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Rezension zum Debüt

Heisskalt – Vom Stehen und Fallen

MusikMusikrezensionen
Maik - 19.03.14 - 12:27

Heisskalt - Vom Stehen und Fallen
Titel:Vom Stehen und Fallen
Artist:Heisskalt
Release:21.03.2014
Genre:Rock/Alternative
Label:Chimperator Department Disdeal (Sony Music)
Urteil:3,5 von 5,0 Sternen
Kurzum:Dreckiges Haudrauf-Debüt.

Endlich. Endlich erscheint das Debütalbum des Chimperator-Signings Heisskalt. Vor über einem Jahr hatte ich euch den ersten Track aus der EP Mit Liebe Gebraut gezeigt. Die ist letztlich auch ganz vorne in meinem Jahresranking der besten Alben 2013 gelandet.

„Erfrischender Sound, der energetisch und melodisch zugleich ist.“

Das hatte ich eingangs zum Vorstellungstrack Hallo geschrieben. Die EP fand ich so großartig, weil sie mehrere Facetten aufzeigen konnte, die allesamt etwas Neues, Eigenes hatten. Um es vorweg zu nehmen: diese Eigenschaft hat das Album leider nicht ganz erreicht. Dennoch ist Vom Stehen und Fallen ein grundsolider erster Schritt in den Musikmarkt geworden.

Track by Track

Im Kurzweil-ICH-Interview hatten die Jungs bereits prophezeit, dass es durchaus härter auf der Platte zugehen dürfte:

„Wir können auf jeden Fall schonmal erzählen, dass wir beim Schreiben fürs Album teilweise sehr erstaunt und begeistert waren, wie hart da manche Songs und Parts geworden sind. […] Niemand sieht uns grade mit einem super poppigen Album um die Ecke kommen!“

Und das halten sie auch ein. Das Schlagzeug begrüßt uns unaufgeregt und direkt im Intro von Das bleibt hier. Ein sich aufbauender Track, der aber noch nicht ganz passt, was Abstimmung zwischen Sprechgesang und Musik in der Strophe angeht. Dafür kann die Bridge mit Atmosphäre überzeugen. Dann folgt mit Nicht anders gewollt die erste Single. Durchaus ein Repräsentant der kompletten Scheibe. Kompromisslose Riffs, vereinzeltes Geschrei und Drum- wie Wortsalben in hoher Frequenz. Wirkt anfangs noch etwas sperrig, ist nach einigen Durchläufen aber durchaus im Ohr.

Track 3, Sonne über Wien, zeigt, dass Heisskalt durchaus rauhe Gitarren mit melodiösen Klängen verbinden kann. Der Refrain kann die in der Strophe aufgebauten Erwartungen leider nicht ganz halten. Identitätsstiftend als erster etwas ruhigerer Song. Denkt man zumindest. Denn nach dem melancholischen Intro kommt einem energetisches Geschrei entgegen. Erinnert ein bisschen an vereinzelte Beatsteaks-Tracks der alten Schule. Schöne Plattenergänzung, vor allem, weil noch einmal die Klammer zu den ersten Takten geschaffen wird.

„Komm wir werden zu Staub und lassen uns von den Dächern streuen“ – So leicht zeigt, was Heisskalt stark macht. Ergreifende Lyrics gepaart mit eigenem Sound. Und dabei kommt der Track lyrisch wie musikalisch alles andere als „so leicht“ daher. Einer der besten Songs des Albums, der zeigt, dass die Stärke eben auch in den ruhigeren – aber nicht weniger intensiven – Klängen steckt. Passend dazu folgt mit Kaputt der Kontrast. Bei Live-Auftritten dürfte die Zeile „Komm wir machen ‚was kaputt!“ durchaus zu Tumulten im Publikum sorgen. Energetischer und direkter Sound mit klarer Ansage.

Heisskalt - Vom Stehen und Fallen

Track 7 schwimmt ein bisschen als Ergänzungstrack mit, das darauf folgende Nicht gewinnen dagegen weiß erneut die Mischung aus atmosphärischem Intro und harten Riffwänden aufbieten. Auch hier erneut das Prädikat „einarbeitungswürdig“. Die Tracks kicken nicht direkt beim ersten Mal, müssen teils erst für sich entdeckt werden. Nicht immer steckt man in der Stimmung für den kraftvollen Aspekt solcher Tracks. Für manche Stimmungen zwischen Melancholie und Luftablassen, sind sie aber genau richtig. Gipfelkreuz verliert sich teilweise ein wenig in sich selbst, kann dafür aber mit einem runden Refrain aufwarten.

Bestehen ist dann doch noch die erwartete ruhige Ballade. Für meinen Geschmack etwas zu spät in die Platte hinein geworfen. Aber das macht die Mischung aus, die auf der EP so stark war. An ein Dezemberluft kommt es aber leider nicht ganz ran. Keine Zweifel lassen die Jungs dann beim Abschlusstrack aufkommen. Langsam entwirrt man sich aus den melancholischen Grundklängen des Vorabtracks und entfaltet die komplette Soundgewalt. Und alles zerbricht. So kompromisslos, wie der Sound zwischenweilig ist, wird auch das Ende nicht überpenetriert sondern endet eben einfach.

Es ehr die Jungs, keinen der Tracks aus Mit Liebe Gebraut in die Tracklist übernommen zu haben. Einige hätten hier aber durchaus gut getan um ein paar Spitzen zu bilden bzw. das Gesamtmuster zu komplettieren.

Urteil: 3,5 von 5,0 Sternen

Hatte das Label Chimperator bereits bei CRO einen verdammt guten Riecher für frischen Sound, beweisen sie es ebenso bei Heisskalt. Auch wenn der Mainstream sicherlich nicht erreicht wird, kann man ohne Risiko vorhersagen, dass Heisskalt sich eine Fanbase aufbauen werden, denn aktuell bedienen sie eine Nische, in der viele sehnsüchtig nach neuer Musik dürsten.

Das Potenzial haben die Jungs allemal. Das haben sie aber vor allem auf der EP vergangenes Jahr demonstriert. Können sie bei einem folgenden Album die Essenz aus dem Debüt wahren und mit weiteren Facetten erweitern, könnte Großes auf uns zukommen. So etwas wie ein deutsches Disco Ensemble – das wäre doch was!

Tracklist:

1Das bleibt hier3:14
2Nicht anders gewollt3:10
3Sonne über Wien4:23
4Identitätsstiftend5:22
5So leicht5:19
6Kaputt3:41
7Alles gut3:18
8Nicht gewinnen4:35
9Gipfelkreuz4:47
10Bestehen4:31
11Zweifel3:56
Gesamtlaufzeit:46:16

Die Jungs sind auch noch etwas auf Tour. Live dürfte das noch einmal energetischer rüber kommen:

19.03.2014 München, StrØm
29.03.2014 Mannheim, Openin Festival
04.04.2014 Augsburg, Kantine
05.04.2014 Fulda, Kreuz
06.04.2014 Köln, Underground
07.04.2014 Hannover, Béi Chéz Heinz
09.04.2014 Saarbrücken, Garage (Kleiner Club)
10.04.2014 Münster, Skater’s Palace
11.04.2014 Essen, Weststadthalle
12.04.2014 Rostock, Mau Club
13.04.2014 Koblenz, Circus Maximus
16.04.2014 Marburg, KFZ
17.04.2014 Potsdam, Lindenpark
18.04.2014 Lübeck, Rider’s Café
20.04.2014 Karlsruhe, Substage
23.04.2014 Aschaffenburg, Colos-Saal
24.04.2014 Nürnberg, Rockfabrik
25.04.2014 Leipzig, Werk 2
26.04.2014 Innsbruck (AT), Weekender Club
27.04.2014 Wien (AT), B72
29.04.2014 Würzburg, Cairo
30.04.2014 Dresden, Groove Station
01.05.2014 Cottbus, Bebel
02.05.2014 Linz (AT), Posthof
03.05.2014 Podersdorf (AT), Seaside Festival
08.05.2014 Freiburg, Jazzhaus
09.05.2014 Thun (CH), Café Mokka
17.05.2014 Stuttgart, Universum

Ein Kommentar

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