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Dendemann – Vom Vintage Verweht

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Titel: Vom Vintage Verweht
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Artist: Dendemann
(Homepage)

Release: 09.04.2010

Genre: Hip Hop

Label: YO MAMA (Sony BMG)

Urteil: 3,5 von 5,0 Sternen

Kurzum:

„Dende is back mit Wumms im Gepäck!“

Tracklist:

  1. Nesthocker (3:11)
  2. Stumpf Ist Trumpf 3.0 (3:19)
  3. V.N.D. (3:44)
  4. O Robota (3:28)
  5. Und Wenn Ja, Warum? (3:22)
  6. Freie Radikale GbRdH (3:17)
  7. Tierisch (3:51)
  8. Petze (2:34)
  9. Metapher Than Leather (4:28)
10. Es Geht Bergab (3:42)
11. I’m A Record Junkie Und Zurück (5:22)
12. Hörma! (3:28)
13. Papierkrieg (4:48)

Gesamtspielzeit: 48:34 Min

Satte vier Jahre nach seinem grandiosen „Pfütze des Eisbergs“ ist die reibeiserne Stimme wieder da. Und das eigen wie eh und je. Im schönen Retro-Assi-Look hat Dendemann die Pre-PR-Welle durchlaufen und mit seiner ersten Singleauskopplung „Stumpf ist Trumpf“ gleich brutalst die (Anti?)Style-Keule rausgeholt und gezeigt, wo der Dendehammer auf dieser Platte hängt. Denn eines wird einem schnell klar: Dende hat im Vergleich zum Vorgänger das Gaspedal gefunden und wird zum dauerhaften Bleifuß. Und ich muss zugeben, dass ich das zuerst nicht zu würdigen schätzte, aber mit der Zeit kommt die Einssicht, dass wir es hier mit einer wirklich gelungenen Platte zu tun haben. Aber wie immer im Einzelnen:

Der Intro-Track „Nesthocker“ kommt schon beinahe ruhig herüber. Mit den Zeilen „Das ist die Geschichte von dem, von dem mit den Geschichten mit den nichtigen Themen“ leitet er sich selbst gewusst ein und lässt beim Einsatz der Bridge die ersten Füße wippen. Die Musik hat sich scheinbar der rohen Stimme Dendemeiers angepasst, alles wirkt etwas zusammengekratzter als noch beim runden Vorgänger. Dann folgt „Stumpf ist Trumpf“ was dem Titel entsprechend noch einen Schritt weiter in die brachiale Stumpfheit geht. Bass, Wumms, Krach – scheiß auf Langeweile! So auch das passende Video, das grandiose Video wir ja schonmal hier hatten. Und alleine die Zeile „so stumpf kommen wir nicht mehr zusammen“ lässt die Elite der betrunkenen Anmachweisheiten lauthals standing ovationieren.

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Ein Flugzeug, ein Laptop oder eine Platte? Geniales Coverdesign.

„V.N.D.“ (Verrückt nach Dir) ist eine Liebeserklärung der rabiateren Art und Weise an die Musik selbst. „Lieber nicht bei Trost als nicht bei Dir“ und „und er flucht und schimpft die ganze Nacht, denn er ist beknackt nach dir 25/8“ sind nur einige Auszüge von Dendetypisch einer vielzahl an zitierbaren Lines. Das kreative Textgenie zeigt sich meist im Detail. Die Spitze des rohen Geradeaus-Hip-Rocks gibts wohl bei Track 4. „0 Robota“ hakt einem förmlich die Ohren im 256/16tel-Takt ab. Bis zum irgendwie fälligen Bluesbreak, der einen wenigstens ein paar Sekunden durchatmen lässt, ehe ein dynamischen „Attention, Attention“ wieder auf die Achterbahn zerrt. Highlight: „Kann ich aber nich, ich habn Englisch drauf wie Lodder, can i become mal Hilfe kurz, ich bin doch kein Robota“. Das folgende „Und wenn ja, warum?“ geht schon beinahe als Ballade durch. Und auch wenn das sicherlich einer der weniger glänzenden Tracks der Platte ist, hat auch er so seine Eigenheit.

Ein bisschen Groove gibt es dann aber doch noch zu finden! Die „Freie Radikale GbRdH“ trumpft mit einem wunderbaren Intro auf, sei es aufgrund der wunderbaren Pianoklänge oder der unterhaltsamen Einführung. Auch hier schwingt man schnell auf dem Bürostuhl mit und Dendemann zeigt nicht zuletzt beim dahingerotzten „Garagenraaaapp!“ seine ganz eigene Stimmfarbe. Dazu gibt es ein wunderbar zum mitgröhlen einladendes Mittelstück. „Tierisch“ beendet die eher einheitliche erste Hälfte des Albums ehe es dann wirklich in die vielseitige Vintagewelt geht. Darin wird uns wunderbar aufgezeigt, dass selbst die eiserne Großstadt mehr Dschungel und Tierwelt ist, als wir manchmal wahrhaben wollen. Im folgenden „Petze“ demonstriert Dendemann wunderbar seinen noch wunderbareren trockenen Humor. Dazu eine geradezu tanzende Beatline. Lässt irgendwie Sommer aufkommen und ist obwohl kurz doch einer der richtig guten Tracks.

„Metapher Than Leather“ kommt schon fast mit einschläferndem Intro daher. Ist das Album schon vorbei? Klingt ganz nach Titeltrack beim mehrfach zitierten Albumtitel. Doch nein! Es geht weiter. Weiter bergab. Track 9 hat (erneut) eine ganz eigene Soundkulisse zu bieten. Und beim gefühlt 342ten „es geht bergab“ musst ich dann schon schmunzeln als ein „Es gibt Rabatt!“ aus den Boxen schallt. Das folgende „I’m a record Junkie. Und zurück“ hätte auch gut auf die Eisbergpfütze gepasst. Eine wunderbare musikalische Zeitreise von den Platten über Musikkassette, CD, Minidisk bis hin zur heutigen MP3. Dazu ein wunderbar minimalistisch-düsterer Beat. Schon fast eine nachdenkliche Atempause. „Hoerma“ zeigt wunderbar, dass „meine Meinung“ viel wichtiger ist als „deine Deinung“ oder „eure Eurung“. Denn nur so machts Sinn, oder? Wortakrobatik trifft Konsequenz. Und dann das abschließende „Papierkrieg“, was momentan mein Lieblingstrack der Platte ist. Das fast instrumentlose Intro zeigt wunderbar, wie sehr Dendemanns Stimme doch alleine wirken kann. Sprache, sogar deutsche, funktioniert! Dann der sich langsam aufbauende Song der vom einsetzenden Refrainsample aus Tocotronics „Eine Welt Aus Papier“ eine höhere Stufe erreicht. Dazu noch kostenlos hier zum Download und unten zum Hören. Klasse!

Urteil: 3,5 von 5,0 Sternen

Beim ersten Durchhör war ich schon fast enttäuscht von der Platte. Wo sind die „Ersoichsos“, „Dreieinhalbminuten“ und „Dende74s“? Wo ist der Soul? Aber dann wird schnell klar: Irgendwie ist jeder Song ein kleines eigenständiges Kunstwerk, textlich sowieso, aber auch musikalisch eine ganz große Abwechslung. Und doch wirkt die Platte nicht wie eine zusammengeworfene Restekiste. Irgendwie passt alles zusammen auf das Konzept „Stumpf“. Diese Stimme ist einfach für Aufruhr und Revulotion da! Und wenn einem dann doch ma nicht nach Rabatz ist, schmeißt man halt einfach „Die Pfütze des Eisbergs“ rein. Und das mache ich jetzt auch. Denn insgeheim gefällt mir die dann doch besser. Basta!

Dendemann – Papierkrieg:

Ein Kommentar

  1. Pingback: 2010: Best Of Music | LangweileDich.net

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