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Irgendwie fehlt der rote Faden...

Spiele-Review: Unravel

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In meinem Bericht zur Gamescom 2015 hatte ich euch Unravel bereits als kleinen Indie-Tipp angepriesen, seit 9. Februar kann man das Spiel endlich kaufen und spielen (Partnerlink). Für 19,99 Euro gibt es das hüpfende Rätsel für die PS4, Xbox One und den PC zu kaufen.

Ich habe das Spiel durchgespielt und erzähle euch, warum es sich lohnt, mit dem drolligen Yarny auf Erinnerungs-Suche zu gehen – und wieso nicht.

Unravel Gameplay Trailer

Zur Einstimmung für euch erst einmal der offizielle Trailer zum Spiel:

Idee und Umsetzung von Unravel stammt übrigens vom schwedischen Entwicklerstudio Coldwood Interactive. Der eigentliche Indie-Titel hat aber scheinbar derart viel Charme verbreitet, dass Electronic Arts die Finalisierung und Distribution übernommen hat. Eine willkommene Produkterweiterung des Publishers!

Darum geht es

Es geht um Garn. Viel Garn. Hauptfigur Yarny besteht eigentlich nur aus einem Wollfaden, an dem er sehr hängt – wortwörtlich. In Spider-Manier feuert ihr ihn aus der Garn-Hand, klettert an ihm empor, nutzt ihn zum Ziehen von Gegenständen oder schwingt fröhlich hin und her. Das einzige Werkzeug, das ihr im Spiel habt, das aber durch seine Vielseitigkeit stets begleitet. Das Ziel: Weiterkommen und Rätsel überwinden.

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Dabei agiert ihr mit der physikalischen Welt von Unravel, das trotz des eigentlichen 2D-Settings deutlich mehr Tiefe besitzt. Sprungflächen werden gesponnen, Gegenstände an Faden-Rampen empor geschoben und kleine Gewichts-Rätsel gelöst. Das ist zwar insgesamt einigermaßen abwechslungsreich, am Ende wiederholen sich dann aber doch regelmäßig die gleichen Elemente, die nur in anderen Formen und Farben daher kommen.

Wunderschöne Grafik

Die Formen und Farben sind aber größtenteils verdammt schön! Es ist sehr viel Liebe in die grafische Präsentation des Spiels geflossen. Yarny ist unheimlich süß und liebenswert geraten, erst recht, wenn er tollpatschig durch den Tiefschnee eumelt oder im Close-Up durch den taufrischen Waldboden hüpft. Die komplette Zeit bewegen wir uns im Schärfestreifen einer 3D-Welt, die scheinbar nur auf einer Ebene existiert.

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Detailverliebt werden uns Level gezeigt, die mit kreativen Szenerien und ausgefallenen Gegenständen auftrumpfen können, die sehr realistisch (Texturen, Lighting, etc.) dargestellt werden und aufgrund der Kleinheit Yarnys stets einen besonderen Entdeckungs-Drang hegen. Die Inszenierung ist ein absolutes Plus von Unravel!

Fehlender Schwierigkeitsgrad

Ein kleines Plus gibt es hier und da auch für die netten Rätsel. Allerdings bleibt es oftmals dabei. An einigen Stellen kommt man dann schon einmal ins Grübeln, aber meist eher darüber, ob das nun physikalisch im Spiel so möglich (also so gedacht) ist. Eigentlich hat das Spiel den seltenen Vorteil, dass Spielen mit mehreren Personen Spaß macht, während eine steuert und die anderen überlegen und beratschlagen, wie das nun funktionieren könnte. Das geht auch größtenteils, so wirklich fordernd wird es aber leider nie.

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Natürlich darf ein Spiel nicht frustrieren, aber die ein oder andere harte Nuss hätte ich mir schon gewünscht. Und da war dann zum Beispiel diese eine Szene mit dem Krabbenkäfig, in der ich minutenlang versucht habe, das Teil irgendwie zum Fallen zu bringen. Faden anheften hier, Herumschwingen dort – nichts. Dann irgendwann habe ich plump durch Springen, Glück und Timing die Krabben überwunden und war weiter – doch wie genau, wusste ich nicht. Mit dem Korb hatte ich jedenfalls nicht wirklich etwas gemacht…

Roter Faden?

Und obwohl man die ganze Zeit auf eine Fadenfigur blickt, an roten Fäden hängt, klettert und springt – handlungstechnisch fehlt er mir etwas. Ja, es gibt eine „total emotionale“ und „berührende“ Geschichte, die sich wortlos unter Dauergeigenmusik abspielt – aber mich berührt sie nicht und deren Verständnis beschränkt sich auf abstrakte Interpretation. Ja, eine alte Dame denkt über ihr Leben, Erinnerungen werden wachgeküsst und schlimme Momente durchlebt – am Ende bleibt aber der Kampf, das Ende des jeweiligen Abschnitts zu erreichen um einen neuen Aufnäher zu erhalten. Das hätte für mich deutlich griffiger sein dürfen, denn so wirkt es eigentlich wie eine Aneinanderreihung von Leveln, die wahllos hätte so weiter laufen können.

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Fazit

Insgesamt ist Unravel ein origineller Spielspaß, den man in der Form (kreative Spielmechanik mit professioneller Inszenierung) noch nicht gehabt hat. Yarny ist einfach goldig, die Welten ungemein schön und das Spielerlebnis sehr entspannend und doch besonders. Die Dauer ist mit roundabout sechs Stunden zwar überschaubar, aber eigentlich müsste man das (auch aufgrund der nicht allzu konkreten Story) problemlos weiter spinnen können. Wer jedenfalls bei bitterkaltem Wetter eine Option sucht, die es einem warm ums Spielerherz werden lässt – greift zum Controller. Denn die Kritikpunkte sind für ein eigentliches Indie-Game auf verdammt hohem Niveau gestrickt.

Weitere Informationen zum Spiel gibt es unter UnravelGame.com zu sehen.

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