?

Ja, könnte man so sagen… Auf jeden Fall ’n guter Tipp, falls ich zum 25-jährigen Jubiläum mal ’ne Version mit ’nem Ami-Rapper machen sollte.

In „Darf ich vorstellen…“ erzählst du auch, dass die Labels damals der Weiterentwicklung deines Sounds im Weg standen, nur ständig „Selbstkopien“ haben wollten, was du nicht mehr mitmachen wolltest. Ist das auch ein Grund, weshalb es jetzt zum neuen und teils eigenen Label „Bounty Records“ ging?

Ja! Als das Turbo Funk-Album fertig war, war mir völlig klar, dass ich nicht wieder zu ’nem Major-Label will, weil es denen einfach viel zu sehr um Geld und viel zu wenig um Musik geht. Aber ich bin nun mal Musiker und kein Investment-Banker. Auf unserem Label bestimmen wir jetzt selbst, worum es geht, und das ist ehrliche, coole, funky-Musik.

der-wolf-djing

Welche Trends im modernen Hip Hop-Business missfallen dir?

Ich stehe überhaupt nicht auf Trap. Und ich find’s auch ziemlich langweilig, dass es fast nur noch „langsamen“ HipHop gibt ( 85-95 BPM). Außerdem wird viel zu wenig gescratcht, die Djs haben HipHop immerhin erfunden! Und mit „Nutten, Koks & Baseballschläger-Rap“ kann ich auch überhaupt nichts anfangen.

Welche Probleme gab es bei der Betitelung des Tracks „Wolf GTI“?

?
Da gab’s gar keine Probleme… Außer beim Videodreh mit fünf geilen Oldtimern, da ich noch nie im Besitz eines Führerscheins war…

Geht es jetzt wieder zurück zu den Plattenspielern oder wird es noch ein Der Wolf-Album geben? Und gehen wir von der gleichen Pausendauer aus – wie klingt Der Wolf 2032?

Nene, ich bin zwar inzwischen DJ und Rapper parallel, aber das neue-neue Album ist schon in der Mache und wird voraussichtlich Mitte nächsten Jahres erscheinen. Ich bin halt wieder da!

Als Dortmund-Fan muss ich fragen: Für schwatzgelb.de hast du einige Spielberichte des BVB gerappt – was erwartest du zur neuen Saison?

Schwierige Frage… Sportlich sind wir sehr gut aufgestellt. Ich habe nur leider die Befürchtung, das spüre ich auch bei mir selbst, dass der Verein und der Fußball im Allgemeinen sich immer weiter von den Fans entfernt (#Geld, Börsengänge, Asienreisen…). Eine schlimme Entwicklung!

Immer meine letzte Frage: Was machst du, wenn dir langweilig ist?

Tja, mir ist eigentlich nie langweilig, dafür hab ich zu viel zu tun, zu viele Ideen, die noch verwirklicht werden wollen und zu viele alte Freunde, die ich echt mal wieder besuchen will/muss.

Ich danke für das Interview!

Peace, Der Wolf

5 Kommentare

  1. Pingback: [LangweileDich.net] kurzweil-ICH: Der Wolf – #Musik

  2. Pingback: Lesenswerte Links – Kalenderwoche 33 in 2016 > Vermischtes > Lesenswerte Links 2016

  3. Pingback: Musik-Kurzreviews August 2016 - Beginner, Jennifer Rostock, Der Wolf, I Am Jerry, Rooney, The Hunna & Purple | LangweileDich.net

  4. Freddy says:

    Yo, Maik! Habt ihr euch getroffen oder wurden die Fragen per E-Mail beantwortet?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



INSTAGRAM

Partner

amazon Partnerlink

seriesly AWESOME

QUIZmag

unruly

Newsletter

Hallo!

Ich bin Maik Zehrfeld und habe diesen Blog 2006 aus Langeweile heraus gegen die Langeweile gegründet. Mittlerweile stellt LangweileDich.net eine Bastion der guten Laune dar, die nicht nur Langeweile vertreiben sondern auch nachhaltig inspirieren will. Gute Unterhaltung!

Kontakt Blogroll Mediadaten sponsored Archiv RSS
Langeweile seit 3737 Tagen.