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Review: Jamiroquai – Rock Dust Light Star

Jamiroquai - Rock Dust Light StarTitel: Rock Dust Light Star
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Artist: Jamiroquai
(Homepage)

Release: 29.10.2010

Genre: Funk-Pop

Label: Mercury (Universal)

Urteil: 4,0 von 5,0 Sternen

Kurzum:

„Gelungene Kombination aus Lounge- und Tanzmusik vom Funk-Indianer“

Tracklist:

  1. Rock Dust Light Star (4:41)
  2. White Knuckle Ride(3:35)
  3. Smoke And Mirrors (4:31)
  4. All Good In The Hood(3:37)
  5. Hurtin‘ (4:18)
  6. Blue Skies (3:53)
  7. Lifeline (4:41)
  8. She’s A Fast Persuader (5:18)
  9. Two Completely Different Things (4:26)
10. Goodbye To My Dancer (4:07)
11. Never Gonna Be Another (4:08)
12. Hey Floyd (5:09)

Gesamtspielzeit: 52:23 Min

Die Produktivität der Jungs um Sänger Jay Kay hält sich im neuen jahrtausend dezent zurück und lässt jede neue Platte mittlerweile wie ein Comeback wirken. So sind seit dem experimentellen aber nicht weniger großartigen Vorgänger Dynamite satte fünf Jahre ins Musikland gezogen, ehe mit Rock Dust Light Star heute der Nachfolger erschienen ist. Doch die lange Wartezeit sieht man den sechs Briten nach, sobald die Scheibe anläuft. Denn die Produktionszeit wurde nicht verplempert, sondern vollends in Qualität gesteckt, die letztlich eine Platte heraus bringt, die zwar nichts revolutioniert, aber einen runderen, bekannteren Sound abliefert, als Dynamite es tat. Und letztlich ist es diese Unverwechselbarkeit und der eigene Sound Jamiroquais, der es zu etwas Besonderem macht und Wiederholungen und Ähnlichkeiten verzeiht.

Aber im Einzelnen: Im Vergleich zu vielen anderen (vor allem aktuellen) Platten, hat RDLS den Wahnsinn geschafft, sowohl einen Knaller-Opener, als auch einen sensationellen Schlusstrack zu zaubern. Mit dem Titeltrack Rock Dust Light Star werden wir zunächst etwas hart mit einer kleinen Probeaufnahme willkommen geheißen, ehe der eigentliche Track startet und uns direkt in die Lounges der Cosmic Girl-Neunziger zurück führt. Eine runde Melodie und ein eigentlich unspektakulärer Song wird durch den eindringlichen Refrain zu etwas besonderen. Das merkt man vielleicht nicht sofort, aber spätestens am Supermarktregal, der Waschstraße oder beim Spülen, wenn der gesprochene Titel nicht mehr aus dem Kopf will. Track 2 bietet die erste Singleauskopplung White Knuckle Ride. Etwas tanzbarer und synthie-elektronischer daher kommend. Noch nicht sensationell, aber eine solide Nummer, die sich überraschenderweise nicht totläuft nach mehrmaligem Hören. Jamiroquai - Rock Dust Light Star

Mit passend zum Titel souligem Beginn startet Smoke And Mirrors. Bassline und sich ankündigende Bläser bereiten den allgemein eher ruhigen Song vor, der durch seine Minimalistik eine willkommende Abwechslung bietet. Der eigentliche Höhepunkt des Songs ist der Break gegen Ende, bei dem Jay Kays Stimme zur vollen Geltung kommt, während er The Good, The Bad, The Ugly einbezieht, samt kurzweiligem Saxophonsolo. Saxophon, man! Wo gibts das denn bitte noch? Das folgende All Good In The Hood ist einer der schwächeren und unauffälligeren Songs. Eher eine Überleitung zu Hurtin‘, der weitaus mehr Charakter besitzt. Das nicht zuletzt aufgrund erster „richtiger“ Gitarrentöne. Und obwohl der Song vieles richtig macht, wartet man leider vergebens auf eine Explosion gegen Ende. Hier wäre mehr drin gewesen.

Blue Skies bietet uns die zweite Singleauskopplung. Mit die langsamste Nummer, stellt sie die Quotenballade im Sinne von Seven Days In Sunny June und Co. dar. Durchaus gelungen ist das allgemeine Arrangement des Songs, des die einzelnen Parts wunderbar ineinander übergleiten lässt. Schade, dass das Cabriowetter fehlt. Lifeline tritt wieder etwas aufs Gaspedal und punktet nach eher souligem Beginn mit belebendem Refrain. Das folgende She’s A Fast Persuader ist ein enorm atmosphärischer Track, der ein bisschen an die Acid-Jazz-Wurzeln der Band erinnert und wohl mehr zur aktuellen Wetterlage passt. Two Complete Different Things dagegen wirkt weniger melancholisch, sondern durch und durch froh und sommerlich. Sehr gute Nummer. Etwas schwächer aber immer noch gut ist Goodbye To My Dancer, welches jedoch irgendwie den letzten Schliff des gewissen Etwases vermissen lässt. Das wirkt teils etwas zu plump.

Die wirklich langsamste Nummer der Platte folgt mit Never Gonna Be Another kurz vor Schluss. Gekonnte Plattenstruktur mag man meinen, da so der Hörer kurz vor dem Finale noch einmal runter geholt wird. Und das schafft der Song, der einen trotz und vielleicht gerade aufgrund seiner simplen Struktur erreicht. Hier zeigt sich die sowohl erzählerische als auch emotionale Stärke von Jay Kay’s Stimme. Doch das eigentliche Highlight hat sich das Britishe Sextett für den Schluss aufgehoben. Mit Hey Floyd bringt der Abschlusssong alles mit, was auf der Platte zu finden ist. Ein ruhiges Intro baut sich nach und nach auf, ehe der Song nach rund einer Minute explodiert. Wer da ruhig sitzen bleibt hat keine Beine. Mit mehreren Stilwechseln, die sich unter anderem in Reggea, Jazz, Pop und vielem mehr bedienen, wird ein buntes Pottporree geboten. Der Abschluss dagegen wirkt so prompt, dass man sich einfach einen weiteren Track erhofft und erwartet. Doch den gibt es leider nicht. Und so bleibt nur der Repeat-Knopf. Doch den drückt man gerne und schnell.

Urteil: 4,0 von 5,0 Sternen

Bei fast jedem der RDLS-Tracks können Kritiker bemängeln, dass sich alles gleich anhöre, alles wie damals klingt und irgendwie schon einmal da gewesen sei. Loben kann man jedoch, dass sich alles passend arrangiert anhört, wie damals klingt und irgendwie schon einmal da war. Denn das ist das Jamiroquai, wie es vor Dynamite klang. Die expeimtelle Phase ist vorbei und mit RDLS wird uns eine weitaus rundere Platte geboten, die trotztem eine gewisse Varianz bietet. Denn die Abwechslung ist definitiv da, auch wenn sie sich vielleicht erst auf dem zweiten Hör entwickelt. Denn an sich ist es eine Lounge-Platte, die wunderbar im Hintergrund laufen kann. Doch hier und da blitzt dann die Genialität im Detail auf.

Zu bemängeln ist jedoch, dass die richitgen Kracher fehlen. Alle Songs sind gut, wirklich Abfälle nach unten gibt es nicht, aber DER Dance-Knaller oder DIE Superballade sind nicht zu finden. Alles auf hohem Niveau und nett anzuhören. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger. Jedenfalls sei jedem diese Platte ans Herz gelegt, der schon einmal irgendwas von Jamiroquai mochte. Denn enttäuschen tut sie trotz hoher Erwartungen nicht. Auch wenn ich persönlich den experimentellen Vorgänger besser finde, aufgrund des höheren Kontrastes, der irgendwie mehr Charakter mit sich brachte. Dennoch macht das Album Lust af mehr und es bleibt zu hoffen, dass es bis zum nächsten Comeback nicht allzu lang dauert.

Ein Kommentar

  1. Pingback: 2010: Best Of Music | LangweileDich.net

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