Homepage

Kakkmaddafakka, L'aupaire, The 1975, Aurora & Niila

Musik-Kurzreviews März 2016

MusikMusikrezensionen
Maik - 22.03.16 - 15:20
kurzreviews_2016-03

Sonst sage ich ja oft, dass „diesen Monat für jeden was dabei“ sei – das ist dieses Mal nicht der Fall. Schon seltsam, aber irgendwie hat sich im März musikalisch sehr Ähnliches ergeben, was sich nicht nur in der sternlichen Bewertung niederschlägt, die konstanter ausfällt als die Siege des FC Bayern, nein, auch von Stimmung und Klang ähneln sich die „Alben des Monats“ sehr. Zwei Indie-Bands und drei Singer Songwriter (mal mit mehr Betonung auf der ersten und mal auf der zweiten Hälfte des Begriffs) gehen mit schönen aber tendenziell eher entspannten Tönen ins Kurzrennen. Da ist dann eben für jeden was dabei, der Indie-Poprock und so mag.

Review: Kmf (Kakkmaddafakka)

Release: 18.03.2016

Urteil: 3,5 von 5,0 Sternen

Auf dieses Album hatte ich mich am meisten gefreut. Zunächst war ich etwas enttäuscht, weil das Album so dahin plätschert. Die meisten Kanten besitzt Kakkmaddafakka mittlerweile ausschließlich im Bandnamen. Aber kleine, feine Melodien kreieren und einen beim Hören denken lassen, man wäre im Urlaub (zum Beispiel auf den Galapagosinseln) schaffen die Jungs noch immer. Mit Language gibt es dann auch einen etwas fetzigeren Song, der mir sehr zusagt.

Review: Flowers (L’aupaire)

Release: 11.03.2016

Urteil: 3,5 von 5,0 Sternen

Bei Newcomern ist es irgendwie immer komisch, wenn man einzelne Tracks schon durch Musikvideos und EPs in- und auswendig kennt und sich darum plötzlich ein Debütalbum ergibt. Das ist ein wenig unfair gegenüber den neuen Tracks. Die können aber teilweise ganz gut aufholen und die markante Stimme von Robert Laupert, die irgendwo zwischen Paolo Nutini und einer Whisky-trinkenden Rat Pack-Version von Kermit (das ist positiv gemeint) steckt, hält alles zusammen. Musikalisch bleibt es einigermaßen abwechslungsreich, auch wenn die Uptempo-Nummern leider rar gesät sind (da ist so viel Swing-Potezial vorhanden!). Insgesamt aber sehr emotional, einnehmend und einfach eine frische Klangfarbe. Das leicht folklorisch anmutende You ist einer meiner Favoriten.

Empfehlenswert ist übrigens auch mein kurzweil-ICH Interview mit L’aupaire.

Review: I like it when you sleep, for you are so beautiful yet so unaware of it (The 1975)

Release: 26.02.2016

Urteil: 3,0 von 5,0 Sternen

Hier hatte ich mich tatsächlich auch sehr drauf gefreut, hatte ich im Hinterkopf doch rockige Töne verstaut, die jetzt bitte kraftvoll bestätigt werden sollten. Nach dem Anspielen des Albums musste ich mich aber erst einmal vergewissern, ob es die gleiche Band ist, die meine Erinnerungen da meinten. Ja, die, die 2013 noch Songs wie The City gemacht haben. Lebendig und frohsinnig, aber doch etwas dreckig und mit Schmiss. Tjoa, das gibt es dieses Jahr nicht und ich musste den ersten Durchlauf tatsächlich aus Enttäuschung abbrechen.

Zum Glück habe ich aber noch einmal reingehört. Und zwei Mal. Und öfter. Denn auch wenn die gröberen Gitarrenriffs Synthies und Streichern zum Opfer gefallen sind, hat das Album jede Menge Charakter, seinen ganz eigenen Sound (okay, klingt hier und da wie The Virgins oder gar eine schriller-popigere Variante von Panic! At The Disco…) und vor allem ungemeine Abwechslung. Zum tanzen auffordernde Uptempo-Nummern (Love Me) wechseln sich gerade hinten raus mit experimentell anmutenden Instrumentals ab, die dann auch noch Namen wie Please Be Naked haben. Sehr interessante Mischung, die zudem mit 74 Minuten Spielzeit erfreulich viel CD-Platz ausfüllt, würde man CDs noch wirklich nutzen…

Review: All My Demons Greeting Me As A Friend (Aurora)

Release: 11.03.2016

Urteil: 2,5 von 5,0 Sternen

Ihr wisst schon, dieses skandinavische Mädchen, das in der TV-Werbung mit den Wölfen rennt. Auch die hat ihr Debüt veröffentlicht und konnte mich dann doch größtenteils überzeugen. Am Ende ist es mir insgesamt aber schlicht zu seicht und austauschbar geworden, wobei Madame natürlich wenig kann, dass ich mich regelmäßig an die Stimme Lena Meyer-Landruts erinnert fühle. Insgesamt ist es mir einfach zu sphärisch geworden.

Review: Gratitude (Niila)

Release: 11.03.2016

Urteil: 3,5 von 5,0 Sternen

Bleiben wir nordeuropäisch. Beim Finnen Niila hatte ich tatsächlich auch erst Angst, dass das Hören für meine Ohren in einem Bad voll selbstzweifelnder Emotionen und Melancholie endet. So ist es auch teilweise, aber Songs wie Restless Heart oder Play You sind wie ein aufregender Badezusatz, der knistert und blubbert. Bei Songs wie Single/Songwriter erinnert er in der jazzigen Sprechgesang-Manier sogar ein wenig an den sehr geschätzten Lukas Graham.

Insgesamt sehr abwechslungsreich, stimmungsvoll und mit Charakter. Man könnte meinen, auf diesem Album sei für jeden was dabei…

Alle Albumtitel sind Amazon-Partnerlinks.

6 Kommentare

  1. Pingback: [LangweileDich.net] Musik-Kurzreviews März 2016 – #Musik

  2. Nico W. says:

    Mist, hättest du nicht den gleichen Eindruck von Auroras Album wie ich nach dem ersten Probehören gehabt, hätte ich es vielleicht doch noch gekauft. Leider kommt ihre Eigenart live einfach besser rüber als bei so ähnlich klingenden Songs ohne Bild.
    Aber ich wüsste echt gerne, wie du das Album von Annenmaykantereit findest. Die Vorabsingle hat mich nämlich ziemlich enttäuscht und jetzt höre ich von allen Seiten, dass es über- und glatt produziert wurde.

    • Maik says:

      Habe bisher auch nur den Vorabkram gehört und war ebenso alles andere als geflashed. Für mich eine tolle Stimme aber drumherum mit viel Luft nach Oben, bzw. zu seichter Norddeutsch-Poprock. Werde die Tage mal genauer reinhören.

  3. Pingback: Review: iZombie S02E15 – He Blinded Me… with Science - Fakten, Fakten, Fakten! - seriesly AWESOME

  4. Pingback: L’aupaire – Flowers - Neues Musikvideo | LangweileDich.net

  5. Pingback: Kakkmaddafakka – May God - Museums-Musik | LangweileDich.net

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



INSTAGRAM

Partner

amazon Partnerlink

seriesly AWESOME

QUIZmag

unruly

Newsletter

Hallo!

Ich bin Maik Zehrfeld und habe diesen Blog 2006 aus Langeweile heraus gegen die Langeweile gegründet. Mittlerweile stellt LangweileDich.net eine Bastion der guten Laune dar, die nicht nur Langeweile vertreiben sondern auch nachhaltig inspirieren will. Gute Unterhaltung!

Kontakt Blogroll Mediadaten sponsored Archiv RSS
Langeweile seit 3737 Tagen.