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Review: N.E.R.D – Nothing

N.E.R.D - NothingTitel: Nothing
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Artist: N.E.R.D
(Homepage)

Release: 29.10.2010

Genre: Hip Pop

Label: Interscope (Universal)

Urteil: 3,5 von 5,0 Sternen

Kurzum:

„Sanftere, aber nicht weniger groovige Töne“

Tracklist:

  1. Party People (ft. T.I.) (3:52)
  2. Hypnotize U(4:17)
  3. Help Me (4:07)
  4. Victory(3:42)
  5. Perfect Defect (3:42)
  6. I’ve Seen The Light Inside Of Clouds (4:25)
  7. God Bless Us All(3:29)
  8. Life As A Fish (2:36)
  9. Nothing On You (3:18)
10. Hot-n-Fun (ft. Nelly Furtado) (3:24)
11. It’s In The Air (4:21)
12. Sacred Temple (4:11)
13. I Wanna Jam (3:34)
14. The Man (3:19)

Gesamtspielzeit: 52:24 Min

Zwei Jahre nach Seeing Sounds kommt das US-Trio mit ihrer neuen Platte Nothing um die Ecke. Endlich, möchte man meinen, da der Release mehrfach verschoben wurde und nicht zuletzt die erste Single-Auskopplung und etliche (Live-)Videos online für jede Menge Vorfreude gesorgt haben. In ihrem mittlerweile vierten Studioalbum zeigen sich die kreativen Köpfe um Neptunes-Frontmann Pharell erneut kreativ und vielseitig und beweisen mal wieder, welche Nase sie für aktuelle Musiktrends besitzen. Ruhige Füße werden gekonnt mit tanzbaren Beats kuriert und doch wirkt alles etwas weniger ruppig, als beim Vorgänger.

Im Einzelnen: Im Gegensatz zur Vorscheibe startet Nothing’s Opener direkt impulsiv. Der Hörer wird mit gelungener Bassline auf die kommenden gut 50 Minuten eingestimmt und stimmt mit dem Kopf nickend mit ein. Der im Hintergrund wiederholte Sprechgesang kann jedoch schnell nervig werden. Das Feature von T.I. wirkt ebenso nicht spektakulär aber okay. Für mich persönlich solide, aber der aufbauende Opener Time For Some Action bei Seeing Sounds lag mir mehr. Das folgende Hypnotize U war bereits durch Auftritte in amerikanischen Late Night-Shows ins Netz geraten. Der erste Hörgang lässt bereits Großes erwarten, aber der Song entwickelt sich von Mal zu Mal mehr. Hier präsentiert Pharell seine hohen Stimmlagen und uns allen, dass N.E.R.D auch mal ein ruhiges Brett zimmern kann. Sehr besonderes Ding.

Help Me hätte in der Form wahrscheinlich auch auf einer der Vorgängerplatten Platz gefunden, wirkt aber etwas PS-gedrosselt. Hilfe verschaffen zwischenzeitliche Tempoverschärfungen, die definitiv Lust auf mehr machen. Doch dann versackt der Song leider viel zu oft im dahingeschmachteten Rettungsgesuch. Schade eigentlich. Track 4 tritt etwas positiver auf. In Victory wird in klassischem Call & Response-Prinzip ein Song (viel zu lang) eingeleitet, der sich im Refrain überraschend gut entfaltet. Und das obwohl die Nummer durchaus Pop-Niveau besitzt. Gesang, keine brecherischen Beats. Die ehemals Lapdance-verschreibenden N.E.R.Ds scheinen erwachsen zu werden. Eine der stärksten Nummern folgt mit Perfect Defect. Ein an eine 80er-Jahre-Serie erinnerndes Intro wird schon bald von einer packenden Beatline unterbrochen, die einen sofort Mitschwingen lässt. Dazu passender Rap und gutes Tempo. Die wirkliche Explosion fehlt, aber dennoch eine sehr gute Nummer.

I’ve Seen The Lights / Inside of Clouds geht dann wieder etwas vom Gaspedal herunter. Nicht weniger eingängig wirkt vor allem der Einsatz von Saxophonklängen und willkommen kommt der zweite Part des Doppelstückes. Auch wenn hier mit dem tropisch wirken sollendem Xylophonspiel vielleicht etwas zu arg auf die weiche Glocke geschlagen wird. Den Bass entdeckt das Trio dann in God Bless Us All wieder. Doch auch hier will das altbekannte Tempo nicht wirklich aufkommen. Die Bridge des Songs hat jedoch enorme Stärken vorzuweisen. Life As A Fish lässt alle Lügen strafen, die dachten, es ginge nicht mehr langsamer. Auch der impulsive Refrain kann da nicht mehr viel wettmachen. Und leider fehlt die Präzision von Hypnotize U. Eher eine schwächere Nummer der Scheibe. Einzig der Titelbezogene Sprech-Ausflug auf die Tatsache, dass wir wirklich „Nothing“ gelernt haben, vermittelt Charme.

N.E.R.D - Nothing

Etwas Hip Hopiger kommt Nothing On Youy daher. Das gute Zusammenspiel aus Rap-Elementen und den Gesangparts macht daraus eine klassische N.E.R.D-Komposition. Der meiner Meinung nach stärkste Song wurde nicht umsonst als erste Single ausgekoppelt. Hot-n-Fun hat nicht nur Trällerdame Nelly Furtado im Gepäck, sondern auch eine der besten Basslines der letzten Jahre. Aber auch hier wird das Tempo von den Spaz‘s und Anti Matter‘s dieser Welt gemieden. Allerdings passt das wunderbar. It’s In The Air hat ein etwas aus dem Schwung reißendes Sprech-Intro. Doch sobald die Aufmerksamkeits-schürenden Worte durch eine heiß aussehende, dunkelhäutige Richterin unterbrochen wird kommt ein weiterer großer Track zum Vorschein. Die ruhigen Strophen werden gekonnt im Refrain zum Höhepunkt getrieben, um erneut durchzuschnaufen. Klasse Tempowechseln und wunderbares Arrangement.

Sacred Temple flüstert uns förmlich ins Gewissen. Doch nach eher ruhigem Beginn wird der Hörer gen Mittelteil in eine Art Samba-Bann getrieben, der mit eingängigen Drums und wechselseitigem „Say Yeah!“-Gesang Fahrt aufnimmt. Auch hier vielleicht die ein oder andere Wiederholung zu viel, aber sämtlichst grundsolide. Kurz vor Schluss wird mit I Wanna Jam doch tatsächlich nochmal die E-Gitarre rausgekramt, um in alter Rock Star-Manier Energie zu liefern. Leider nicht ganz so mitreißend, erst das letzte Drittel kann wirklich überzeugend, was vor allem kleineren Breaks zu verdanken ist. Das abschließende The Man bringt dagegen einen erneut langsamen Ausklang der Platte. Ähnlich wie beim Opener handelt es sich im Grunde genommen um einen „normalen“ Track, der den Hörer somit irgendwie mit leeren Händen am Ende sitzen lässt. Denn ohne großen Knall, ohne Hektik, ohne sich steigernden Überrefrain oder lang ausschweifende, minimalistischer werdende Klänge, endet der Track mit einem simplen Fade-Out. Vielleicht hat N.E.R.D so etwas auch einfach nicht mehr nötig.

Urteil: 3,5 von 5,0 Sternen

Es bleibt eine insgesamt durchaus gelungene Platte, auch wenn sich das erst nach mehrmaligem Hören wirklich umfassend heraus stellt. Doch die wirklichen Reißer sind leider rar und waren beim vielseitigerem Seeing Sounds stärker gesäht. Hot-n-Fun und Hypnotize U sind das Geld jedoch für sich alleine wert, so dass das Meckern auf hohem Niveau verbleibt. Etwas mehr Hip Hop, Elektro, Tempo und Dynamik hätte ich mir allerdings gewünscht. Mit ihrem titelspendenden Nichts sind die Jungs jedoch stark übertrieben bescheiden.

2 Kommentare

  1. Willy says:

    Dieser Meinung schließe ich mich voll und ganz an!

  2. Pingback: 2010: Best Of Music | LangweileDich.net

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