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Alligatoah, Kaiser Chiefs, Everything Everything, GERD, Blackout Problems, Edgär, Master Peace, AF90 & Mina Richman

Kurzreviews März 2024: 9 neue Alben

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Das Jahr bleibt wunderbar weiter im musikalischen Schwung! Nachdem ich im Februar bereits neun Platten besprochen hatte, haben auch die „Kurzreviews“ für März immerhin acht neue Alben für euch parat. Ach wartet – gerade ist noch ein neuntes eingetrudelt! Wie immer natürlich nebst meiner ausgeschriebenen (mal-mehr-mal-weniger-)Kurzmeinung auch die Servicedienstleistung umfassend, Hörproben und Streaminglinks zu servieren. Dieses Mal sind zwar auch ein paar Alben dabei, die im Zuge der letzten zwei, drei Wochen veröffentlicht worden sind (vor allem am 1. März…!), immerhin zwei feiern heute aber auch Veröffentlichung (Happy Release Day!) und eines kommt gar erst kommende Woche raus. So, genug geschwafelt, rein in die Musik!

Review: „Big Business“ [EP] von AF90

Release: 15.03.2024 | Genre: Indie Pop-Rock | Spotify

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Das Bilderbuch-Gründungsmitglied (also, von der Band, vermutlich war er aber auch ein Vorzeige-Mitglied…) lässt vergessen, welch traurige Entwicklung die österreichische Band genommen hat. Zwar sticht mit „Muchacho“ lediglich ein Song extrem heraus und es hätte für mein persönliches Empfinden mehr Gitarren und Härte geben dürfen, aber auch so ist „Big Business“ verspielt und vor allem energetisch. Wer hier nicht mitsingt, -wippt und/oder tanzt, hat nicht laut genug aufgedreht.

Review: „Off“ von Alligatoah

Release: 22.03.2024 | Genre: Rock-Rap | Spotify

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Noch ganz kurzfristig ist die neue Alligatoah-Scheibe bei mir eingetrudelt. Dass die alten Hip-Hop-Tage vorbei sind und uns harte Rockriffs vom Mond gesandt werden, wird bereits im Intro zum Opener „Ich fühle Dich“ klar. Die Raps sind größtenteils gewohnter Natur, die Lautstärke im Mix und Gitarrenlastigkeit dürfte aber ein paar Fans der poppigen Rap-Tracks abschrecken können. Ich dagegen liebe, wie Alligatoah das durchzieht! Allerdings sind mir die Instrumentals teilweise zu generisch und platt. Da hätte ich mir mehr Dynamiken und z.B. auch mal ein hohes Gitarrensolo gewünscht. Textlich gibt es gewohnt viele Details und Tiefgang zu entdecken. Spontan hängen geblieben ist die Zeile „Junge, du nervst mich, weil bei dir nur dein Portfolio divers ist“ von Feature Bausa. Heraus stechen neben dem bereits vorab veröffentlichten Fred-Durst-Feature „So Raus“ die Songs „Ich Ich Ich“ und „Scheissdreck“. Insgesamt ist das ehrlich gesagt weniger als ich mir erhofft hatte. Zum Beispiel mehr Stellen, in denen die Vocals vom üblichen Rap-Duktus abschweifen und stimmlich in eine Fred-Durst’sche Quietch-Ebene gelangen (die gibt es nämlich und sind ziemlich geil!).

Review: „Riot“ von Blackout Problems

Release: 23.02.2024 | Genre: Alternative Rock | Spotify

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Leider ist auch das neue Album der Blackout Problems hinter meinen Erwartungen. Dynamik wie im früheren Song „Driveby lässt es leider größtenteils missen. Die Stimmfarbe von Sänger Mario Radetzky ist zwar noch immer markant und teilweise einschneidend, die Instrumentals sind aber deutlich poppiger und verträumter geworden. Beim Enter-Shikari-Feature „GLOFS“ funktioniert das noch ganz gut, dort fehlt dafür ein punchiger Refrain, bei anderen Songs gibt es den, aber die Strophen wissen nicht gänzlich zu überzeugen. Gelungene Elemente gibt es hier und da, wirklich große Stücke, die hängen bleiben, gibt es aber leider nicht zu hören.

Review: „Edgär is Dead“ von Edgär

Release: 01.03.2024 | Genre: Indie-Rock | Spotify

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Highlights gibt es definitiv bei Edgär zu hören. „Time“ hat bereits einen Platz auf meiner „Best of 2024“-Playlist sicher und auch „Sunset“ gefällt mir sehr. Ansonsten gibt es viel Tanzbares mit positiver Energie, das zwar nicht wirklich heraussticht, aber auch kaum Platz für Langeweile bzw. Ausreißer nach Unten bietet. Das ist allgemein einfach eine gut gemacht Indie-Scheibe.

Review: „Mountainhead“ von Everything Everything

Release: 01.03.2024 | Genre: Indie Synth | Spotify

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Zurück zu Enttäuschungen. Everything Everything hat mir mit „Can’t Do“ einen absoluten Evergreen-Hit geliefert – sowas sucht man auf „Mountainhead“ vergeblich. Das Kapitalismus-Kritik-Konzeptalbum hat eingängige Melodien, bleibt aber eher kraftlos. „Cold Reactor“ funktioniert ganz gut und auch der schnellere Sprechgesangs-Part in „The Mad Stone“ oder der Bass-getriebene Kopfstimmen-Part in „Canary“ gefallen mir, aber insgesamt ist mir das zu wenig. Das merke ich spätestens dann, wenn ich mich zwingen muss, einen weiteren Durchlauf zu starten, weil ich ja „bestimmt nur reinfinden muss“.

Review: „Meet Me in the Blue“ von GERD

Release: 01.03.2024 | Genre: Singer-Songwriter | Spotify

Kurzreviews März 2024: 9 neue Alben rating_stars_40

Alleine dieser Künstlername! „GERD“ lässt doch in Deutschland bereits vor Sexyness die Hallen überfüllen. Wer es schafft, sich von dieser Vierbuchstabigkeit abzuwenden, bekommt gefühlvollen Sound geboten, der stimmlich in Sphären von London Grammar zu steigen schafft. Dabei geht es aber erfreulicherweise nicht nur sanft zu. „Happier Than Me“ kommt mit einem epochalen Bridge-Ausbruch daher und auch „Stay.“ hat ordentlich Bass-Impuls zu bieten. GERD beweist, dass eine gute und kraftvolle Gesangsstimme nicht nur in ruhigen musikalischen Fahrgewässern glänzen kann. „Smile“ ist ein absoluter Vorzeige-Popsong, der etliche Filmsoundtracks anführen könnte und „Meet Me In The Blue“ ein alles einnehmender emotionaler Abschluss. Tolles Album!

Review: „Kaiser Chiefs‘ Easy Eighth Album“ von Kaiser Chiefs

Release: 01.03.2024 | Genre: Indie-Pop-Rock | Spotify

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Wie schaffe ich jetzt die Überleitung von „Tolles Album!“ zu den Kaiser Chiefs…? Tja, die zeigen bei ihren Songs ähnlich wenig Kreativität wie bei ihrer laissez-faire wirkenden Betitelung des Albums. Das lässt an vielen Stellen die einstige Belebungs-Fähigkeit missen und erinnert an eigentlich überwunden geschienene „Parachute“-Zeiten der Band… „Reasons to Stay Alive“ und „Noel Groove“ zeigen zwar, dass man doch die E-Gitarre samt Verzerrer mit ins Studio genommen hat, sind aber schlicht zu wenig. Einige Melodien wollen sich zwar (wie bei „How 2 Dance“ oder „The Lads“) in den Kopf bohren, aber mir ist das alles zu seicht und „lalalala!“-poppig.

Review: „How to Make a Master Peace“ von Master Peace

Release: 01.03.2024 | Genre: Rap-Dance-Rock-Pop | Spotify

Kurzreviews März 2024: 9 neue Alben rating_stars_45

Mein Album des Monats kommt von Master Peace. Der hat es mit „I Might Be Fake“ nicht nur in meine Liste der besten Songs 2023 sowie auf meine „Absolute Bangers“-Playlist geschafft, er wird mit „Start You Up“ auch direkt in die 2024er Auswahl gelangen. Der britische Rapper liefert einfach eine originelle Mischung aus lautstarken wie belebenden Rap-, Elektro- oder gar Rock-Parts (teilweise klingt das nach dem, was wir uns von Bloc Party wünschen würden). Das ist enorm abwechslungsreich und doch hat jeder Song seine Stärken und Single-Potenzial. Lediglich „Shangaladang“ ist nicht so meins, der Rest ist aber Partyfeeling pur! Man könnte fast meinen, er hätte echt die Formel gefunden, ein „Meisterwerk“ zu schaffen.

Review: „Grown Up“ von Mina Richman

Release: 15.03.2024 | Genre: Singer Songwriter | Spotify

Kurzreviews März 2024: 9 neue Alben rating_stars_30

Um vom Partygefühl runter zu kommen, hätte ich noch Musik mit Lounge-Potenzial. Mina Richman hat eine sehr angenehme und charaktervolle Stimme, die sehr jazzy daher kommt. Leider weiß die Musik nicht immer, mitzuhalten, und mir geht es persönlich zu oft in den extrem balladesquen Bereich. Das schmerzt vor allem, wenn der Opener „Nearly to the End“ enorm gefällt und man sich mehr in diese Richtung erhofft hatte. Ein solides Album und toller Background-Soundtrack beim geselligen Beisammensein, das aber Luft nach Oben besitzt.

Albumtitel sind Amazon-Partnerlinks.

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