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Rechts-Dreck und Konzert-Verspätung

Meine Woche (182)

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Diese Woche habe ich erstmals so richtig den Beginn eines Konzertes verpasst und hatte auf Facebook mit braunem Drecksgesindel zu kämpfen (Grüße!)…

Meine letzte Woche

Donnerstag hatte ich diesen Beitrag über den tollen „Sticker gegen Rechts“-Wettbewerb gebloggt und war mir eigentlich auch sicher darüber, dass das Thema toll genug ist, um es auch bei Facebook zu teilen. Doch mit dem daraufhin folgenden Ausgang hatte ich nicht gerechnet…

Statt der erwarteten Teilungen und Herzen/Likes gab es massenhaft Hass unter den Kommentaren. Klar, Facebook ist allgemein jetzt nicht für seine moderne Kommentar-Kultur und darin behafteten gesunden Menschenverstand berühmt, aber bei mir war das bislang eigentlich alles im Rahmen und ich gehe auch davon aus, dass meine Blogleser größtenteils mit klarem Verstand und zwar durchaus kritischer, aber fairer Meinung weltoffen durchs Leben gehen. Für die Kommentare unter diesem Beitrag habe ich mich jedoch geschämt. So richtig. Denn etliche Leute schienen tatsächlich Fan meiner Seite gewesen zu sein – Betonung auf die Vergangenheitsform, da einige lautstark angaben, die Seite zu entliken (zum Glück, vielen Dank!).

Klar, da dürften ein paar Idioten mit brauner Gesinnung gefundenes Echauffier-Fressen gefunden und mit ihren idiotischen Freunden geteilt haben, die sich dann in der Überzahl wähnend breitgemacht haben, um ein total verzerrtes Gesellschaftsbild abgeben zu können, aber dennoch stimmt mich das traurig. Zum einen: Wieso können sich so Hansel anscheinend besser organisieren, bzw. wieso gibt es keine/kaum entsprechende Gegenwehr, wenn öffentlich offensichtlich rechtsgesinnter Mist verbreitet wird? Wenn da „Braun statt bunt!“ über 40 Likes, aber nur drei Gegen-Emojis erhält, ist das einfach schlimm. Zum Glück hat Facebook einige der wirklich finsteren Kommentare recht schnell gelöscht… Zum anderen: Dass Leute sich teils mit (vermeintlichen) Klarnamen öffentlich hinstellen und gar wörtlich etwas wie „Ja und, ich bekenne mich zum Nazitum!“ schreiben, ist erschreckend. Natürlich gab es schon immer nationalistische Idioten, das wissen wir in Deutschland mehr als andere, und vermutlich wird es auch immer welche geben. Einige Jahrzehnte lang haben wir es aber geschafft, dass die den Mund gehalten haben, weil es gesellschaft nicht akzeptiert war. Heutzutage ist es AfD, Trump und Co. sei Dank salonfähig geworden, nicht nur „regierungskritisch“ zu sein (wie es ja gerne mal bewusst kaschiert formuliert wird), sondern sich offenkundig und anscheinend ohne Angst vor möglichen Konsequenzen als rechts zu outen. Schlimm.

Kommen wir zu positiveren Dingen. Mit unseren total weltoffenen Nachbarn haben wir Freitag eine Runde gepokert und ich habe die ein oder andere Hand gewonnen, aber auch einige verloren. Ging nicht um richtiges Geld, daher wurde eh kaum Stand gehalten. Erwähnenswert ist allerdings, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben erlebt habe, dass jemand (der leider nicht ich war) einen Vierling mit Assen in einem Spiel hatte. Wow.

Meine Woche (182) Meine-Woche-182_02

Samstag ging es zum Bonaparte-Konzert, was vor allem toll war, da es im recht kleinen „Lido“ hier in Berlin stattfand. Weniger schön war hingegen, dass vorab online nichts zu einer Vorband zu lesen war und wir auch nur sehr unterschiedliche Informationen zu einer möglichen Stagetime der Band entdecken konnten. Das ist an sich wurscht und ich skippe Vorbands in der Regel eh ganz gerne, da mir die Warterei während der Umbaupausen sehr auf den Senkel geht. Aber am gestrigen Abend hatte mein BVB ein Fußballspiel, das von 18:30 bis ~20:25 Uhr angesetzt war. Konzertdaten waren Einlass um 19:00 und Beginn um 20:00 Uhr. Hm… Ich entschloss mich, optimistisch an einen Voract und einen tatsächlichen Beginn um 21 Uhr zu hoffen. Da es in der zweiten Halbzeit unerwartet spannend wurde, saß ich die letzten Minuten mit angezogenen Schuhen und Jacke auf dem Sofa und habe auf den Schlusspfiff gewartet – kurz vorher ereilte mich eine SMS des Lieblingsmädchens: „Gibt keine Vorband, die fangen gleich an!“. Mist. Noch fünf Minuten gewartet, bis der Sieg mit Ach und Krach über die Ziellinie gewuchtet wurde und losgehetzt. Ein bisschen Joggen zur Tram und viel Ampelglück hat dazu geführt, dass ich nur sechs bis sieben Songs in der ersten rund halben Stunde verpasst habe (leider auch „Anti Anti“…). Aber die restlichen ~50 Minuten blieben mir noch und irgendwie war es auch mal ganz schön, so gar keine Wartezeit (weder an der Tür, noch vor der Bühne) zu haben. Einfach rein, tanzen, fertig!

Heute haben wir nach viel zu langer Zeit mal wieder Freunde aus Hamburg zu sehen bekommen und sind lecker frühstücken gegangen. Einziger Wehrmutstropfen war, dass die Betreiber des Cafés uns offenkundig raus haben wollten, damit der Vierertisch für andere zahlende Gäste frei werden würde. Erst musste ich lautstark intervenieren, als meine noch halb vollen Chai Latte und Rhabarbersaftschorle einfach mal mit abgeräumt wurden, dann kam ziemlich prompt nach dem letzten Schluck die Bedienung und fragte „Seid ihr jetzt fertig?“ – jaja, wir gehen ja schon… So wurde das Treffen leider etwas abrupt beendet, da alle ihrer Wege gegangen sind. Vermutlich gehen wir da nicht mehr hin, auch wenn der alte Bergkäse echt verdammt lecker war.

Darauf freue ich mich!

Ostern! Nicht wegen Eier-Verstecken, -Suchen oder -Essen, sondern weil die Familie zu Besuch nach Berlin kommt. Davor gilt es aber beim Musikquiz mal wieder eine ordentliche Platzierung zu erreichen…

6 Kommentare

  1. Alex says:

    Zum Thema „Rechts-Dreck“. Bitte lass Dich nicht unterkriegen Maik! Die Leute haben den Mut verloren sich gegen die so offensichtlich Schwachsinnigen lautstark zur Wehr zu setzen, nur um nicht selbst in die Schussbahn zu geraten. Umso besser ist es wenn nicht Jeder verstummt (vor allem jene die ein breites Publikum erreichen)! Danke für deinen Blog und bitte mach genau so weiter! Viele Grüße Alex

  2. Jan says:

    Ach du Schande, was ist denn da los..? Wie schnell braune Idioten Angst haben, um ihre Dummheit betrogen zu werden. Erschreckend, wie hoch der Solidarisierungsgrad unter den ewig Gestrigen ist und wie sicher sich gefühlt wird, Flagge zu offenkundig verfassungsfeindliche und menschenverachtende Aussagen zu zeigen. Ich kann kaum nachempfinden wie tief der Schock für dich gewesen sein muss, zu erkennen, wie viele von denen unter den eigenen „Fans“ stecken.
    Bleib stark, Maik, und immer weiter machen! Die Vernünftigen sind immer noch mehr, wenn auch unglücklicherweise immer noch die leiseren. Kopf hoch und Grüße
    Jan

    • Maik says:

      Auch dir danke für die Aufbauenden Worte. Schön zu sehen, dass zumindest hier noch mein naives Bild einer gutmütigen Leserschaft intakt zu sein scheint. :)

  3. Ash says:

    Die rechten Vollpfosten können halt gut Gleichschritt – darum laufen die auch immer blockweise auf. Sie sind laut, darum scheinen sie mehr zu sein, als sie wirklich sind (wenn auch zweifellos immer noch viel zuviele).
    Auch wenn es in so einem Moment nicht weniger mulmig ist – die starke negative Reaktion zeigt, dass Du getroffen hast.
    Leider zeigen viele oft erst bei so etwas ihr hässliches Gesicht. Auf lange Sicht bin ich guter Hoffnung, dass sie in den Ritzen der Vergangenheit stecken bleiben werden.
    Danke, dass Du Dich bei aller harmlosen Unterhaltung hier trotzdem auch solcher Sachen annimmst.

  4. Pingback: „Sage Nein!“ setzt ein Zeichen für Toleranz und Gleichberechtigung

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