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Rezension: Incubus – If Not Now, When?

Incubus - If Not Now, When?Titel: If Not Now, When?
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Artist: Incubus
(Homepage)

Release: 08.07.2011

Genre: Pop-Rock

Label: Smi Epc (Sony Music)

Urteil: 2,5 von 5,0 Sternen

Kurzum:

„If Not Now, Then Next Album.“

Tracklist:

  1. If Not Now When (5:06)
  2. Promises Promises (4:26)
  3. Friends And Lovers (4:07)
  4. Thieves (4:17)
  5. Isadore (4:35)
  6. The Original (5:05)
  7. Defiance (2:19)
  8. In the Company of Wolves (7:35)
  9. Switch Blade (3:28)
10. Adolescents (4:50)
11. Tomorrows Food (4:19)

Gesamtspielzeit: 50:07 Min

Lang erwartet ist es endlich da, das 6. Studioalbum der fünf Kalifornier. Sei ihrer Gründung 1991 haben sie mehr Stilwechsel durchgemacht als Modanna, ehe sie mit ihrem Alternative-Rock im Mainstream und Erfolg angekommen sind. 15 Millionen Platten sind weltweit an den Mann gebracht werden, einige mehr sollen es mit If Not Now, When? werden. Doch der Name macht mehr Versprechungen als manch einem lieb sein dürften.

Aber im Einzelnen: Die Platte startet direkt mit dem Titeltrack. Streicher begrüßen den Hörer ehe ein 80er-Jahre Intro übernimmt. Dann setzt die unverwechselbare Stimme von Frontmann Brandon Boyd ein und schnell wird klar: Das wird kein Haudrauf-Rockalbum. Angenehmes Intro mit Mitsumm-Charakter aber nichts, was musikalische Bäume ausreißt. Ein bisschen anders wird es bei Track Zwei, der gleichzeitig die zweite Pre-Release-Single-Auskopplung darstellt: Promises, Promises (Musikvideo) wirkt etwas lebendiger. Eine feinlebige Klaviatur, eine Prise Ohrwurm und jede Menge Radiotauglichkeit. Das ist dann auch die Sache, die sich Incubus bereits jetzt ankreiden lassen muss: Das. Ist. Pop. Gewiss kein schlechter, aber wo sind die Anna Molys, Nice To Know Yous und Wish You Were Heres?

Auch Friends And Lovers weiß keine Antwort. Man hat das Gefühl lediglich die in ihrer Unauffälligkeit kaum unterscheidbaren Hintergrundinstrumente wechseln. Kann man als rundes und komplettes Album, quasi eine Einheit bei der jeder Track auf den anderen abgestimmt ist und diese miteinander verschwimmen, beschreiben. Muss man aber nicht. Das ist gefällige Lounge-Musik, die es bestimmt auf eine Kuschel-Rock schafft, jedoch nicht mehr in alle CD-Wechsler ehemaliger Fans. Mein Gott, liest sich das fies. Lasst mich etwas Wind aus der Turbine nehmen: Das ist keineswegs schlechte Musik. Aber austauschbare. Sie geht hier und da ins Ohr aber eben nicht ins Bein. Und von den Texten her tun sich auch keine neuen Welten auf. Thieves lässt im Intro doch tatsächlich eine E-Gitarre ran! Die verstummt jedoch schnell und macht unauffälligem Bassspiel Platz. Es folgt ein Refrain, der wenigstens ein bisschen Erkennungsgrad im Abklang besitzt.

Incubus

Isadore schafft es endlich ein bisschen auszubrechen aus der Lethargie. Auch wenn das Intro auf die Bremse tritt, scheint wenigstens das Schlagzeug auf sich aufmerksam zu machen. Doch keines der anderen Instrumente will so recht einsteigen. Und schnell sind wir beim seichten Kopfnicken von Müttern beim nachmittaglichen Treffen der Kindergartengruppe angelangt. Nett. Ganz doll nett. The Original denkt sich, dass die Platte bisher zu laut war und unbedingt eine Ballade fehlt. Falsch gedacht. Dennoch muss man dem Song lassen, dass er bislang mit einer der konsequntesten ist. Hier steht von Beginn an drauf, was es ist. An Klassiker wie Drive oder Are You In? kommt es aber nicht annähernd heran.

Defiance lässt Broyds Stimme wenigstens mal etwas aufs Gas treten. Dabei bleibt es dann aber auch. Lediglich eine Akkustik-Klampfe im Rücken bleibt es leider nur bei einem auflockerndem Zwischenspiel, einer netten Überleitung zum nächsten netten Song. Der heißt In The Company Of Wolves. Ein sehr atmosphärischer Track. Extrem-Ballade, die wenigstens düster daher kommt. Aber auch hier will es nicht so recht klappen, das klingt gerade im Übergang zur Bridge zu sehr nach Coldplay. Und dann wird der Song auf einmal länger und länger, was so etwas wie Sound-Experimente mit sich bringt. Immerhin.

Doch dann die vermeintliche Erlösung: Switch Blade dürfte für alle Cabrio-Mütter der Skip-Song schlechthin sein. Endlich Tempo, Dynamik, Eyperimente. Danke. Mehr davon! Auch wenn Der Refrain durhaus Optimierungsbedarf besitzt, bietet die Strophengestaltung einfach mal einen willkommenden Spatz in der Hand.

Es folgt die erste Single, Adolescence (Musikvideo). Erneut eher ruhig besitzt es wenigstens den alten Incubus-Sound und bietet eine runde Performance. Und wenigstens etwas Schmiss im Refrain. Warum erst so spät, die Herren? Ehrlich gesagt hatte ich bei der Videopremiere zu Adolescence gedacht: „Hm, nicht schlecht. Aber da dürfte noch mehr kommen und das mit einer der ruhigsten Lieder werden. Ist ja ’ne Single“. Nix da. Zuletzt lässt Tomorrows Food die Platte nicht viel mehr als ausklingen. Eine nicht enden wollende Kaskade von Streichern und seelischem Fade-Out. Huch, vorbei, wie schade. Dann erklingt Bridges Burning von den Foo Fighters in meinen Ohren. Danke, iPod!

Urteil: 2,5 von 5,0 Sternen

Denn letztlich bleiben die 5 Ehemals-Rocker klar hinter ihren Bestleistungen zurück. Mein Tipp: Lieber die B-Seite des 2009er Best-Ofs Monuments And Melodies hören. Da war weitaus mehr Charme, Abwechslung und Musik drin. If Not Now, When? besitzt leider nur im Titel eine direkte Aufforderung, aktiv zu werden. Alles ist zu ersetzbar, zu eintönig, zu wenig. Ein nettes Geschenk für die Schwiegermutter, die es gern nicht so laut hat und Lounge Musik mag. Insgesamt qualitativ gut Musik und aufgrund drei, vier annehmbarer Tracks immerhin 2,5 Sterne. Und hey, Brandon Boyd hat jetzt ’nen Bart! Ich höre jetzt eine Runde Morning View. Oder die deutsche Version des Album von DeHöhner:

Mehr Videos von Incubus gibt es auf tape.tv!

4 Kommentare

  1. fokka says:

    danke für die rezension!!! leider sehr enttäuschendes album…morning view ftw!

  2. issdiekartoffel says:

    Dank auch von meiner Seite. Ich hoffe das ist nicht unverschämt, ich mach es ja selbst nicht. Aber in der Rezension werden, meiner Meinung nach, viele, viele Phrasen verwendet.

  3. Maik says:

    @fokka: Gern geschehen!
    @issdiekartoffel: Findest du? Welche denn? Ich finde, da sollte man die Kirche im Dorf und Fünfe einfach mal grade sein lassen. ;)

  4. Pingback: 2011: Best of Music (meine Top Alben des Jahres) (Seite 1) | LangweileDich.net

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