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Kettcar, Mine & Fatoni, Selig, Gloria, Kakkmaddafakka, Jonas Alaska, Alex Lahey & Kaffkönig

Musik-Kurzreviews Oktober 2017

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Schon wieder ein Achterpack! Und das an einem Freitag, den 13. – was soll das nur geben? Kann ich euch sagen: Drei Release Day-Platten, vier, die noch gar nicht erschienen sind und das Album von Alex Lahey. Und dazu auch noch erfreulich viel deutschsprachige Musik, die unterschiedlicher kaum sein könnte. Gute Runde! Nur in Sachen Albumcover… naja… ich weiß nicht recht.

Review: Ich vs. Wir (Kettcar)

Release: 13.10.2017 | Genre: Melancholie-Rock | Spotify

Musik-Kurzreviews Oktober 2017 rating_stars_30

„Wenn du das Radio ausmachst, wird die Scheiß-Musik auch nicht besser“ heißt es im neuen Song „TrostbrĂŒcke SĂŒd“. Nein, keine Bange, ich finde die Musik von Kettcar jetzt nicht scheiße, aber irgendwie bin ich – bis auf vereinzelte Ausnahmen – nie so recht warm geworden mit ihr. Ja, auch auf „Ich vs. Wir“ sind textlich schöne Werke zu vernehmen, aber es handelt sich nun mal nicht um einen Poetry Slam, sondern um Musik. Und genau die ist, gerade im Zusammenhang mit der eben sehr markanten wie wenig-tönigen Stimme Marcus Wiebuschs, dann eben doch recht eintönig und „wie frĂŒher“. Was fĂŒr Fans super sein mag, ist fĂŒr mich eben nur aufgewĂ€rmt und so politisch Stellung-beziehend ein Song wie „Sommer ’89“ auch sein mag – fĂŒr mich ist das keine Musik, sondern ein Prosa-Text.

Review: Alle Liebe nachtrÀglich (Mine & Fatoni)

Release: 13.10.2017 | Genre: Hip Hop | Spotify

Musik-Kurzreviews Oktober 2017 rating_stars_40

Mitten im „Alte Hamburg-Mucke“-Sandwich befindet sich das neu-gefundene Musikpaar namens Mine & Fatoni. Erste habe ich schon immer gemocht, Fatoni bislang grĂ¶ĂŸtenteils in Featureform bei anderen Artists wahrgenommen. Mit dem Einsteiger „RomCom“ haben die beiden mich direkt auf ihre neue A-Seite gezogen, die sich grĂ¶ĂŸtenteils in smart-ironischen Texten mit Alltagsbeobachtungen und musikalische sehr angenehmen KlĂ€ngen auslebt. Songs wie „Tattoo“ hĂ€tten jetzt nicht fĂŒr mich sein mĂŒssen und es hĂ€tte gerne öfter Uptempo geben dĂŒrfen, aber die Mixtur aus klarem Rap Fatonis und schönem Sprechgesang Mines funktioniert erfreulich gut! Mein textlicher Favorit: „Erdbeeren ohne Grenzen“.

Review: Kashmir Karma (Selig)

Release: 03.11.2017 | Genre: Rock | Spotify

Musik-Kurzreviews Oktober 2017 rating_stars_25

Schon wieder Hamburg, schon wieder „alte“ Musik, schon wieder Voreingenommenheit meinerseits. Die Stimme von SĂ€nger Jan Plewka mochte ich schon immer gerne hören, die begleitende Musik sowie die oftmals esoterisch angehauchten Texte dagegen nicht immer. Und so sind die Karma-Punkte dieser Platte bei mir auch begrenzt (2,5 halt…), zu oft mutiertes Geschrammel. Dabei zeigen Songs wie „Nimm mich so wie du bist“, dass es auch anders geht. Lockererer Sound, Pop mit eingeworfenen E-Gitarren-Zerrungen, der deutlich offener und positiver klingt. „Alles ist nichts“ schafft das auch noch, ansonsten will die Platte bei mir nicht die GefĂŒhle entfachen, die ich mag. Sorry.

Review: DA (Gloria)

Release: 13.10.2017 | Genre: Singer Songwriter-Pop | Spotify

Musik-Kurzreviews Oktober 2017 rating_stars_30

„Wie, aber Komik-Kasper Klaas berĂŒhrt dich, oder was?!“ mögt ihr jetzt denken. Überraschenderweise ja. Also, beim „damaligen“ selbstbetitelten DebĂŒt, beim darauf folgenden „Geister“ schon weniger. Das neue Album „DA“ ist meiner Meinung schon wieder besser gelungen. Musikalisch etwas verspielter (z.B. „Erste Wahl“) und Songs wie „Immer noch da“ dĂŒrften bei zukĂŒnftigen Konzerten zu den „Hits“ zĂ€hlen. Insgesamt einfach eine angenehme AtmosphĂ€re, auch wenn die großen WĂŒrfe ausbleiben.

Review: Hus (Kakkmaddafakka)

Release: 27.10.2017 | Genre: Indie Pop-Rock | Spotify

Musik-Kurzreviews Oktober 2017 rating_stars_35

Kommen wir zum englischsprachigen Einschub diese Woche. Das Schöne bei Kakkmaddafakka ist ja, dass man stets das Gleiche erhĂ€lt, nĂ€mlich das, was man erwartet. Grob zumindest. Jedes Mal aufs Neue höre ich ein Album und denke mir zunĂ€chst „meh“. Doch mit der Zeit wachsen die wohlig arrangierten Melodien ins Ohr und man weiß gar nicht, was man nun genau mag, aber es ist schön. Gerne könnte es mehr zackige Gitarren-Riffs, wie bei „AAA“ angedeutet, geben, denn so bleibt es dann leider doch recht vertrĂ€umt. Aber das ist gar nicht schlimm, solange es Songs wie „Hill Side“ gibt.

Review: Fear Is A Demon (Jonas Alaska)

Release: 27.10.2017 | Genre: Singer Songwriter | Spotify

Musik-Kurzreviews Oktober 2017 rating_stars_30

Noch so ein „angenehmer Sound“. Leider konnte Jonas Alaska meine ĂŒbergroßen Erwartungen nicht erfĂŒllen. War Younger vergangenes Jahr erst auf Rang 1(!) meiner Jahresliste gelandet, hĂ€tte vielleicht etwas mehr Ruhezeit bis zur nĂ€chsten Platte gut getan. Okay, eigentlich war der VorgĂ€nger aus 2015, aber irgendwie wirkt es dieses Mal etwas b-seitig, insgesamt einfach zu zaghaft. „Back To School“ hat noch AnflĂŒge von belebenderen Elementen, insgesamt bleibt es aber stets eine Ă€hnliche Klangfarbe. Die ist nicht schlecht, aber dĂŒrfte eben auch nicht weit vorne in meiner Jahresliste landen. Aber wer weiß – kalte Wintertage kommen ja noch, an denen man sich nach diesem Sound sehnt.

Review: I Love You Like A Brother (Alex Lahey)

Release: 06.10.2017 | Genre: Indie-Rock | Spotify

Musik-Kurzreviews Oktober 2017 rating_stars_40

Deutlich lebendiger und vor allem rockiger geht es bei Alex Lahey zu. Auch wenn ihre Liebe zu mir nur rein platonisch ist, finde ich das total okay, denn das DebĂŒt der australischen Singer Songwriterin macht schlichtweg Spaß. Selbst bei „fiesen“ Themen bleibt es gutgelaunt, gerne mal rotzig und mit AusflĂŒgen in die Punk-AttitĂŒde, ohne dabei an ZugĂ€nglichkeit zu verlieren. Und dann gibt es beinahe 50er-mĂ€ĂŸige Melodein wie in „I Want U“. Insgesamt sehr wandelbar und mit jeder Menge Potenzial!

Review: Das große Kotzen (Kaffkönig)

Release: 20.10.2017 | Genre: Rock | Spotify

Musik-Kurzreviews Oktober 2017 rating_stars_45

Mein Album des Monats stammt aus dem Kaff. Texte, die weder einen Poesiepreis gewinnen dĂŒrften, noch ultimative Anti-Haltung demonstrieren, aber eben eine gesunde Rotzigkeit und klare Worte. Dazu ebenso klar nach Vorne gehende Musik, die trotz der Tatsache, dass die beiden zu zweit spielen, gehaltvoll und abwechslungsreich wirkt. Ein bisschen könnte man Kaffkönig wie die erste, poppigere Phase von Heisskalt beschreiben. Vermutlich gefallen sie mir deshalb so gut. Jedenfalls freue ich mich schon sehr darauf, die Jungs mal live erleben zu können.

Albumtitel sind Amazon-Partnerlinks.

2 Kommentare

  1. Pingback: [LangweileDich.net] Musik-Kurzreviews Oktober 2017 – #Musik

  2. Pingback: Kettcar – Palo Alto

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