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Kurzer Point-and-Click-Spaß

„Pants Quest“ Review

Games
Maik - 25.02.22 - 14:45
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Ende letzten Jahres hatte ich euch hier im Blog „Pants Quest“ vorgestellt, das neue Point-and-Click-Adventure des kleinen australischen Indie-Entwicklerstudios Ghost Cat, in dem ihr verzweifelt eure Hose sucht. Kommende Woche Mittwoch wird das Spiel erscheinen, ich konnte jedoch bereits vorab spielen und habe gestern das gerade mal knapp eine Stunde dauernde Alltags-Abenteuer durchgespielt. Ihr könnt euch entweder (noch für rund zwei Wochen) meinen Walkthrough anschauen, oder aber in diesem Spoiler-armen Review erfahren, wie sehr es sich lohnt, das Spiel kommende Woche selbst zu holen.

Liebliche Pixel-Inszenierung

Wie bereits im Trailer zum Spiel zu sehen war, kann man vor allem mit einer wundervoll umgesetzten Retro-Grafik im Pixel-Stil aufwarten. Das wird bereits und vor allem im allerersten Screen des Spieles klar, wenn ihr in eurem Schlafzimmer in das Spielgeschehen einsteigt. Nicht nur finden sich viele liebevoll gestaltete Grafiken, die voller Popkultur-Referenzen und kleinerer Gags stecken, ihr könnt auch mit etlichen davon interagieren.

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Obwohl in „Pants Quest“ eigentlich recht wenige Räume zu sehen sind, die sich allesamt in ein und demselben Haus befinden, gibt es vieles zu entdecken. Das ist definitiv ein Pluspunkt, schafft man es doch trotz der vermeintlich langweiligen 08/15-Szenerie, viel Charme durch die vielen Kleinigkeiten zu entfachen, statt pro Screen einfach nur drei anklick- bzw. anschaubare Dinge zu verteilen, die es zu suchen gilt.

Eigentlich empfinde ich gar dieses Otto-normale Alltags-Setting als sehr erfrischend. Statt Aliens zu bekämpfen oder was weiß ich für abstruse Abenteuer zu bestreiten, sucht ihr eben nach eurer Hose. Zuhause. Wahnsinn… Das lässt aber auch Raum für ganz viel trockenen Humor, gewürzt mit einer gewissen Kritik an die moderne Gesellschaft und melancholische Lethargie. Wenn die Figur dann davon redet, dass eigentlich gerade alles zu viel ist und es auch nicht darauf ankommt, fühlt man sich in Zeiten von Pandemie und Krieg dabei ertappt, zu nicken und sich der Nichtigkeit des Spielens zu hinterfragen…

Zu leicht und limitiert

„Pants Quest“ hat aber auch seine Schwächen. An sich finde ich es gut, dass ein Adventure nicht 30 Stunden oder so benötigt, sondern in Kürze durchzuspielen ist. Etwa eine Stunde hat das für mich bedeutet. Gerne hätte es mehr sein können, vor allem in Anbetracht der erwähnten vielen Dinge, die es zu sehen gibt. Anfangs puzzelt man sich ob der vermeintlichen Optionen einiges zusammen, wird durch den Kaffee-trink-Drang der Hauptfigur von der eigentlichen Suche nach der Hose ferngehalten und malt sich all die Möglichkeiten aus, die da noch schlummern – doch diese folgen nie so wirklich.

Das Rätselgerüst ist recht linear gehalten. Streng genommen sogar zu linear, hatte ich bei der Suche nach einer benötigten Sache doch gar bereits an einem Ort gesucht, an dem sich der Gegenstand später dann tatsächlich befinden sollte, jedoch erst, nachdem ich eine andere Tätigkeit gemacht hatte. Allgemein sind viele Aufgaben auch schlicht zu leicht zu lösen. Manchmal muss man gar nur eine Sache aktivieren oder zwei Dinge banal kombinieren. Da hätte ich mir mehr erhofft. Auch, was die Interaktionsmöglichkeiten anbelangt. Ja, es gibt ganz viel zu entdecken, aber den Großteil kann man lediglich betrachten, um einen kleinen Kommentar zu erhalten. Gerne hätte ich mehr Dinge auch wirklich benutzt, ob das nun zielführend ist oder nicht. Insgesamt war das Niveau dann doch recht überschaubar und wurde mit der Zeit immer simpler, hatte man das Gefühl.

Was es nicht zu wenig gab, waren Dialoge. Wobei, eher Monologe, sieht man doch größtenteils nur unseren Protagonisten reden. Das ist meist mit dem besagten trockenen Humor inszeniert, was gefällig ist, aber an zwei Stellen Richtung Ende des Spieles war es schon seeehr in die Länge gezogen. Vermutlich – zumindest in der einen Situation – auch als Witz für sich, aber da hätte man noch gut kürzen können.

"Pants Quest" Review Pants-Quest-Trailer

Insgesamt hatte ich dennoch eine kurzweilige Spielstunde mit „Pants Quest“. Die liebevolle Ästhetik des Spieles weckt nostalgische Gefühle, das Setting ist angenehm normal gehalten und bietet neben massig Anknüpfungspunkten allerlei Dinge zu entdecken. An einigen Elementen sollte meiner Meinung nach gefeilt werden und die Rätsel waren mir persönlich zu leicht, aber als kleine Abwechslung zwischendurch, wohl des Wissens, dass man da keine Tage investieren muss, lohnt es sich schon!

„Pants Quest“ wird ab Mittwoch, dem 2. März 2022, zum Beispiel über Steam zu kaufen sein (eigentlich hieß es bislang, es würde am 1. März erscheinen, aber aktuell wird mir der 2. auf der Plattform angegeben). Dort gibt es aktuell bereits eine kostenlose Vorabdemo zu spielen. Wie teuer „Pants Quest“ dann sein wird, weiß ich leider nicht. Aufgrund der Kürze würde ich auf etwas zwischen 3 und 5 Euro tippen, das wäre meiner Meinung nach fair.

2 Kommentare

  1. Pingback: Pixel-Portraits von Hatayosi - In MS Paint gemalt

  2. Pingback: Meine Woche (330) - Sie sind wieder da...

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