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Review: MGMT – Congratulations

MGMT - CongratulationsTitel: Congratulations
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Artist: MGMT
(Homepage)

Release: 09.04.2010

Genre: Indie-Folk-Pop

Label: Col (Sony Music)

Urteil: 2,0 von 5,0 Sternen

Kurzum:

„Mist, ich hab‘ den Wumms zuhause vergessen und bin irgendwie in den 70ies gelandet…“

Tracklist:

1. It’s Working (4:07)
2. Song For Dan Treacy (4:09)
3. Someone’s Missing (2:30)
4. Flash Delirium (4:16)
5. I Found A Whistle (3:40)
6. Siberian Breaks (12:10)
7. Brian Eno (4:32)
8. Lady Dada’s Nightmare (4:31)
9. Congratulation (3:57)

Gesamtspielzeit: 43:52 Min

Verwöhnt vom grandiosen Erstlingswerk Oracular Spectacular geht es jetzt in die harte zweite Runde für alle MGMT-Fans. Und eines kann man dem amerikanischen Duo definitiv nicht vorwerfen: Den fehlenden Willen sich ändern und weiterentwickeln zu wollen. Damit hat es sich dann aber auch. Denn der krasse Stilwechsel hat mich zumindest stark enttäuscht.

Kommt der Vorgänger noch mit einem absoluten Knaller-Intro des Knaller-Songs „Time To Pretend“ daher – sehr modern, elektronisch angehaucht, mit eingängigem Beat und stimmiger Struktur – erinnert „It’s Working“ an ein 70er-Jahre-Fernsehserienvorspann. Nach kurzem Geplänkel startet auch schon das albumexemplarisch psychidelische Kopfstimmendahingeschmachte. Begriffe wie Atmosphäre, Dahinschweben und Stimmung könnten hier genannt werden, passen aber wohl eher auf die abendliche Studiosession der beiden. „Song For Dan Treacy“ hat mich erst überrascht. „Hey, das klingt doch haargenau wie Pete Doherty!“ dachte ich beim Intro, was wirklich stark an Babyshambles klingt. Leider aber auch nur einige Sekunden, denn danach verflacht das Stück da, wo es eigentlich auftrumpfen sollte, nämlich in Bridge/Refrain. Hier erwartet man einen knalligen Refrain, aber die elektrischen Gitarren und Elektrosounds wurden entweder daheim vergessen oder sind zu oft im Weichspüler gelandet. Das Schlimme ist jedoch: Das ist wirklich noch einer der guten Tracks auf der Platte!

Weiter geht’s mit „Someone’s Missing“, was defintiv auf den Schlagzeuger zutrifft, der im Interlude-artigen Stück viel zu kurz kommt und durch mehrfache Halleffekte ausgetauscht wurde. Das folgende „Flash Delirium“ und die erste Singleauskopplung hat wohl am ehesten den alten MGMT-Stil in sich. Trotz eher elementarerer Songstruktur und ruhigerem Aufbau schafft der Song Energie zu übermitteln. Keine Effektüberreizung, sondern cleaner Sound. Aber so wirklich vom Hocker hauts leider auch nicht. Der triumphierende Ausspruch „I Foud A Whistle“ dümpelt so dahin, ehe es mit Track 6 in die große Pause geht. „Siberian Break“ kommt mit satten 12 Minuten daher, was für Outros fast normal wirkt, aber so mitten in der Scheibe eigenartig wirkt. Fällt beim Hören aber glücklicherweise kaum auf, da es zu etlichen Tempo- und Stylewechseln kommt. Zumindest der lang erhoffte Break in der Mitte des Tracks und das elektronisch angehauchte und verdammt lange (aber gute) Outro des Songs geben ihm eine Existenzberechtigung. Komischerweise gerade die Teile, die ohne Vocals auskommen…

„Brian Eno“ trumpft mit eingängiger Melodie auf und schafft es im Vergleich zu seinen Kumpanen recht problemlos in Ohr und Beine und bleibt da auch erstmal. Es geht doch! Ist das etwa die Wende? Nein. Mit „Lady Dada’s Nightmare“ wird man schnell daran erinnert, dass die 9 Songs ja schon bald vorbei sind. Aber anstatt mit einem Wumms zu enden, entschließt man sich, einen wie ich finde enorm nervigen Instrumentalsong reinzuqeutschen, um danach mit einem 08/15-Sülz-Popsong daher zu kommen. Seltsam ist irgendwie, dass der finale Track sein Abschluss-„S“ verloren zu haben scheint um wirklich berechtigt als Titeltrack durchgehen zu können.

Urteil: 2,0 von 5,0 Sternen

Sicherlich ist das alles Kritik auf hohem Niveau. Solchen Vorfreuden kann man kaum gerecht werden und doch schafft es MGMT mit ihrer gefühlten Lustlosigkeit selbst meine Enttäuschung zu enttäuschen. Viele psychedelische und zu verspielte Parts lassen ewig auf Knaller warten. Sicherlich ist das Talent für Melodien nicht abhanden gekommen, aber der ursprünglich mehr oder weniger einzigartige Stil und Mix aus elektronischem Indiepoprock ist abhanden gekommen und übermelodiöser Hippiemusik gewichen.

Zugutehalten muss man MGMT, dass es das Album (nachdem es geleaked ist) im Netz zum kostenlosen Hören gibt. Angeblich habe man daran gedacht, es gleich zum Download anzubieten, aber das wollte Madame Sony wohl nicht.

Die guten alten Zeiten noch einmal mit „Kids“:

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