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Metallica, Justice, Robbie Williams, Man & The Echo, Jain & CRX

Musik-Kurzreviews November 2016

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Nach dem Bombast im letzten Monat fühlte sich meine Musikliste für den November zunächst erschreckend klamm an. Doch dann kam der letzte Freitag und mit ihm einige Schwergewichte der Musik-Industrie. Und so kann ich euch auch diesen Monat wieder ein Sixpack der Musiklichkeiten vorstellen, das erfreulich abwechslungsreich geraten ist – auch wenn das Überflieger-Album leider vergebens gesucht wird…

Review: Hardwired…To Self-Destruct (Metallica)

Release: 18.11.2016 | Genre: Metal | Spotify

Musik-Kurzreviews November 2016 rating_stars_35

Beginnen wir mit der vielleicht am meisten erwarteten Platte des Monats. Metallica zeigen, dass sie keineswegs in die Jahre gekommenen Pop-Rock fabrizieren, sondern noch in alter Manier auf die Fresse geben können. Die eigentlich 2x sechs Songs sind mit 77 Minuten un dem kompletten Setup sehr nah an früheren Alben – hier und da vielleicht etwas zu sehr. Mit der Bonus-Disc landet man bei über zweieinhalbt Stunden Musik – satte Ansage. Mit dem offensichtlichen Single-Track-Opener „Hardwired“ gibt es nur einen Song unter 5:45 (mit knapp drei Minuten gar halb so schnell vorbei).

Ausladende Drum- und Riff-Teppiche, Gitarren-Soli und wandelbare Songstrukturen. Das passt soweit und doch habe ich mich (bisher) in keinen der Songs schockverlieben können. Ein gutes Album im Stile früherer Jahre, aber die ganz großen Erwartungen konnten zumindest bei mir leider nicht erfüllt werden. „Moth Into Flame“ und das ungemein wechselhafte „Halo On Fire“ gefallen mir mit am besten.

Review: Woman (Justice)

Release: 18.11.2016 | Genre: Elektronik/Dance | Spotify

Musik-Kurzreviews November 2016 rating_stars_35

Nach 12 Songs beim großartigen „Croix“ (2007) und 11 Songs beim guten „Audio, Video, Disco“ (2011) gibt es dieses Jahr folgerichtig 10 Tracks mit rund 54 Minuten elektronischer Musik. Nach den vier und jetzt fünf Jahren zwischen den Alben wird es dann 2022 neun neue Tracks geben. Und vermutlich werden die dann noch popiger und Lounge-artiger, so dass sie gar nicht mehr von „Daft Punk“ unterscheidbar sein werden. Die Karte „Safe And Sound“ wurde halt gespielt. Lieber auf Nummer sicher, keine „Stress“-Stücke mehr, lieber die radiotaugliche Schiene weiter gehen.

Insgesamt ist „Woman“ eine ungemein melodiöse und abgeschliffene Platte geworden. Viel Gesang, viele chillige Elemente, jede Menge Funk und Groove. Das siebenminütge „Chorus“ ist aber leider einer der wenigen willkommenen Instrumental- und Brachial-Ausbrüche. Und ja, auch Songs wie „Stop“ gefallen mir, aber irgendwie habe ich immer am Ende der Platte das Gefühl, dass das jetzt die geruhsame Einleitung war, um noch einmal volle Kanne aufgedreht „Croix“ zu hören…

Review: Heavy Entertainment Show (Robbie Williams)

Release: 04.11.2016 | Genre: Pop | Spotify

Musik-Kurzreviews November 2016 rating_stars_30

„Good evening, children of cultural abandon
You searched for a saviour, well here I am
And all the best ones are dying off so quickly
While I’m still here, enjoy me while you can“

An Selbstbewusstsein mangelt es Robbie Williams bekanntlich nicht, die ersten Zeilen seiner neuen Platte dürften jedoch in die Schublade „Selbstironie“ gesteckt werden. Oder Größenwahn. Statt „Under The Radar Vol. 2“ gibt es jetzt also ganz viel Entertainment. Statt der früheren Anfrage des „bitte lasst mich euch doch unterhalten“ gibt es jetzt eben einfach die groß pompöse Show – ob wir wollen oder nicht. Als Opener funktioniert der Track aber tatsächlich ganz gut. Ansonsten aber leider nicht alles auf der Platte. Sie wirkt zu zusammen gewürfelt. Viele Experimente, die sich nie wirklich trauen, die moderne Radio-Tauglichkeit zu verlassen. Teils billig („Party Like Russian – end of dicussion“), teils 90er Boygroupd-Rückfälle („Love My Life“), teils einfach nur unpassend und pseudo-rebellisch („Motherfucker“).

Und doch finden sich ein paar sehr interessante Tracks, die eine Art Neuausrichtung wünschenswert machen würden. „Sensitive“ kommt mit einem sehr smoothem Beat und eingängigem Drive daher, „Hotel Crazy“ hat einen interessanten Indie-Charme und „Time On Earth“ hat mich irgendwie gefangen genommen. Kurioserweise mit die ruhigsten und unauffälligsten Tracks, die aber in Strophe, Bridge oder Refrain gewisse Stimmfarben und Stimmungen überbringen, die mir sehr gefallen. Wenn die Platte dann aber mit einem dahin gesäuselten „Marry me?!“ endet, muss ich ganz klar mit einem „Nein“ antworten. Wenn man den Größenwahn und platten Ethos streicht, könnte die nächste Platte aber durchaus was werden…

Review: Man & The Echo (Man & The Echo)

Release: 18.11.2016 | Genre: Indie Pop | Spotify

Musik-Kurzreviews November 2016 rating_stars_30

Eine komische Platte. Denkt man beim Opener „Distance Runner“ noch an einen Blues-Country-Indie-Mischling, der gute Chancen auf den Originalitäts-Preis des Monats hat, entpuppt sich das Album als ein wilder Allgemeinheiten-Laden, der gefühlt alle zwei Tracks Stimmung und Band wechselt. Aber da ich ja sonst immer meckere, wenn alles gleich klingt, will ich das mal positiv sehen. Insgesamt gibt es viel zu Erleben auf „Man & The Echo“. Viel Abwechslung, viel Energie, viel wippendes Bein. Und doch will die Platte erst beim zweiten oder dritten Durchlauf richtig zünden. Also gerne etwas Zeit geben.

Review: Zanaka – Deluxe Version (Jain)

Release: 25.11.2016 | Genre: Pop | Spotify

Musik-Kurzreviews November 2016 rating_stars_20

Tja, wer lesen kann ist klar im Vorteil. Eigentlich ist die Platte bereits im März bei uns raus gekommen, ich hatte sie nun aber bereits in die Grafiken eingebaut und irgendwie sind sechs Alben eh toller als fünf, also stelle ich euch einfach die „Deluxe Version“ vor, die demnächst hier erscheint.

Wirklich lohnen dürfte sich eine Neuanschaffung aber kaum. Unter den fünf neuen Tracks sind zwei Varianten (Fem Kuti-Remix und Extended Version) des Hits „Come“, die recht überflüssig sind. Die drei weiteren Songs: „Dynabeats“ ist netter Uptempo Hip Pop, „Son of a Sun“ und „City“ absolutes Bonus Track-Material. Und auch sonst kann mich die Platte nicht wirklich überzeugen. Ein Radio-Hit, ansonsten viel meist unpassend wirkender Genre-Mix. Nein, danke.

Review: New Skin (CRX)

Release: 28.10.2016 | Genre: Indie-Rock | Spotify

Musik-Kurzreviews November 2016 rating_stars_40

Hier war ich zunächst sehr skeptisch – und plötzlich ist es das inoffizielle Album des Monats. Denn alles klingt danke Gitarrist Nick Valensi nach gut aufgelegten „Strokes“ – aber plötzlich singt er selbst?! Zunächst wirkt die Stimme unpassend und seltsam, nach etwas Gewöhnung ist aber durchaus der eigene Sound erkennbar. Und die Platte macht enorm Laune. Ordentlich Abwechslung, gutes Gitarrenspiel und merkliche Sound-Einflüsse von Produzent Josh Homme von „Queens-Of-The-Stone-Age“. Nur beim nächsten Mal bitte mehr als lächerliche 30 Minuten, okay?!

Albumtitel sind Amazon-Partnerlinks.

2 Kommentare

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